Die Einlagensicherung der Banken - ein Überblick

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Tagesgeldkonto

Immer wieder stehen Anleger vor der Frage: Wie investiere ich mein Geld richtig? Viele Sparer entscheiden sich dann gern für ein Tagesgeldkonto, um zu jeder Zeit auf das Geld zugreifen zu können; oder auch für ein Festgeldkonto, um einen garantierten Zinssatz zu erhalten. Bei beiden Anlageformen bleibt die Sorge, inwieweit das Geld im Falle einer Bankenkrise oder -insolvenz durch eine Einlagensicherung geschützt ist. Lesen Sie in diesem Beitrag die wichtigsten Fakten zur Sicherung der Einlagen.

Sicherungssysteme gesetzliche Einlagensicherung freiwillige Einlagensicherung Beispielrechnung Banken im Vergleich Einlagensicherung in Europa Fazit

Einlagensicherung
Infos zur Einlagensicherung bei deutschen und europäischen Banken

Was bedeutet Einlagensicherung und wozu dient sie?

Eine „Einlagensicherung“ bezweckt den Schutz von Bankguthaben für den Fall, dass ein Kreditinstitut seinen Kunden die Einlagen nicht zurückzahlen kann. Inhaber von Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten sowie von Namenssparbriefen werden bis zu einem bestimmten Höchstbetrag („Sicherungsgrenze“) entschädigt.

sicherungssystemeWelche Systeme existieren in Deutschland?

1. „Garantie“ der Bundesregierung

Die „Garantie“-Erklärung der Bundesregierung vom Oktober 2008, die besagt, dass „Einlagen sicher“ seien, stellt lediglich eine rechtlich unverbindliche Absichtserklärung dar. So lehnte das Bundesfinanzministerium nach Insolvenzen kleinerer Bankinstitute Entschädigungsansprüche, die auf die „Garantie“ gestützt wurden, wegen mangelnden Zusammenhanges mit der Finanzkrise ab.

2. Solvabilitätsverordnung

Die Solvabilitätsverordnung des Bundesfinanzministeriums vom 14. Dezember 2006 enthält Regelungen zu den Geldreserven von Kreditinstituten, die der Stabilität von Banken und damit auch dem Schutz von Kundeneinlagen dienen.

gesetzliche Einlagensicherung3. Die gesetzliche Einlagensicherung

Für den Fall der Zahlungsunfähigkeit eines Kreditinstitutes tritt zunächst eine gesetzliche Einlagensicherung ein. Sie wird in Deutschland durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) vom 16. Juli 1998 geregelt.

Was ist gesetzlich abgesichert?

  • vollständiger Einlagenschutz bis zu 100.000 Euro je Kunde und Kreditinstitut
  • eine 90-prozentige Absicherung von Bankverbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäfte bis zu 20.000 Euro
  • die Sicherung aller vertraglich vereinbarter Zinsen im Rahmen der Sicherungsgrenze von 100.000 Euro
  • bei Gemeinschaftskonten von Eheleuten verdoppelt sich die Entschädigungssumme auf 200.000 Euro

Was ist nicht gesetzlich geschützt?

  • Inhaberschuldverschreibungen,
  • Zertifikate,
  • Einlagen in Währungen von Nicht-EU-Staaten (z. B. Schweizer Franken oder US-Dollar) und
  • Einlagen von Auslandsbanken ohne Niederlassung in Deutschland

Voraussetzungen für den gesetzlichen Schutz

Voraussetzung für ein Eintreten der gesetzlichen Einlagensicherung ist die Feststellung des Entschädigungsfalls durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die BaFin stellt den Entschädigungsfall innerhalb von fünf Arbeitstagen fest, nachdem sie Kenntnis davon erlangt hat, dass ein Kreditinstitut Einlagen nicht zurückzahlen kann.

Das Entschädigungsverfahren

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau wurden Entschädigungseinrichtungen für private Banken, öffentliche Banken und Wertpapierhandelsunternehmen eingerichtet. Die zuständige Entschädigungseinrichtung informiert alle Anleger unverzüglich über einen Entschädigungsfall. Dem Schreiben der Entschädigungseinrichtung liegt ein Formular bei, mit dem der Anleger innerhalb eines Jahres seinen Entschädigungsanspruch geltend machen muss, da der Anspruch sonst verfällt. Die Entschädigungseinrichtung prüft den Anspruch und leistet spätestens nach zwanzig Arbeitstagen (in besonderen Fällen nach dreißig Tagen) die dem Anleger zustehende Entschädigung.

freiwillige Einlagensicherung4. Die freiwillige Einlagensicherung

Viele Banken schützen die Einlagen ihrer Kunden über den gesetzlichen Rahmen hinaus mit einem Einlagensicherungsfonds, um den Anlegern eine zusätzliche Sicherheit zu bieten. Hier liegt die Sicherungsgrenze noch einmal wesentlich höher als bei der gesetzlichen Einlagensicherung. Ob ein bestimmtes Kreditinstitut eine solche Leistung bietet, kann beim Bundesverband deutscher Banken erfragt werden. Man unterscheidet hier noch einmal zwischen „institutssichernden Einrichtungen“ und „Einlagesicherungsfonds“.

Institutssichernde Einrichtungen

„Institutssichernde Einrichtungen“ verpflichten alle Mitglieder einer Bankengruppe zur Unterstützung eines ihr angehörenden, zahlungsunfähig gewordenen Mitglieds. Zu den institutssichernden Einrichtungen zählen die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Sicherung gilt für alle Währungen zu 100 Prozent und in unbegrenzter Höhe. Beide Haftungsverbünde entschädigen für:

  • Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten,
  • Namensschuldverschreibungen und
  • Inhaberschuldschuldverschreibungen

Einlagensicherungsfonds

Zu den Einlagensicherungsfonds gehören insbesondere der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken und der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands.

Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken

Abweichend von den institutssichernden Einrichtungen ersetzt der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken:

  • alle Einlagen eines Kunden bis zu dreißig Prozent des haftenden Eigenkapitals einer Bank,
  • jedoch keine Inhaberschuldschreibungen.

Geplant ist eine Absenkung der Sicherungsgrenze:

  1. ab 1.1.2015 auf 20 %,
  2. ab 1.1.2020 auf 15 % sowie
  3. ab 1.1.2025 auf 8,75 % des haftenden Eigenkapitals.
Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken

Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands sichert Einlagen in unbegrenzter Höhe ab.

Beispielrechnung5. Beispielrechnung für den Fall einer Bankinsolvenz

Angenommene Daten bei einem Gemeinschaftskonto eines Ehepaares bei einer Privatbank:

  • Gesamteinlagen: 250.000 Euro
  • vertraglich festgelegte Verzinsung: 4,00 %
  • unterstellte marktübliche Verzinsung: 2,00 %
  • Bankinsolvenz am 1. Juni

Die Entschädigung wird wie folgt vorgenommen:

  • gesetzliche Einlagensicherung: 200.000 Euro (100.000 Euro je Kontoinhaber)
  • freiwillige Einlagenversicherung: Zinsen: 2.500 Euro + Kapitalersatz: 50.000 Euro (nur 2 % marktübliche Zinsen für ein halbes Jahr bis zum Insolvenzfall)
  • Gesamtentschädigung: 252.500 Euro

Banken im Vergleich6. Einlagensicherung im Vergleich

Name der Bank gesetzlich gesichert zusätzliche Sicherung System Entschädigung durch
1822direkt 100.000 € 100 % Deutschland DSGV
Advanzia Bank 100.000 € - Luxemburg FGDL
Amsterdam Trade Bank 100.000 € - Niederlande DNB
Audi Bank 100.000 € 1,78 Mrd. € Deutschland EdB, BdB
AutoBank 100.000 € - Österreich EdBB
Bank11 Die Autobank 100.000 € 38,627 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Bank of Scotland 100.000 € - Deutschland EdB
Barclays 85.000 £ 160 Mio. € Großbritannien Deutschland FSCS, BdB
BBBank 100.000 € 100 % Deutschland BVR
BIGBANK 100.000 € - Estland Tagatisfond
BMW Bank 100.000 € 584 Mio. € Deutschland EdB, BdB
BW-Bank 100.000 € 100 % Deutschland DSGV
Comdirect 100.000 € 90,82 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Commerzbank 100.000 € 5,095 Mrd. € Deutschland EdB, BdB
Consorsbank 100.000 € 120 Mio. € Frankreich Deutschland FGDR, BdB
Crédit Agricole Bank 100.000 € - Frankreich FGDR
Credit Europe Bank 100.000 € - Niederlande DNB
CreditPlus Bank 100.000 € 47,627 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Cronbank 100.000 € 12,6 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Degussa Bank 100.000 € 48,368 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Denizbank 100.000 € - Österreich EdBB
Deutsche Bank 100.000 € 11,204 Mrd. € Deutschland EdB, BdB
DKB Bank 100.000 € 100 % Deutschland EdÖ, VÖB
EDEKA Bank 100.000 € 100 % Deutschland BVR
EthikBank 100.000 € 100 % Deutschland BVR
Fidor Bank 100.000 € - Deutschland EdB
GarantiBank 100.000 € - Niederlande DNB
GEFA Bank 100.000 € 107,833 Mio. € Deutschland EdB, BdB
GLS Bank 100.000 € 100 % Deutschland BVR
Hanseatic Bank 100.000 € 32,907 Mio. € Deutschland EdB, BdB
HypoVereinsbank 100.000 € 3,273 Mrd. € Deutschland EdB, BdB
Ikano Bank 100.000 € - Schweden Riksgälden
IKB Bank 100.000 € 369,355 Mio. € Deutschland EdB, BdB
ING 100.000 € 1,566 Mrd. € Deutschland EdB, BdB
Klarna 950.000 SEK - Schweden Riksgälden
LeasePlan Bank 100.000 € - Niederlande DNB
Mercedes-Benz Bank 100.000 € 481,915 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Merkur Bank 100.000 € 17,148 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Moneyou 100.000 € 250.000 € Niederlande Deutschland DNB, BdB
N26 100.000 € - Deutschland EdB
Netbank 100.000 € 41,844 Mio. € Deutschland EdB, BdB
NIBC Direct 100.000 € - Niederlande DNB
Norisbank 100.000 € 74,716 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Opel Bank 100.000 € - Deutschland EdB
OYAK ANKER Bank 100.000 € 19,827 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Pax-Bank 100.000 € 100 % Deutschland BVR
pbb direkt 100.000 € 617,5 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Postbank 100.000 € 1,24 Mrd. € Deutschland EdB, BdB
PrivatBank 100.000 € - Lettland FKTK
ProCredit Bank 100.000 € 15,08 Mio. € Deutschland EdB, BdB
PSA Direktbank 100.000 € - Deutschland EdB
RaboDirect 100.000 € - Niederlande DNB
Renault Bank 100.000 € - Frankreich FGDR
Santander Bank 100.000 € 572 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Sberbank Direct 100.000 € - Österreich EdBB
Skatbank 100.000 € 100 % Deutschland BVR
solarisBank 100.000 € - Deutschland EdB
Steyler Bank 100.000 € 4,081 Mio. € Deutschland EdB, BdB
SWK Bank 100.000 € - Deutschland EdB
Targobank 100.000 € 281,878 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Triodos Bank 100.000 € - Niederlande DNB
UmweltBank 100.000 € - Deutschland EdB
Varengold Bank 100.000 € - Deutschland EdB
Volkswagen Bank 100.000 € 1,78 Mrd. € Deutschland EdB, BdB
VTB Bank 100.000 € - Deutschland EdB
Wüstenrot Bank 100.000 € 19,027 Mio. € Deutschland EdB, BdB
Ziraat Bank 100.000 € 39,284 Mio. € Deutschland EdB, BdB

Die Einlagensicherungen aller Kreditinstitute gibt es auch auf den Detailseiten der Banken. Navigieren Sie hierfür zur Banken-Übersicht.

Einlagensicherung in EuropaWie wird die Einlagensicherung im übrigen Europa gehandhabt?

1. Europäische Union

Innerhalb der Europäischen Union gilt (nicht nur in den Euro-Staaten) eine Entschädigungssumme von 100.000 Euro als Mindestgröße. In Großbritannien sind 85.000 Britische Pfund (ca. 96.800 Euro, Stand 3.11.2018) geschützt.

2. Europäische Staaten außerhalb der Europäischen Union

In der Schweiz werden je Anleger und Bank 100.000 Schweizer Franken (ca. 87.600 Euro, Stand 3.11.2018) abgesichert, wobei die Gesamtentschädigungssumme auf 6 Mrd. Schweizer Franken begrenzt ist. Für die Verbindlichkeiten der meisten Kantonalbanken besteht eine unbeschränkte Kantonshaftung. In Norwegen beträgt die maximale Entschädigungssumme 2 Mio. norwegische Kronen (ca. 209.900 Euro, Stand 3.11.2018) und in Island 20.887 Euro.

FazitFazit

Die Finanzkrise hat die Wichtigkeit einer zuverlässigen Einlagensicherung für Inhaber von Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten sowie von Schuldverschreibungen verdeutlicht. Um Risiken gering zu halten und Vermögensschäden auszuschließen, sollten Bankkunden auf die Bonität ihrer Bank und die Qualität der Einlagensicherung genau achten. Es ist immer empfehlenswert, sich vorab bei einem Kreditinstitut zu informieren, ob die deutsche Einlagensicherung im Insolvenzfall greift und ob darüber hinaus eine freiwillige Einlagensicherung existiert. Detailierte Informationen welche Bank Ihre Einlagen besonders hoch absichert, finden Sie in unserem Tagesgeld-Vergleich für kurzfristige Anlagen und im Festgeld-Vergleich für Anlagen von bis zu 10 Jahren.

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