Jedermann-Konto - bloß nicht abwimmeln lassen

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Girokonto

In Deutschland müssen rund 700.000 Personen über 15 Jahren auf ein Girokonto verzichten. Vor allem sozial Schwachen wird die Einrichtung eines Konto für Jedermann seitens der Banken häufig verwehrt. Die Gründe: keine oder geringe Einnahmen, der Bezug von Sozialleistungen wie Hartz IV, Schufa-Einträge, Verschuldung usw.. Doch damit ist seit 19. Juni 2016 Schluss.

Infos zum Basiskonto Konto eröffnen Was tun bei Ablehnung?

Das neue Basiskonto für Jedermann

Um eine gesetzliche Regelung abzuwenden, beschloss der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) im Jahre 1995, dass Banken für „jedermann“ ein Girokonto einrichten werden. Dieses „Jedermann-Konto“, auch „Bürgerkonto“ oder „Basiskonto“ genannt, wird ausschließlich auf Guthabenbasis geführt (Guthabenkonto), bietet aber ansonsten alle Möglichkeiten eines herkömmlichen Girokontos.

Trotzdem haben Banken über die Jahre immer wieder sozial schwächer gestellte Kunden abgelehnt. Nur bei den Sparkassen und teilweise auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken war es wirklich für Jedermann möglich, ein Girokonto zu eröffnen. Das ist jetzt vorbei. Am Sonntag, den 19. Juni 2016 ist das Zahlungskontengesetz (ZKG) in Kraft getreten, welches der EU-Richtlinie aus 2015 folgt.

Basiskonto - Das neue Girokonto für Jedermann

Ab sofort ist jede Bank in Deutschland gesetzlich verpflichtet, jedem Verbraucher, unabhängig seiner sozialen Stellung, ein Girokonto auf Guthabenbasis zu eröffnen.

Wer kann ein Basiskonto eröffnen?

  • Hartz-IV-Empfänger
  • Asylbewerber und Obdachlose
  • Flüchtlinge
  • Austauschstudenten und Saisonarbeiter
  • Personen, deren Girokonto aufgrund einer Pfändung gekündigt wurde
  • Personen mit Schufa-Einträgen oder geringer Bonität

Darf die Bank auch Kunden ablehnen?

Ja, aus einem der folgenden Gründe darf die Bank Kunden ablehnen:

  • Sie besitzen bereits bei einem anderen Kreditinstitut ein Konto.
  • Sie haben sich gegenüber der Bank strafbar gemacht.
  • Es besteht noch ein Zahlungsverzug aus einem früheren Vertrag.

Welche Leistungen sind inklusive?

  • Empfang von Zahlungen
  • Tätigen von Überweisungen
  • Geld abheben mit der Bankkarte
  • Einzahlen von Bargeld in Filialen
  • Einstellen von Daueraufträgen

Da es sich um ein Konto auf Guthabenbasis handelt, welches nicht überzogen werden kann, wird kein Dispokredit eingeräumt.

Wie viel kostet das Basiskonto?

Das Gesetz schreibt vor, dass die Gebühren angemessen und marktüblich sind. Die Preise schwanken von Bank zu Bank erheblich und liegen zwischen 0 und 10 Euro pro Monat. Weiter unten haben wir für Sie einige Basiskonten mit ihren Gebühren aufgelistet.

Wann darf die Bank ein Basiskonto kündigen?

Die Bank darf Ihr Girokonto auf Guthabenbasis kündigen, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Sie haben eine Straftat begangen, die auch auf die Bank negative Auswirkungen hat.
  • Sie nutzen das Girokonto für illegale Zwecke.
  • Sie haben vorsätzlich bei der Kontoeröffnung falsche Angaben gemacht.
  • Sie haben Ihre Gebühren für einen längeren Zeitraum nicht gezahlt.

Keine Einnahmen, finanzielle Schwierigkeiten und negative Schufa-Einträge sind also prinzipiell ausgenommen. Ebenso darf die Bank Ihnen die Einrichtung nicht ablehnen, weil ihr Ihre politische, kulturelle oder religiöse Einstellung missfällt. Besonders große Schwierigkeiten haben Personen, bei denen das Girokonto nicht rechtzeitig in ein P-Konto umgewandelt und deshalb gekündigt wurde.

Basis- oder Jedermann Konto eröffnen

Hier finden Sie eine Auflistung möglicher Basiskonten inklusive der monatlichen Kontoführungsgebühren. Klicken Sie für mehr Informationen auf den jeweiligen Link zum Angebot.

Direktbanken, wie z.B. die Comdirect oder ING-DiBa ohne eigenes Filialnetz bieten meist deutlich günstigere Konditionen an. Basiskonten bei Filialbanken, wie z.B. der Hypovereinbank, Commerzbank oder Deutschen Bank, liegen preislich zwischen 3 und 9 Euro pro Monat. Sparkassen verlangen bis zu 10 € für die monatliche Grundgebühr.

Bank Konto­gebühr Aktion
Norisbank ab 0,00 € zum Angebot
Comdirect 0,00 € zum Angebot
Commerzbank 6,90 € zum Angebot
Consorsbank 0,00 € zum Angebot
Deutsche Bank 8,99 € zum Angebot
ING-DiBa 0,00 € zum Angebot
Postbank 5,90 € zum Angebot
Wüstenrot Bank 0,00 € zum Angebot

Kontoeröffnung abgelehnt - was nun?

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Kontoeröffnungsantrag zu Unrecht abgelehnt wurde oder Sie nach 10 Geschäftstagen noch keine Rückmeldung über Ihren Eröffnungsantrag erhalten haben, dann fordern Sie bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Verwaltungsverfahren an.

Die BaFin hat dann 1 Monat Zeit, Ihren Antrag zu prüfen. Sollte sich herausstellen, dass Ihnen die Kontoeröffnung zu Unrecht verwehrt wurde, ordnet die Bafin gegenüber der jeweiligen Bank die Eröffnung des Basiskontos an.

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