So frisst die Inflation Ihr Geld auf

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Millionen Bürger legen ihr Geld immer noch auf einem Sparbuch an. Kein Wunder: Deutschland gilt als Land der soliden Einlage. Doch in Wahrheit sparen Sie auf diese Weise kein Geld. Sie verlieren es sogar. Durch die Inflation. Wer das nicht wahrhaben will und nichts dagegen unternimmt, muss später die Konsequenzen tragen. Nehmen SIe sich 5 Minuten für diesen Beitrag. Es lohnt sich.

Wie entsteht Inflation? Ist eine Inflation gut oder schlecht? Wie wird die Inflationsrate berechnet? Warum ist die Inflationsrate wichtig? Aktuelle Inflationsrate Niedrigzinsen und ihre Folgen Experten warnen Fazit

Wie entsteht Inflation?

Einfach gesagt ist die Inflation ein Preisanstieg. Wenn sich die Geldmenge erhöht und die Güter einer Volkswirtschaft nicht in demselben Maße produziert werden, verliert das im Umlauf befindliche Geld an Wert. Inflation ist also das Resultat eines Missverhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage. Sie können sich eine Inflation wie eine Blase vorstellen, die sich immer weiter aufbläht, was auch schon der lateinische Wortstamm verrät. Grundsätzlich wird zwischen drei Inflations-Arten unterschieden:

Importierte Inflation

In diesem Fall wird eine Inflation aus dem Ausland "importiert". Erfolgt im Ausland ein Preisniveauanstieg, tendieren Unternehmen dazu, ihre Waren in jenes Land zu exportieren, um höhere Preise zu erzielen. Es entsteht ein Missverhältnis zwischen Import und Export, was zu einer Verknappung der Waren im Inland und somit zu einem Preisanstieg führt. Weiterhin kommt es durch den starken Export zu einem erheblichen Anstieg der Geldmenge im Inland. Schlussendlich kommt die direkte Übertragung hinzu: Ein Preisanstieg im inflationsbelasteten Ausland führt zwangsläufig zu einem Preisanstieg der betroffenen Güter im Inland.

Nachfrage-induzierte Inflation

Hier ist die Nachfrage größer als das Angebot, was die Preise für die nachgefragten Güter in die Höhe treibt. Diese Nachfrage entspringt privaten und öffentlichen Haushalten, sowie Unternehmen.

Angebots-induzierte Inflation

Verfügt ein Unternehmen aufgrund geringer Konkurrenz über ein Preismonopol, ist der Spielraum entsprechend hoch, die Preise für produzierte Güter selbst festzulegen. Aus diesem Grund sind in Deutschland z.B. Kartellbildungen verboten, um eine Monopolisierung des Marktes und eine daraus resultierende Angebots-induzierte Inflation zu verhindern. Auch der Kostendruck kann als Hintergrund für diese Form der Inflation dienen, etwa wenn Rohstoff- oder Steuerkosten steigen.

Ist eine Inflation gut oder schlecht?

Für den Verbraucher sind inflationäre Entwicklungen in der Regel wenig erfreulich. Wenn bei gleichbleibendem Lohn die Preise für Produkte steigen, wirkt sich das negativ auf die eigene Kaufkraft aus. Es ist weniger Geld für andere Dinge da und alles wird teurer. Für einen Staat kann eine Inflation jedoch Vorteile haben, denn auf der einen Seite werden Geldvermögen (der Bürger) und auf der anderen Seite Schulden (des Staates) vernichtet.

Wie wird die Inflationsrate berechnet?

Um die Inflation einzelner Staaten bzw. ganzer Staatenverbände wie der Europäischen Union einzuschätzen, wird die Inflationsrate errechnet. Diese ist auch für die Europäische Zentralbank ein wichtiger Bestandteil ihrer Geldpolitik. Zur Berechnung der Inflationsrate werden weit verbreitete Güter und Dienstleistungen herangezogen, Luxusartikel fallen hingegen nicht so stark ins Gewicht.

Ausschlaggebend für die Berechnung der Inflationsrate ist der Verbraucherpreisindex. So ermittelt das Statistische Bundesamt in Deutschland jeden Monat die durchschnittliche Entwicklung der Verbraucherpreise.

Für diesen Zweck beobachten Preiserheber die Entwicklung der Preise für die gleichen Produkte in verschiedenen Geschäften. Diese Auswahl, in der über 300.000 Einzelpreise in rund 600 Güterarten erhoben werden, wird auch Warenkorb genannt. All diese Ergebnisse fließen in den Verbraucherpreisindex ein. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vormonat bzw. zum Vorjahr wird auch als Inflationsrate bezeichnet.

Was ist so wichtig daran?

Der Verbraucherpreisindex bzw. die Inflationsrate sind ausschlaggebend für die Einschätzung des Geldwertes. Mietzahlungen und Betriebsrenten orientieren sich stark an diesen Berechnungen. Darüber hinaus ist die Inflationsrate ein elementares Instrument für die EZB, um ihre Geldpolitik zu betreiben und für Stabilität zu sorgen. Ob und wie gut die Europäische Zentralbank dies derzeit tut, darüber lässt sich streiten.

Aktuelle Inflationsrate

Die aktuelle Inflationsrate beträgt 1,6 % (Stand: März 2017). Berücksichtigen Sie dabei jedoch, dass es sich beim angegebenen Wert wie bereits angedeutet um den Preisanstieg im Vergleich zum Vormonat handelt. Anleger von Tagesgeld und Festgeld haben damit ein Problem, denn ihr Geld wird nun offiziell weniger statt mehr.

Hier drei besten Tagesgeld-Angebote, mit denen Sie keine Rendite mehr erzielen:

Selbst bei Fünf-Jahres-Festgeldern reicht es nicht mehr für einen Inflationsausgleich:

Niedrigzinsen und ihre Folgen

Derzeit betreibt die Europäische Zentralbank eine Niedrigzinspolitik. Durch diese Niedrigzinspolitik gehen Sparern Milliarden verloren. Berechnungen der Postbank zufolge verloren die deutschen Anleger 2013 ca. 14 Milliarden, im Jahr 2014 sogar 21 Milliarden Euro. Diese Entwicklung lässt sich auf die Verbindung von niedrigen Zinsen und der aktuellen Inflationsrate zurückführen.

Zinsen so niedrig wie nie

Ob Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld: Seit vielen Jahren sind niedrige Sparzinsen für den Verbraucher eher die Regel als die Ausnahme. Gleichzeitig steigt die Inflationsrate und die EZB betreibt weiterhin Niedrigzinspolitik. Sie ist verantwortlich für die Preisstabilität im EU-Raum und hat es sich zum Ziel erklärt, die Inflationsrate in der aktuellen Lage anzuheben, aber unter 2,0 % zu halten.

Nach wie vor ist die irrtümliche Annahme, dass das Sparbuch eine solide Geldanlage sei, weit verbreitet. Doch auch Kleinsparer müssen sich in Niedrigzinsphasen nach besseren Anlagemöglichkeiten uzmsehen. Nutzen Sie für Tagesgeld oder Festgeld beispielsweise unsere Vergleiche. Beschäftigen Sie sich aber unbedingt auch mit ETFs und Aktien großer, bekannter Unternehmen.

Experten warnen

Zahlreiche Ökonomen, aber auch ein großer Teil der europäischen Bevölkerung, sind von der Geldpolitik der EZB nicht überzeugt. Proteste wie 2015 in Köln machen deutlich, dass die Unzufriedenheit über niedrige Zinsen und die damit verbundenen Verluste wächst. Der EZB unter Leitung von Mario Draghi wird vorgeworfen, eine intransparente, systemerhaltende und verbraucherfeindliche Linie zu fahren.

Doch nicht nur der unmittelbare Geldverlust bei Einlagen ist ein Problem. Experten sehen auch Risiken für die Finanzmarktstabilität. Einige Prognosen stellen die Behauptung auf, dass Banken durch die niedrigen Zinsen einen gelockerten Umgang mit der Kreditvergabe pflegen und ihre Standards für Darlehen deutlich senken. Bisher scheint sich diese Befürchtung zumindest in Deutschland nicht zu bestätigen. Erst seit 2011 ist das Kreditvolumen in Deutschland wieder im Aufwärtstrend und trotz dieser Entwicklung weit unter den düsteren Prognosen.

Bei Immobilienfinanzierungen gibt es seit 2016 das Kreditimmobiliengesetz. Es schreibt Banken eine gründlichere Prüfung der Bonität von Kreditnehmern vor und soll so Zahlungsausfälle in der Zukunft verhindern, damit es nicht wie in den USA zu einer Kreditblase kommt.

Fazit

Auch wenn die Inflationsrate derzeit immer noch (gefühlt) niedrig ist, schadet die aktuelle Niedrigzinspolitik den Spareinlagen der Verbraucher. Angesichts der niedrigen Zinsen machen Anleger mit den klassischen Einlagen wie dem Sparbuch oder dem Tagesgeld mit Zinsen unterhalb der Inflationsrate ein Verlustgeschäft. Zwar bieten einige Banken im Ausland attraktivere Konditionen an, hier sollten Sie aber unbedingt auf das Kleingedruckte und die Höhe der Einlagensicherung achten.

Aktien von großen, bekannten Unternehmen oder breit gestreute ETFs sind eine Möglichkeiten der Inflation ein Schnippchen zu schlagen. Wenn Sie sich mit Aktien oder Fonds nicht auskennen, suchen Sie Rat bei einem Anlageberater, der nicht auf Provisionsbasis arbeitet, sondern ein Honrorar für seine Dienste verlangt. So können Sie sicherer sein, dass er Ihnen auch wirklich alle Möglichkeiten vorstellt und nicht ausschließlich Produkte verkauft, an denen er Geld verdient.

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