Girokonto ohne Schufa - was Sie wissen müssen

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Girokonto

Wer nicht die beste Kreditwürdigkeit besitzt, wird bei Kontoeröffnungen häufig abgelehnt. Verbrauchern blieb bisher nur die Suche nach einem Girokonto ohne Bonitätsprüfung. Ein schufafreies Konto kann aber teuer werden und die monatliche Belastung zusätzlich erhöhen. Bargeldabhebungen können pro Vorgang bis zu 5 Euro kosten. Lesen Sie hier, wie es zu einer negativen Schufa kommen kann, die Nachteile eines Girokontos ohne Schufa-Auskunft und welche Alternativen es gibt.

Schufa und Kreditwürdigkeit Schufafreies Girokonto Alternative: Guthabenkonto Bonität abfragen

schufafreies Girokonto
Ein schufafreies Konto mit Kreditkarte auf Guthabenbasis bieten nur wenige Banken.

Schufa und Kreditwürdigkeit

„Schufa“ ist die Abkürzung für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Sie ist die größte Wirtschaftsauskunft Deutschlands. Mithilfe einer Schufa-Auskunft werden Sie auf Ihre Zahlungsbereitschaft und Kreditwürdigkeit hin geprüft. Die Schufa sammelt eine Vielzahl von Verbraucherdaten, beispielsweise Ihre bestehenden Kredit- und Leasingverträge, sonstige offene Forderungen, Telekommunikationsverträge, bei welcher Bank Sie Dispokredite führen oder Kreditkartenverträge abgeschlossen haben. Den Grad der persönlichen Kreditwürdigkeit (Bonität) gibt die Schufa in Form eines sogenannten „Score“-Wertes zwischen 1 und 100 an. Je höher der Wert, desto kreditwürdiger sind Sie.

Vor einer Kontoeröffnung und besonders wenn auch eine Kontoüberziehung vereinbart oder eine Kreditkarte beantragt wird, nutzen Banken die Schufa-Auskunft, um Ihre Kreditwürdigkeit abzuschätzen. Bei schlechter Bonität lehnen sie den Antrag meist ab. Viele Verbraucher suchen dann nach einem Girokonto ohne Schufa-Prüfung oder einem Konto ohne Bonitätsprüfung und stoßen nicht selten auf unverschämt teure Angebote.

Was ist ein "schufafreies Girokonto"?

Im Internet wird häufig mit „Girokonto ohne Schufa“ oder "Kredit ohne Schufa". Bekannte Banken oder Unternehmen sind allerdings selten dabei. Die Anbieter kommunizieren den Verzicht auf eine Schufa-Abfrage oder einen Eintrag bei der Schufa, lassen sich das aber mit hohen monatlichen Grundgebühren, Einrichtungs- und Buchungskosten oder extremen Zinssätzen bezahlen. Ein schlechter Ausgangspunkt für jemanden, der ohnehin Finanzprobleme hat. Von der Inanspruchnahme ausländischer Angebote raten wir sowieso ab. Hier sind die Bedingungen intransparent und die Vertragslage unklar. Wer nicht aufpasst, kann sich noch mehr verschulden. Skeptisch sollten Sie werden, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:

  • es werden zusätzliche Einrichtungsgebühren verlangt
  • extra Kosten für Buchungen und Geldabhebungen über 3 Euro
  • wer hinter dem Angebot steckt ist nicht sofort klar
  • Ihnen wird zusätzlich ein Dispokredit angeboten

Nicht alle diese Punkte indizieren ein überteuertes Konto oder einen Anbieter, der Sie abzocken will. Manchmal kosten zusätzliche Barabhebungen eben ein paar Euro. Einrichtungsgebühren oder Aktivierungsgebühren sind fast immer ein Indiz für zukünftig hohe Kosten. Dabei gibt es auch bei seriösen Unternehmen Konten für Leute mit negativen Schufa-Einträgen. 

Alternative: das Guthabenkonto

Es gibt einen legalen und günstigeren Weg an ein Girokonto trotz Schufa zu kommen: Das Guthabenkonto, auch Jedermann-Konto, Bürger- oder Basiskonto genannt. Denn jedem deutschen Verbraucher steht laut einer Selbstverpflichtungserklärung des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) ein Basiskonto zu. Prinzipiell darf keine deutsche Bank einem Antragsteller mit negativer Schufa-Auskunft ein Girokonto, zumindest auf Guthabenbasis, verweigern.

In der Praxis sah das leider lange Zeit anders aus. Besonders private Banken lehnten eine Kontoeröffnung trotz Schufa ab. Gute Chancen hatten Sie bisher vor allem bei der Sparkasse in Ihrer Nähe, da sich 2012 alle Sparkassen verpflichtet hatten, jedem Bürger in ihrem Geschäftsgebiet ein Girokonto auf Guthabenbasis zur Verfügung zu stellen.

Mittlerweile sind alle deutschen Banken gesetzlich verpflichtet, jedem Bürger ein Girokonto auf Guthabenbasis zu eröffnen. Guthabenbasis bedeutet: Sie können das Konto nicht überziehen und haben keinen Anspruch auf eine Kreditkarte. Um Geld vom Bankautomaten abheben zu können, erhalten Sie eine Basis-Bankkarte. Darüber hinaus kann das Basiskonto wie ein herkömmliches Girokonto genutzt werden. Bei einem Konto auf Guthabenbasis:

  • sind keine Kontoüberziehung möglich
  • besteht kein Anspruch auf eine normale Kreditkarte
  • Handhabung wie herkömmliches Girokonto
  • Überweisungen und Bargeldbezug am Automaten möglich
  • Girocard oder Bankkarte enthalten

Auf eine Kreditkarte müssen Sie nicht unbedingt ganz verzichten. Auch ein Girokonto ohne Schufa oder Guthabenkonto kann eine Kreditkarte beinhalten. Diese besitzt jedoch keine Kreditfunktion und wird häufig als Prepaid-Kreditkarte oder Guthaben-Kreditkarte bezeichnet. Mit dieser Kreditkarte ohne Schufa Abfrage können Sie genauso bezahlen und im Internet bestellen mit dem Unterschied, dass Sie nur über das Guthaben verfügen können, welches sich zum Zeitpunkt der Zahlung auf dem Kreditkarten- oder Girokonto befindet.

Ihre Bonität kostenfrei abfragen

Wenn Sie nicht wissen, wie es um Ihre Bonität bestellt ist, haben Sie nach Paragraf 34 des Bundesdatenschutzgesetzes das Recht, Ihre Daten bei der Schufa einzusehen. Einmal jährlich kann die Auskunft kostenfrei angefordert werden. Die Anfrage stellen Sie auf dem Postweg oder online über www.meineschufa.de. Füllen Sie dazu das entsprechende Formular aus und schicken es zusammen mit einer Ausweiskopie ein.

Nach ein paar Tagen erhalten Sie die Auskunft per Post oder den Zugang zum Schufa-Portal. Bei falschen Einträgen können Sie eine Berichtigung fordern. Die Selbstauskunft hat, ebenso wie eine Fremdabfrage, keinen negativen Einfluss auf den Score-Wert.

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