Was bedeutet "reich sein"?

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In einem früheren Beitrag haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie sich plötzlicher Reichtum auf den Menschen auswirkt. Jetzt wollen wir herausfinden: Was bedeutet es eigentlich, reich zu sein? Und hat das wirklich immer etwas mit Geld zu tun?

Reichtum ist Ansichtssache Wann fühlen Sie sich reich? Immaterieller Reichtum Butter bei die Fische Schaffe, spare, Häusle baue Reichtum vs. Wohlstand Fazit

Reichtum ist Ansichtssache

Was bedeutet „reich sein“ für Sie? 10.000 Euro auf dem Konto haben? Sind Sie dann vermögend oder reich? Oder wird Reichtum für Sie erst ab einer Summe von 100.000 Euro aufwärts seinem Begriff gerecht?

Sie sehen schon: Die Frage, was Reichtum ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ihre Einstellung bestimmt, wann Sie sich reich fühlen. Und über Jahrtausende haben die Menschen höchst unterschiedliche Einstellungen zum Reichtum entwickelt.

Vorherrschend in unserer Welt ist jedoch die enge Verbindung zu Finanzen. Reich ist, wer Geld hat. Oft werden mit dem Reichtum weitere Eigenschaften assoziiert, etwa Macht oder Status. Während in einigen Ländern ganz offen, beinahe schon protzig mit Reichtum umgegangen wird, sind die Deutschen tendenziell zurückhaltender. Hierzulande wird wenig bis gar nicht über die Höhe des eigenen Verdienstes gesprochen.

Wann fühlen Sie sich reich?

Im Folgenden möchten wir Sätze bedeutender Denker zum Thema Reichtum in den Raum werfen.

Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft. – Jean-Jacques Rousseau

Das Geld hat noch keinen reich gemacht. –Seneca

Der sicherste Reichtum< ist die Armut an Bedürfnissen. – Franz Werfel

Wie Sie sehen, stehen diese Haltungen dem finanziellen Reichtum kritisch gegenüber. Es gibt allerdings auch in gewisser Weise Befürworter:

Es stimmt, dass Geld nicht glücklich macht. Allerdings meint man damit das Geld der anderen. – George Bernard Shaw

Und:

Die Philosophen verdammen den Reichtum nur, weil wir ihn schlecht gebrauchen. – François de La Rochefoucauld

Wenn man genug Geld hat, stellt sich der gute Ruf ganz von selbst ein. – Erich Kästner

Reichtum kann also Segen sein, wohingegen andere Menschen ihn als Last oder sogar Bürde empfinden, was die Denker mit viel Ironie zum Ausdruck bringen. Über eine Form des Reichtums haben wir allerdings noch gar nicht gesprochen.

Immaterieller Reichtum

Es ist kein Naturgesetz, dass Reichtum automatisch mit Geld in Verbindung gebracht wird. Für zahlreiche Menschen sind andere Dinge entscheidend, um sich reich zu fühlen: Die empfundene Nähe zu Gott durch Religion, einen guten Draht zur Familie, aufrichtige Freunde oder künstlerische Aktivitäten.

Und wenn Sie einen digitalen Nomaden fragen, was für ihn Reichtum bedeutet, wird er Ihnen wahrscheinlich mit „Reisefreiheit“ antworten. Und ein Sinnsuchender findet seinen ganz persönlichen Reichtum vielleicht in der Askese. Aber so wichtig der unsichtbare Reichtum auch ist – ein bisschen Geld zu haben, kann nicht schaden, oder?

Butter bei die Fische

Auch wenn der materielle Reichtum viel Kritik erfährt: Eine stabile finanzielle Lage hat unbestreitbare Vorteile gegenüber der Armut. Wer kein Geld hat, der kommt in unserer Gesellschaft weder zu einer Wohnung, noch zu Nahrung oder Kleidung. Außerdem müssen die Bürger selbst für ihr Alter vorsorgen, denn die staatliche Rente wird auf absehbare Zeit äußerst knapp werden.

Es ist also vernünftig, Geld auf dem Konto zu haben. Und noch vernünftiger ist es, ein bisschen Geld zu sparen. Zwar fallen die Angebote auf Tages- und Festgeld momentan eher mickrig aus, allerdings gibt es inzwischen eine Vielzahl anderer Investments, die sich lohnen.

Schaffe, spare, Häusle baue

Sicherheit ist den Deutschen wichtig. Umso weniger überrascht es, dass es auch beim Geld heißt: Halte alles zusammen, du könntest es verlieren. Entsprechende Beruhigung soll die Einlagensicherung garantieren: Bis zu 100.000 Euro ist der „Reichtum“ jedes Kontoinhabers in Deutschland gesetzlich geschützt.

Demgegenüber stehen häufig geringe Löhne und das Sparen „auf Kante“. Ohnehin haben die Bundesbürger wenig bis gar keine Ahnung von Finanzen, Investitionen und Konten. Das rächt sich, wie Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Demnach geben die Deutschen heutzutage wesentlich mehr Geld für Hotels und Restaurantbesuche aus als noch vor 15 Jahren. Was sie also nicht im Sparstrumpf haben, das haben sie auf den Rippen.

Trotzdem bekommen viele Menschen den Eindruck, dass es hinten und vorne nicht reicht. Für sie ist Reichtum so weit entfernt wie der Mars, aber selbst der lässt sich ja bald bereisen. Also besteht auch noch Hoffnung für das Sparverhalten der Deutschen, um vielleicht ein Stück vom Reichtums-Kuchen abzukriegen.

Reichtum vs. Wohlstand

Es muss nicht immer gleich der ganz große Lotto-Gewinn sein. Der Begriff "Reichtum" mag einen negativen Beigeschmack haben, bei "Wohlstand" sieht es aber schon anders aus. Da geht es um unser Wohl(-ergehen) und das ist erstrebenswert. Nicht umsonst sind eine gerechte Einkommensverteilung und steigende Reallöhne wichtige Grundlagen für die Zufriedenheit einer Gesellschaft. Vielleicht sollten wir es wie das kleine Königreich Bhutan machen und eine Staatskommission gründen, die das "Bruttonationalglück" ermittelt. Lieber doch nicht?

Fazit

Geld allein macht nicht glücklich, das stimmt. Gesundheit, ein soziales Netz, erfüllende Tätigkeiten und viele weitere immaterielle Dinge sind genauso wichtig für die Zufriedenheit. Doch so ganz ohne Geld geht es eben auch nicht. Und mal ehrlich: Reichtum kann auch sehr befreiend wirken, wenn es sich dabei um einen angenehmen Wohlstand handelt.

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