Interessante Statistiken zur Girokontonutzung der Deutschen
am 20.06.2025
Wie viele Deutsche besitzen überhaupt ein Girokonto? Ist mittlerweile die Banking-App beliebter als die Internetseite? Wie viel Geld hat jeder Deutsche durchschnittlich im Portemonnaie? Nutzen mehr Leute Apple Pay oder Google Pay? Die Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen erfahren Sie hier.
Girokonto Online-Banking Karten Bargeld
Hier sind die interessantesten Statistiken aus dem Bericht der Deutschen Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland 2023 mit Stand Dezember 2024.
Seit 2008 veröffentlicht die Deutsche Bundesbank alle zwei bis drei Jahre Studien zum Zahlungsverhalten der Deutschen. Grundlage sind hierbei Telefoninterviews. 2023 wurden insgesamt 5.698 Personen befragt, so dass die Ergebnisse repräsentativ für die deutschsprachige und volljährige Bevölkerung in Deutschland sind.
1. Girokonto
Fast jeder Deutsche ab 18 Jahren verfügt über ein Girokonto. 97 % der Befragten gaben an, selbst mindestens ein Konto zu besitzen und weitere 2 % können auf das Konto des Partners zugreifen. Zum Vergleich hatten 2011 nur 92 % ein eigenes Girokonto. 14 % besitzen sogar zwei Konten.

Die Direktbanken sind weiter auf dem Vormarsch. Im Vergleich zu 2021 erzielten sie einen Zuwachs von 4 %. Spitzenreiter bleiben aber die Sparkassen mit 44 % gefolgt von den Volks- und Raiffeisenbanken mit 27 %. Junge Erwachsene sind vor allem bei Sparkassen. Die 25- bis 34-Jährigen wechseln dann aber vermehrt zu den Onlinebanken. Während nur 10 % der Befragten mit einem Einkommen unter 2.500 € bei einer Direktbank sind, haben 28 % der Befragten mit einem Einkommen über 5.000 € im Monat ein Konto bei einer Onlinebank.
2. Online-Banking
Immer mehr Deutsche nutzen das Online-Banking. 81 % aller Internetnutzer wickeln ihre Bankgeschäfte über das Online-Banking ab. 2017 waren es nur 58 %. Während der Pandemie stieg der Wert dann schon auf 79 %. Vor allem Jüngere, Wohlhabende und Bargeldlos-Zahlende nutzen vermehrt das Online-Banking.

Der Trend geht weiter zur Banking-App, weg von der Internetseite. Während 2017 nur 12 % die App nutzten, sind es 2023 schon 57 %. Die Webseite wird trotzdem noch am meisten benutzt (68 %). Nicht überraschend nutzen die Jüngeren eher die App und die Älteren eher die Internetseite.
Für Zahlungen im privaten Bereich ist die klassische Überweisung immer noch sehr beliebt und wird von 28 % der Befragten genutzt. Zum Vergleich liegt PayPal bei 12 %.
3. Karten
44 % der Befragten bezahlen mittlerweile am liebsten bargeldlos. Der Hauptgrund ist, dass man sich keine Sorgen machen muss, ob das Bargeld reicht. Am häufigsten wird die Debitkarte eingesetzt (73 %), aber mobile Bezahlverfahren gewinnen an Bedeutung und konnten von 2021 auf 2023 ein Plus von 7 % auf 14 % verzeichnen.
Die Akzeptanz von unbaren Zahlungsmitteln in Geschäften steigt hierbei immer weiter. 2021 boten nur 61 % der Zahlungsorte bargeldlose Bezahlmöglichkeiten an. 2 Jahre später waren es schon 81 %.
Kontokarten
Die Debitkarte ist in Deutschland weiterhin deutlich marktführend. 97 % aller Befragten sind im Besitz eine Debitkarte. Davon besitzen 92 % die klassische Girocard und 21 % eine Debitkarte von Mastercard oder Visa. 35 % haben mehr als eine Debitkarte.

Die Hälfte aller Befragten hat eine Kreditkarte. Zwischen 2017 und 2020 gab es einen starken Anstieg von 36 auf 58 %. Seitdem ist die Beliebtheit der Kreditkarte aber wieder leicht rückläufig und lag 2023 bei 52 %. 8 % besitzen hierbei eine Prepaid-Kreditkarte, auf die vor der Nutzung erst Guthaben aufgeladen werden muss.
Mobile Wallets
Hier geht es um das Hinterlegen der Debit- oder Kreditkarte in der digitalen Geldbörse. 24 % der Befragten gaben an, dass sie eine Debitkarte in der Wallet hinterlegt haben. Bei den Kreditkarten sind es 33 %.
Apple Pay wird häufiger genutzt als Google Pay. Apple Pay konnte einen Zuwachs verzeichnen – bei den Kreditkarten von 13 % in 2021 auf 16 % in 2023 und bei den Debitkarten von 8 auf 11 %. Google Pay ist stabil bei 7 bzw. 5 %.
91 % der Befragten besitzen ein Smartphone – ein Anstieg von 2 % im Vergleich zu 2021. 27 % haben das Handy dabei schon für daskontaktlose Bezahlen an der Ladenkasse genutzt. Immer mehr Deutsche haben auch eine Smartwatch. Deren Verbreitung stieg von 2021 zu 2023 von 7 auf 12 %. Von diesen Befragten haben bereits 39 % die Uhr für das Mobile Payment genutzt.
Bezahlverfahren
Bei den Online-Bezahlverfahren ist PayPal am bekanntesten. 88 % haben schon mal davon gehört. Auf Platz zwei folgt Klarna mit 74 %. Google Pay und Apple Pay liegen beide bei 55 %. Von giropay haben nur 44 % gehört.

Bei den mobilen Bezahlverfahren ist Apple Pay dominant. 40 % der Befragten, die schon mal mobil bezahlt haben, nutzen normalerweise Apple Pay. Im Vergleich zu 2021 ist dies ein leichter Anstieg von 2 %. Google Pay wird hingegen weniger genutzt und ging von 18 auf 14 % zurück. Die Bezahl-App der eigenen Bank liegt bei 24 %.
4. Bargeld
Die Deutschen lieben nach wie vor ihr Bargeld. Sie schätzen vor allem die Anonymität, die hohe Akzeptanz und die schnelle Erledigung der Zahlung. So ist es für 28 % der Befragten immer noch das bevorzugte Zahlungsmittel. Im privaten Bereich sind es sogar 41 %.
Die Akzeptanz von Bargeld ist in Deutschland sehr hoch, die Tendenz aber fallend. 98 % des Einzelhandels akzeptiert Bargeld. Schlechter wird es hingegen bei größeren Anschaffungen, in der Gastronomie, an Tankstellen, im Dienstleistungssektor sowie bei Behörden.
Bargeldreserve
Durchschnittlich hat jeder Deutsche 103 Euro (5 € davon in Münzen) im Portemonnaie. Dieser Betrag hat sich zwischen 2014 und 2023 nicht verändert. 37 % haben dabei unter 50 € in der Geldbörse, 40 % haben zwischen 50 und 150 € und 23 % führen über 150 € mit sich. Nur 4 % haben überhaupt kein Bargeld bei sich.
40 % gaben an, außerhalb vom Portemonnaie zusätzliche Bargeldreserven zu haben. Diese lagen im Durchschnitt bei 573 €, eine Steigerung von ca. 100 € im Vergleich zu 2021. Trotz steigender Zinsen haben viele Deutsche den Bargeldbestand erhöht, anstatt das Geld in gut verzinste Geldanlagen zu investieren.
Bargeldversorgung
96 % aller Deutschen nutzen den Geldautomaten. Im Schnitt gibt es 27 Abhebungen im Jahr, wobei durchschnittlich 253 € abgehoben werden. Insgesamt wird etwas weniger oft, dafür aber ein bisschen mehr Geld abgehoben. 62 % gaben an, dass sie hierbei nie Gebühren bezahlen. Nur 7 % zahlen immer oder meistens eine Abhebegebühr.
29 % beziehen Bargeld am Bankschalter in der Filiale und holen sich im Durchschnitt 451 € je Auszahlung. Während der Pandemie hatten nur noch 20 % den Bankschalter genutzt. Zum Vergleich: 2014 waren es noch 39 %. Das Abheben an Ladenkassen wird von immer mehr Deutschen genutzt und stieg von 34 % in 2021 auf 41 % in 2023. 102 € werden im Schnitt geholt.
| 2023 | Geldautomat | Bankschalter | Ladenkasse |
|---|---|---|---|
| Anteil Nutzende |
96 % | 29 % | 41 % |
| Abhebungen pro Jahr |
27 | 15 | 14 |
| Abhebebetrag Durchschnitt |
253 € | 451 € | 102 € |
Auf die Gesamtabhebungen bezogen hat das Geldabheben am Automaten mit 78 % den größten Anteil, gefolgt vom Bankschalter mit 13 % und der Ladenkasse mit 9 %.
15 % der Befragten gaben an, dass es schwierig ist, zu einem Automaten oder Bankschalter zu gehen. 2021 lag dieser Wert nur bei 6 %. Generell hat sich der Zugang zu Bargeld verschlechtert, hauptsächlich durch den Abbau von Bankfilialen und weniger Geldautomaten.