Sparen: Welche Möglichkeiten gibt es?

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Sparen ist in, Verschwendung ist out. Deutlich wird dies zum Beispiel an Lebenskonzepten wie dem Minimalismus und dem wachsenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Jeder ist sich irgendwo klar darüber, dass Sparen eine gute Sache ist. Wie jedoch richtig gespart wird - für das Alter, für eine eventuelle Arbeitslosigkeit oder einfach nur für einen Urlaub - ist kaum bekannt. Clever zu sparen erfordert ein wenig Wissen über die Möglichkeiten, ist aber auch keine Raketenwissenschaft. Im Folgenden geben wir daher einen kurzen Überblick über die gängigsten Sparmodelle und ihre Chancen bzw. Nachteile.

Sparbuch Bargeld zu Hause Tagesgeld Festgeld Bausparvertrag Lebensversicherungen Aktien Anleihen Fonds und ETFs Immobilien Fazit

Die Möglichkeiten des Sparens

Sparbuch

Viele setzen nach wie vor auf den Klassiker. Mama und Papa haben auf das Sparbuch geschworen und es wie ihren Augapfel gehütet. Klar, dass man diese ehrenvolle Tradition fortführt. Das mag zwar ehrbar sein, wirtschaftlich jedoch ist das Sparbuch überhaupt nicht, im Gegenteil. Die Verzinsung ist heutzutage derart niedrig, dass Sie durch die Inflationsrate auf lange Sicht sogar Geld verlieren. Das Sparbuch ist also nicht mehr als ein Abstellgleis für ihr Vermögen. Da können Sie genauso gut einem Schneemann beim Schmelzen zusehen. Immerhin: Geld auf dem Sparbuch schmilzt etwas langsamer als auf dem 0 % - Girokonto.

Bargeld zu Hause

Nur Bares ist Wahres“ – an diesem Spruch will inzwischen sogar die Politik rütteln. Man kann davon halten, was man will, Fakt ist: Bargeld an sich zu sparen ist eine sinnlose Angelegenheit, da es keinen Wert hat. Es sind lediglich bedruckte Scheine, denen in der Wirtschaft ein Wert beigemessen wird. Und dieser Wert kann sich schnell ändern. Ohne Horrorszenarien heraufzubeschwören: Bricht das Finanzsystem zusammen, wird Bargeld auf einen Schlag wertlos. Auch das Risiko eines Diebstahls durch einen Einbruch muss jemand, der viel Bargeld bei sich hortet, stets vor Augen haben. Und selbst wenn es sich noch nach Zukunftsmusik anhört, könnte das Bargeld eines Tages komplett verschwinden. Was machen Sie dann mit all dem unnützen Papier?

Tagesgeld

Tagesgeld ermöglicht es Ihnen, Geld auf einem separaten Konto zu lagern. Auf diese Anlage erhalten Sie Zinsen, die – so ehrlich müssen wir sein – momentan mau sind. Die vergleichsweise noch lohnenswerten Angebote können Sie übrigens mit unserem Tagesgeld-Vergleich aufspüren. Lassen Sie sich jedoch nicht vom Zinssatz allein locken. Überlegen Sie stattdessen lieber im Vorhinein, ob Sie z. B. ein Tagesgeldkonto im Ausland eröffnen wollen. Der Vorteil: Sie können jederzeit auf das Geld auf einem Tagesgeld-Konto zugreifen. Nachteil: Die Zinsen sind derzeit in der Talsohle. Ein Tagesgeld-Konto eignet sich demzufolge höchstens dafür, Geld mit geringen Verlusten zu „parken“. Anders als beim Sparbuch kommen Sie schnell heran und verlieren nicht im gleichen Verhältnis.

Festgeld

Eine langfristige Möglichkeit des Sparens bietet das Festgeld. Hier legen Sie Geld für einen Zeitraum von mehreren Jahren an, üblicherweise für 5 Jahre oder länger. Charakteristisch für Festgeld sind zwei Eigenschaften: Eine feste Laufzeit und hohe Zinsen. ‚Hoch‘ sollte immer im Vergleich zu anderen Anlagemodellen wie dem Sparbuch oder dem Tagesgeld gesehen werden. Also nicht ganz so unsäglich niedrig. Denn faktisch sind auch hier die Zinsen mager dafür, dass Sie tausende Euro über mehrere Jahre bei einer Bank anlegen. Fassen wir zusammen: Auch beim Festgeld sieht es nicht rosig aus. Sie sollten daher Laufzeiten über drei Jahre meiden, da die Zinsen eventuell wieder steigen könnten und sie andernfalls nicht an ihr Geld herankommen.

Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist für viele nach wie vor der Königsweg zum eigenen Haus. Für Verbraucherschützer hingegen stellt er meist eine Kostenfalle dar. Gedacht als Bauspardarlehen für die Immobilienfinanzierung kann der Bausparvertrag mit Arbeitnehmerzulage allerdings lohnenswert sein. Kritiker sehen jedoch Probleme im Zeitpunkt der Zuteilung, der sich nach der Entwicklung der Bausparsumme richtet und damit nicht garantiert ist. Auch erfolgten in der Vergangenheit regelrechte Kündigungswellen seitens der Bausparkassen, was dem Bausparvertrag einen unsicheren Ruf einbrachte. Dass dieser nicht gerechtfertigt ist, zeigt das attraktive Bausparen für Modernisierung.

Lebensversicherungen

Finanzexperte Dirk Müller warnt hier vor schwarzen Schafen und falschen Versprechungen. So unterscheidet er zwischen einer Kapitallebensversicherung und der seiner Ansicht nach sinnvolleren Risikolebensversicherung. Generell sollten Lebensversicherungen nicht als Sparpläne, sondern als Absicherung für die eigene Familie verstanden werden. Von einer Anlage im Sinne des Sparens kann hier also nicht die Rede sein.

Aktien

Aktien sind einer der lukrativsten und interessantesten Wege, Ihr Vermögen zu vermehren. Hohe Renditen sind hier durchaus möglich. Aber: Für den Kauf von Aktien müssen Sie sich gut auskennen. Sie brauchen ein grundlegendes Verständnis der Börse und den dort vorherrschenden Mechanismen. Das allein reicht noch nicht: Um an die wirklich attraktiven Aktien zu kommen, müssen Sie ein Gespür entwickeln, das sich nur mit besagtem Wissen und Erfahrung entwickeln lässt. Und natürlich müssen Sie viel über das Unternehmen wissen, von dem Sie die Aktien erwerben.

Anleihen

Anleihen haben sich in den vergangenen Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viele Experten rieten und raten heute noch: Finger weg! Immer wieder geraten Staatsanleihen in die Schlagzeilen. Für Sparer sind Bundesschatzbriefe und ähnliche Wertpapiere alles andere als lukrativ. Die Währung von Anleihen ist zwar Sicherheit, da sie geringeren Schwankungen unterworfen sind als Aktien. Die Renditen fallen allerdings verschwindend gering aus, Risikoanleihen einmal ausgenommen. Wer mit dem Gedanken spielt, Unternehmensanleihen zu kaufen, sollte sich auch hier der Gefahren bewusst sein. Denn Unternehmen verfügen nicht über dieselbe Kreditwürdigkeit wie Staaten. Und das bei sehr niedriger Verzinsung. So raten auch Magazine und Finanzzeitschriften vom Kauf von Unternehmensanleihen ab.

Fonds und ETFs

ETF steht für Exchange Trade Funds und bezeichnet Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden. Einfach gesagt: Indexfonds bilden einen Index wie den allseits bekannten DAX so genau wie möglich ab. Dabei werden die Investments je nach Gewichtung und Titel vom Index vorgegeben. Bei ETFs handelt es sich darüber hinaus um passive Investmentfonds, was sich durch die Orientierung bzw. Nachbildung des Index‘ erklärt. Bei einem aktiven Investmentfonds sind nämlich aufwendige Analysen der einzelnen, darin enthaltenen Anlagen erforderlich. Noch einfacher gesagt: Steigt der DAX, steigt auch Ihr Fonds. Neben den ETFs gibt es noch eine Vielzahl weiter Fonds, zum Beispiel: Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds, Geldmarktfonds etc. Diesem Thema werden wir uns ausführlicher in einem späteren Artikel widmen.

Immobilien

Immobilien erfreuen sich bei Sparern und Anlegern einer konstanten Beliebtheit. Auch hierbei ist die Perspektive entscheidend. Als Privatperson kann der Erwerb einer Immobilie sich bereits im Rahmen der Selbstnutzung auszahlen. Darüber hinaus kann eine Wohnung bzw. ein Haus vermietet werden und so zusätzliche Einnahmen in die Haushaltskasse spülen. Vergessen werden sollten hierbei jedoch nicht die Instandhaltungs- und Reparaturkosten, die anfallen.

Fazit

Dieser kleine Überblick sollte Ihnen einen Eindruck von den gängigsten Anlagemöglichkeiten vermitteln. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Finanzprodukte, doch wir wollten uns hierbei auf bekannte und leicht zugängliche Strategien konzentrieren. Es kann sich darüber hinaus lohnen, aufstrebende FinTechs auf dem Schirm zu haben. Für weitere Anlagetipps folgen Sie einfach weiterhin unserer Themenreihe Vermögensbildung.

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