Alles auf Risiko - wie Sie richtig Geld verdienen und verlieren

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Sie sind ein Zocker? Wenn Sie Roulette und das Risiko mögen, können Sie mit Ihrem Geld viel anstellen – oder dabei alles verlieren. Wir zeigen Ihnen riskante Anlagemöglichkeiten, die erst einmal gut klingen, doch bei genauerem Hinsehen eine Milchmädchenrechnung liefern.

Geschlossene Immobilienfonds Optionsscheine Beteiligungsdarlehen Umwelt-Investments Aktien aus E-Mail Tipps Wetten Fazit

Geschlossene Immobilienfonds

Ein Haus gilt vielen Menschen als eine sichere und solide Investition. Doch nur weil Häuser aus massivem Stein gebaut werden (selbst das ist für den US-amerikanischen Mittelstand alles andere als selbstverständlich), spricht das noch lange nicht für die Stabilität entsprechender Fonds.

Ganz besonders Kleinanlegern wird von sogenannten geschlossenen Immobilienfonds abgeraten. Dabei sammeln die Fondinhaber hohe Summen einzelner Anleger, um spezielle Projekte wie Seniorenresidenzen oder Hotelkomplexe zu kaufen. Ab einer bestimmten Summe wird der Fonds geschlossen und für keine weiteren Anleger mehr zugelassen.

Vorteil: Nur eine exklusive Gruppe von Investoren bekommt die Mieteinnahmen der Gebäude bzw. den Verkaufserlös selbiger.

Nachteil: Die einzelnen Fond-Anleger tragen das volle unternehmerische Risiko, denn im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds werden bei deren geschlossenen Geschwistern keine weiteren Anleger mehr gesucht. Darüber hinaus kann auch die Fondsgesellschaft in die Insolvenz geraten – mit den entsprechenden Folgen für den Anleger wie Totalverlust.

Optionsscheine

Sie haben keine Ahnung, was das ist? So wie ihnen geht es vielen anderen auch – und trotzdem investieren Leute in Optionsscheine. Wagen wir uns mal an eine Definition heran. Das Börsenlexikon der FAZ schreibt hierzu:

„Optionsscheine werden ursprünglich zusammen mit einer entsprechenden Anleihe, der Optionsanleihe (Anleihe cum) herausgegeben, wobei die Anleihe aber auch ohne Optionsscheine (Anleihe ex) sowie die Optionsscheine für sich genommen an der Börse gehandelt werden können.“

Wenn Sie nur Bahnhof verstehen, dann lassen Sie lieber die Finger von Optionsscheinen. Denn auch unter Anlage-Profis gilt diese Form der Investition als sehr riskant. Nicht umsonst haben die Banken hierfür eine besondere Informationspflicht: Die Kreditinstitute müssen ihren Kunden unmissverständlich mitteilen, dass das Optionsrecht mit Ablauf der hierfür vorgesehenen Frist möglicherweise ersatzlos erlischt.

Optionsscheine sind also Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden. Mit dem Kauf von Optionsscheinen erhalten Sie ein verbrieftes Recht darauf, eine Option zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verüben: Etwa den Kauf einer Aktie. Dies kann den Vorteil haben, dass der Basiswert der Aktie zum passenden Zeitpunkt höher ist als zuvor. Dann machen Sie Gewinn. Umgekehrt haben Sie Verluste, wenn der Basiswert niedriger ist.

Beteiligungsdarlehen

Ein Beteiligungsdarlehen, oder auch partialisches Darlehen genannt, ist eine langfristige Investition in Unternehmen – klingt erstmal nicht schlecht, oder? Allerdings hat die Sache einen Haken: Beteiligungsdarlehen sind nur schwer regulierbare Produkte. Mit anderen Worten: In einem Vertrag zu einem Beteiligungsdarlehen kann alles Mögliche drinstehen.

So müssen Unternehmen anders als bei börsennotierten Aktien keinen Informationspflichten hinsichtlich der Entwicklung ihrer Geschäfte nachkommen. Der Gläubiger hat weder Einfluss, noch Einblick in das Unternehmen und investiert somit ins Blaue hinein. Hinzu kommt, dass Beteiligungsdarlehen ohne förmliche Verkaufsprospekte vertrieben werden dürfen – und somit nicht einmal der formellen Überprüfung durch die Bundesaufsicht für Finanzen (BaFin) unterliegen.

Umwelt-Investments

Wer würde nicht gern etwas Gutes für die Umwelt tun und dabei auch noch Geld verdienen? Und stehen nicht sowieso immer mehr Windräder auf den Feldern? Auch wenn Deutschland vermehrt auf erneuerbare Energien setzt, sind Anlagen in diesem Sektor keineswegs Selbstläufer. Auch hier gilt wieder: Finger weg von geschlossenen Fonds, sogenannten Genussrechten, partialischen Darlehen oder stillen Investments. Bei all diesen Anlagestrategien haben Sie keinen tiefgehenden Einblick in die Struktur des jeweiligen Projekts. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen warnt in diesem Zusammenhang von täuschend sicher klingenden Werbebotschaften, wie zum Beispiel:

„Hohe Sicherheit“, „sicher investieren“. Die Wahrheit aus Sicht der Verbraucherzentrale: „Die möglichen Risiken werden in den Werbebroschüren häufig nicht erwähnt. In den Verkaufsprospekten müssen sie jedoch beschrieben sein. Lesen Sie die Risikohinweise dort unbedingt!“

Selbst eine Prüfung durch die BaFin ist kein Garant für die Vertrauenswürdigkeit eines Investments, da diese die Verkaufsprospekte nur auf Vollständigkeit und Verständlichkeit hin überprüft – eine inhaltliche Überprüfung findet jedoch nicht zwingend statt!

Aktien aus E-Mail Tipps

Aktien können eine lukrative Anlageform sein. Die Betonung liegt allerdings auf „können“. Denn um den Wert einer Aktie richtig einzuschätzen, sind Grundkenntnisse der Börse sowie des Unternehmens unabdingbar. Selbst dann besteht das Risiko, dass z.B. der Börsengang einer Firma nicht den erwarteten Erfolg verspricht. Besonders Tipps aus Börsenbriefen oder E-Mails sollten SIe skeptisch gegenüber sein.

Als Aktionär werden sie zum Kapitalgeber für Unternehmen – mit allen damit verbundenen Chancen und Risiken. Natürlich können die Umsätze gut laufen, doch die Finanzwelt ist hochkomplex und in ständigem Wandel und auch scheinbar solide wirkende Firmen können unter ungünstigen Umständen in die Insolvenz geraten.

Dennoch gelten Aktien, börsennotiert und von großen, seriösen Unternehmen versteht sich, als vergleichsweise sichere, langfristige Geldanlage, sofern Anleger wissen, was sie tun. Das heißt gezielt in einzelne Aktien oder stabile Indexfonds investieren und viel Zeit mitbringen.

Wenn Sie sich darüber hinaus regelmäßig über die Unternehmen informieren, bei denen Sie die Aktien halten, können Sie zum Beispiel bei einem Kursverfall schnell reagieren und senken so zumindest das Risiko von massivem (meist kurzfristigem!) Geldverlust. Wer jedoch Schwankungen von bis zu 50 % nicht aushalten kann, sollte besser keine AKtioen kaufen.

Wetten

Zum Schluss bleibt noch eine todsichere Methode, mit der Sie wenn schon nicht ihr Vermögen, dann doch Ihren Puls in die Höhe treiben: Besuchen Sie die nächste Rennbahn oder ein Wettbüro und setzen sie alles auf ein Pferd bzw. eine Karte. Auch wenn Sie dabei haushoch verlieren sollten – den Nervenkitzel war es wert, oder?

Fazit

Seriöse Finanzberater predigen eine Faustregel immer wieder: Je höher die Rendite, desto höher das Risiko. Lassen Sie sich nicht weismachen, dass es Anlagen mit hohen Zinsen, aber geringen Risiken gibt – denn wenn es die gäbe, würde jeder darin investieren.

Auch vor „Geheimtipps“, „traumhaften Renditen“ oder Ähnlichem sollten Sie sich hüten. Oft stecken dahinter hochriskante Spekulationspapiere oder undurchsichtige Geschäftsmodelle. Zwar sind die Zinsen auf Tagesgeld und Festgeld derzeit extrem niedrig, doch sollten Sie deshalb keine überstürzten und zweifelhaften Investitionen tätigen.

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