Girokonto-Umstellung: Das ändert sich für Postbank-Kunden

Aktualisiert von Tino Kuhl
am 10.03.2026

Postbank Girokonto-Umstellung

Der deutsche Bankenmarkt ist stark umkämpft. Die Herausforderungen der Digitalisierung, gestiegene operative Kosten und veränderte Marktbedingungen sorgen bei der Postbank regelmäßig für Gebührenerhöhungen. So werden Postbank-Kunden Anfang 2026 über gestiegene Kontoführungsgebühren beim Postbank Giro extra plus informiert. Wir zeigen hier, was sich für Kontoinhaber in den letzten Jahren geändert hat und wie sie darauf reagieren können.

Wer ist betroffen? Gründe für die Preiserhöhung Girokonto Alternativen zur Postbank Verbraucherzentrale mahnt ab Weitere werden folgen Fazit

Wer ist betroffen?

Kunden der Postbank erhalten dieser Tage Briefe zur Einführung neuer Kontogebühren. Die Postbank führt aktuell diese Girokonto-Typen:

Die folgende Tabelle zeigt die bisherigen Gebühren und die Änderungen ab Oktober 2019. In 2021 war nur das Postbank Giro plus betroffen. Hier änderte sich die Kontoführungspauschale und der Preis für das Telefon-Banking.

Produkt Gebühren 2025 / 2026 Gebühren 2019
Giro plus 6,90 € monatlicher Grundpreis
5,90 € bei 1.000 € Geldeingang
2,00 € je beleghafter Überweisung
2,00 € je Auftrag per Telefon-Banking
2,50 € Versand monatlicher Finanzstatus
4,90 € monatlicher Grundpreis
0,99 € je beleghafter Überweisung
0,00 € je Auftrag per Telefon-Banking
1,90 € Versand monatlicher Finanzstatus
Giro extra plus 11,90 € bis 2.999,99 € Geldeingang
kostenlos ab 3.000 € Geldeingang
2,50 € Versand monatlicher Finanzstatus
9,90 € bis 2.999,99 € Geldeingang
kostenlos ab 3.000 € Geldeingang
1,90 € Versand monatlicher Finanzstatus
Giro direkt 5,90 € bei 1.000 € Geldeingang
6,90 € unter 1.000 € Geldeingang
2,50 € je beleghafter Überweisung
2,50 € je Auftrag per Telefon-Banking
2,50 € Versand monatlicher Finanzstatus
1,90 € monatlicher Grundpreis
1,50 € je beleghafter Überweisung
1,50 € je Auftrag per Telefon-Banking
1,90 € Versand monatlicher Finanzstatus
Giro start direkt kostenlos für 7- bis 21-Jährige
0,00 € je beleghafter Überweisung
kostenlos für 7- bis 21-Jährige
0,99 € je beleghafter Überweisung
Giro Basis 5,90 € monatlicher Grundpreis
1,90 € je beleghafter Überweisung
1,90 € je Auftrag per Telefon-Banking
2,50 € Versand monatlicher Finanzstatus
5,90 € monatlicher Grundpreis
0,99 € je beleghafter Überweisung
0,00 € je Auftrag per Telefon-Banking
1,90 € Versand monatlicher Finanzstatus

Von den Veränderungen waren in den letzten Jahren demnach alle Kontomodelle betroffen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass das meist genutzte Giro plus auch die meisten Gebührenerhöhungen hat. Auch beim Giro extra plus erhöht sich die monatliche Kontoführungsgebühr bei Geldeingängen unter 3.000 €. Mit Ausnahme des Giro start direkt stiegen bei allen Postbank Girokonten auch die Preise für beleghafte Überweisungen, die Nutzung des Telefon-Bankings und/oder den Versand des Finanzstatus.

Änderungen zum 1. April 2026

Der monatliche Grundpreis vom Postbank Giro extra plus Konto erhöht sich von 10,90 auf 11,90 € im Monat. Bei einem monatlichen Geldeingang von mindestens 3.000 € bleibt das Konto weiterhin kostenlos.

Kunden, die das nicht mehr aktiv beworbene Postbank Giro direkt führen, haben ebenfalls ein Schreiben erhalten. Darin wird die Kontoumstellung auf das teurere Giro plus Konto empfohlen. Was genau mit dem Giro direkt Konto nach dem 01.04.2026 passiert, wird nicht erwähnt.

Änderungen zum 1. Oktober 2025

Die Gebühren für Überweisungen per Beleg und Telefon steigen von je 1,90 € auf 2,00 €. Barein- und -auszahlungen am Schalter sind nicht mehr gratis und kosten dann 2,00 € je Vorgang. Nur beim Postbank Giro extra plus bleiben Ein- und Auszahlungen in der Filiale kostenlos.

Eine zweite Debitkarte kostet 6,00 Euro im Jahr. Dies ist vor allem bei Gemeinschaftskonten ärgerlich, da der zweite Kontoinhaber nicht mehr die Karte kostenlos bekommt.

Kontoauszüge gibt es nicht mehr am Kontoauszugsdrucker, sondern nur noch gebührenfrei digital oder auf Wunsch per Post für 2,50 € je Auszug. Die blauen Girobriefumschläge wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Neu ist, dass Sie bis zu drei kostenlose Unterkonten, sogenannte Pockets, einrichten können. Zudem gibt es dann eine erweiterte Postbank Vorteilswelt mit mehr Rabatten und Angeboten.

Gründe für die Preiserhöhung

Der Konkurrenzkampf der Banken um Kunden ist härter geworden. Verschärft wurde dieser Kampf durch zwei gegensätzliche Entwicklungen. Zum einen ließ EZB-Präsident Mario Draghi im Zuge seiner scharf kritisierten Niedrigzinspolitik die Zinsen für den Euro herunterdrücken. Das betraf auch die Banken, die trotzdem vielfach an kostenlosen Girokonten festhielten, um Neukunden an sich zu binden.

Diese Zeiten scheinen jedoch vorbei zu sein. Erst kürzlich hatten die Sparkassen eine flächendeckende Einführung von Kontoführungsgebühren angekündigt. Bereits der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, sagte der „Bild“-Zeitung dazu:

„Ich erwarte, dass es in einigen Jahren praktisch nirgendwo mehr kostenlose Girokonten geben wird.“

Fahrenschons Zitat scheinen sich Banken zum Vorbild genommen zu haben. Denn nach der Preiserhöhung vom 1. November 2016 werden seit dem 1. Oktober 2019 bei der Postbank erneut neue Gebühren fällig.

Anhand der neuen Preismodelle sind die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik nun auch für den Endverbraucher deutlich spürbar. Bereits seit Jahren haben die Banken sich, so scheint es, von den Klassikern Tagesgeld und Festgeld verabschiedet – die zum Teil verschwindend niedrigen Zinsen sprechen eine deutliche Sprache.

Susanne Klöß, Vorstand Produkte bei der Postbank, äußerte sich wie folgt dazu:

„Wir wollen als Postbank auch in Zukunft als eine leistungsstarke Online- und Filialbank für unsere Kunden da sein. Das Marktumfeld mit insbesondere dem Niedrigzinsniveau macht es uns aber immer schwerer, mit dem Girokonto Geld zu verdienen. Klar ist, dass unsere Dienstleistungen einen Wert und damit einen Preis haben. Mit der Neuordnung unserer Kontowelt schaffen wir eine faire Balance zwischen den Interessen unserer Kunden einerseits und denen unserer Aktionäre andererseits. Unsere Kunden haben abhängig von der Nutzung selbst die Wahl, welchen Preis sie künftig für ihr Postbank Girokonto zahlen.“

Hier kommt die Frage auf, ob kostenlose Girokonten also keinen Wert besitzen? Zahlreiche Direktbanken, die nach wie vor kostenlose Konten anbieten, würden dies wohl verneinen. Allerdings haben Direktbanken auch wesentlich weniger Personal und Infrastruktur zu finanzieren. Auch entfallen Kosten für die Instandhaltung von Filialen.

Was Sie tun können

Kontoführungsgebühren müssen Sie nicht einfach hinnehmen. Zwar werden höchstwahrscheinlich immer mehr Banken auf den Zug aufspringen und ihre Kontoführungsgebühren in die Höhe schrauben. Allerdings finden Sie auch 2023 noch ein paar günstige oder gar kostenlose Girokonten im Girokonto-Vergleich. Auch ist der Kontowechsel heutzutage nichts, wovor Sie sich fürchten müssen. Wer sich den Papierkram sparen will, kann den Konto-Umzugsservice in der Banken in Anspruch nehmen. Vier gute alternative Girokonten finden Sie im Folgenden.

Girokonto Alternativen zur Postbank

Verbraucherzentrale mahnt ab

Überraschenderweise mahnte die Verbraucherzentrale Hamburg die Postbank bei der damaligen Erhöhung 2016 für die Umstrukturierung ihrer Kontoführungsgebühren ab. Grund hierfür war das frühere Versprechen der Postbank bei einer Werbeaktion, Kunden ein dauerhaft kostenloses Girokonto garantieren zu können. Das Kreditinstitut lenkte schließlich ein und verpflichtete sich, für die betroffenen Aktionsgirokonten auch zukünftig keine Kontoführungsgebühren zu verlangen. Die Verbraucherzentrale schätzt, dass insgesamt einige tausend Kunden davon betroffen waren.

Weitere werden folgen

Dass Sparkassen und Postbank ihre Gebührenmodelle bei Girokonten ändern, dürfte nur der Anfang einer neuen Preisentwicklung sein. Auch Kunden anderer Banken werden sich darauf einstellen müssen, dass ihre Konten kostenpflichtig werden. Positiv ist, dass die Rechte der Verbraucher seit 2016 gestärkt werden. So hat seit Mitte Juni 2016 jeder geschäftsfähige Deutsche das Recht auf ein Basiskonto – unabhängig von seinen Einkommensverhältnissen. Dieses kann, muss jedoch nicht, kostenlos sein.

Darüber hinaus wurde im September 2016 durch ein neues Gesetz der Kontowechsel für Verbraucher vereinfacht. So muss die Bank, zu der ein Kunde wechselt, ab sofort innerhalb von zwei Tagen Kontakt zur alten Bank aufnehmen und sich in einem Zeitraum von fünf Tagen sämtliche Lastschriftenaufträge, Überweisungen und Daueraufträge übermitteln lassen. Nach spätestens weiteren fünf Tagen muss das Konto fertig für den Kunden eingerichtet sein.

Fazit

Mit den Veränderungen der Kontoführungsgebühren ist wohl das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Noch im letzten Jahr  wollte man seitens der Banken den Kunden auf keinen Fall mit Negativzinsen belasten, jetzt jedoch gibt es kaum noch eine Bank, die sich zu so einer Aussage noch hinreißen läßt. Fakt ist aber, dass der Verbraucherschutz das Vorhaben der Gebührenerhöhung bei Girokonten erschwert. Wir dürfen weiterhin gespannt sein!


Ihre Kommentare zu diesem Beitrag

Die Postbank bietet bei manchen ( nicht bei allen) Kontomodellen Kunden mit höheren monatlichen Geldeingängen niedrigere Kontogebühren an. Der Grund ist sicher nicht, dass diese Kunden vielleicht reicher als andere Kunden sind, sondern dass es sich finanziell auch für die Postbank rentieren muss, sonst würde sie es nicht anbieten. Wem das nicht gefällt hat die Möglichkeit zu einer anderen Bank zu wechseln. Ich war immer zufrieden mit der Postbank, weil sie von den Gebühren her (auch ohne höheres Einkommen) seit langer Zeit günstigere Kontomodelle als viele andere Banken hat.

von Hanna

Heißt es, die Postbank kündigt mich, wenn ich das alles nicht will und will das es so bleibt, wie es ist?

von David Henning

Antwort vom Kontofinder Team

Mittlerweile müssen Sie wichtigen Änderungen aktiv zustimmen. Wenn Sie dies nicht tun, kann es passieren, dass Ihnen die Postbank kündigt.

Hmm, ich habe für mein Konto bei der Postbank noch nie auch nur einen Cent zahlen müssen (Giro Extra Plus). Nachteilig ist nur, dass es auf dem Land keine Automaten der Cash Group gibt. Die Visa Karte ist bei meinem Kontomodell ebenfalls kostenlos (man sollte damit aber keinesfalls Bargeld abheben).
Gebühren fallen im Online Banking keine an. Papier brauche ich von denen nicht. Kontoauszüge als .pdf.
3000Euro Geldeingang sind doch für einen erwachsenen Menschen nichts ungewöhnliches. (Vor ein paar Jahren hatten sie es mal auf 4000 erhöht gehabt, wurde dann im Zuge einer "Preisänderung" aber wieder reduziert - für dieses Kontomodell.)
Bei geringerem Einkommen müsste man wohl eine der Onlinebanken empfehlen. Für mich ist das Postbankkonto momentan unschlagbar.

von Stefan

Ich finde es nicht ok. das die Postbank die Gebühren schon wieder erhöht, obwohl wieder Postbankfilialen geschlossen wurden. Ich muss mittlerweile 15 km fahren um kostenlos Geld abheben zu können. Für mich als Schwerbehinderter, der jemanden beauftragen und bezahlen muss um dies tätigen zu können ist es schon fast unzumutbar.

von Margit

Ich bin seit 2008 Kunde der Postbank mit Postbank Giro Plus. Damals: kostenlos. Heute: Wucher (im Vergleich). Das ist auch so unlogisch, dass man BIS zu einem Betrag X (hohe) Gebühren zahlt und AB einem Betrag X niedrige oder keine Gebühren zahlt. Das ist nicht nur unlogisch sondern "asozial". Die Reichen sparen Geld und die Armen zahlen dafür. Bravo! Ich bin gerne bereit Gebühren zu zahlen und würde mir wünschen, dass die, die weniger als ich verdienen auch weniger zahlen müssen. So eine asoziale Bankpolitik unterstütze ich nicht! Ich werde zur Commerzbank wechseln. Kann es auch jedem empfehlen zu einer anderen Bank zu wechseln. Man muss es nur - geht meist unkompliziert online - bei seiner Kreditkarte, Aktienwallet, Arbeitgeber eingeben. Bitte wechselt.

von Metro

Die Postbank führt Verwahrentgelte auch für Bestandskunden ein. Da sie das nicht ohne Einverständnis dürfen, drohen sie unverhohlen mit der Kündigung einen 20 Jahre alten Vertrages.

von Peter

Hm, die Postbank will Kosten senken. Ok. Sie nimmt Gebühren für die Kontoführung. Ok, mit ein bis zwei € mtl. kann man in der heutig Situation sicher zurecht kommen. Aber alte Konten und langjährige Kunden derart die Kosten zu bestimmen und eine 135%-Steigerung zu verlangen und gleichzeitig mit der 3.000€-Grenze wieder Kunden mit noch mehr Geld zu locken, das die Postbank dann ja wieder teuer parken muss, das geht nicht zusammen. Hier stimmt was gehörig nicht. Finanzieren dann die unter 3 T€ die Konten über 3T€ mtl. Eingang. Nö, das mach ich dann nicht. Das war es dann wohl, nach über 30 Jahren. Ist das gewollt und ein raffinierter Plan dahinter, den man so nicht erkennt, oder doch Dreistigkeit.

von PB-Kunde

Die geänderte Zinspolitik der Bundesrepublik Deutschland wird über kurz oder lang fast alle Banken zu diesem Schritt bringen. Für jeden Euro, der auf Konten der Banken liegt, werden von der EZB derzeit 0,5% berechnet. Die Bank gibt diesen Zins meistens erst ab einem Guthaben von 100.000,-- Euro weiter. Soweit so schlecht. Mit Phrasendreschen (Kapitalismus, schnelles Geld machen usw. ...BOAH...) kommen hier nur noch die Alt68er weiter... Für einen entsprechenden Service der Bank (und der muss wirklich gut sein!) bin ich gern bereit zu zahlen. Leider NICHT bei der Postbank...

von Annemarie Hartow

Die Erhöhung der Kontogebühren betrifft nicht nur besonders kleine Leute, sondern das vergrößert die soziale Spaltung. Das reduziert den Menschenwert und schwächt die Grundrechte.

von Beni

Das ist der Kapitalismus pur. Wie immer wollen die Banken schnelles Geld machen. Es trifft immer die kleinen Leute. Danke Bundesrepublik Deutschland

von Giesenow, Hilmar