Sparkassen in Deutschland
Alles Wichtige über Sparkassen: Fragen und Antworten zu den Grundlagen, der Finanzgruppe, Produkten, Sicherheit und Zukunft.
am 05.03.2026
Sparkassen sind seit über 200 Jahren regionaler Finanzpartner für die breite Bevölkerung und heute mit rund 50 Millionen Kunden die größte Kreditinstitutsgruppe Deutschlands. Dieser Ratgeber gibt Antworten darauf, was Sparkassen ausmacht, wie sie strukturiert sind und welche Produkte sie anbieten. Dabei gehen wir auch darauf ein, ob Ihr Geld bei einer Sparkasse sicher ist und werfen einen Blick in die Zukunft.
Grundlagen Sparkassen-Finanzgruppe Produkte Sicherheit Zukunft
Schauen wir zunächst, was genau Sparkassen sind, was sie von normalen Banken unterscheidet und was wichtige Eckdaten ihrer Geschichte sind.
Sparkassen Grundlagen
- Was sind Sparkassen?
- Was sind die Aufgaben und Funktionen der Sparkassen?
- Wem gehören die Sparkassen in Deutschland?
- Was sind die Unterschiede zwischen Sparkasse und Bank?
- Wann wurde die erste Sparkasse in Deutschland gegründet?
- Was sind wichtige Eckdaten der Sparkassen Geschichte?
Was sind Sparkassen?
Definition
Sparkassen sind öffentlich-rechtliche Kreditinstitute in Deutschland, die regional verwurzelt sind und dem Gemeinwohl dienen.
„Sparkasse“ ist ein Kofferwort und setzt sich zusammen aus „Sparen“, also nicht alles Geld ausgeben, und „Kasse“, einem Behälter zur Geldverwahrung. Im 18. Jahrhundert war deshalb eine Sparkasse als eine „öffentliche Einrichtung zur Aufbewahrung von Ersparnissen mit Zinszahlung“ definiert.
Die meisten Sparkassen haben einen kommunalen Träger, wie eine Stadt, Gemeinde oder Landkreis. Es gibt aber auch 5 freie Sparkassen, die nicht kommunal gebunden sind, darunter die Hamburger Sparkasse, die größte Sparkasse Deutschlands. Es gilt zudem das Regionalprinzip, d.h. Sparkassen bieten ihre Bankgeschäfte nur in der festgelegten Region des kommunalen Trägers an, was die Konkurrenz untereinander stark einschränkt.
Was sind die Aufgaben und Funktionen der Sparkassen?
Sparkassen haben als öffentlich-rechtliche Kreditinstitute einen öffentlichen Auftrag zu erfüllen, mit Fokus auf regionale Grundversorgung mit Finanzdienstleistungen und dem Gemeinwohl.
- Förderung von Sparen und Vermögensbildung für Privatpersonen und Unternehmen in der Region
- Kreditvergabe im Geschäftsgebiet
- Abwicklung von Girokonten, Überweisungen und bargeldlosem Zahlungsverkehr
- Vermittlung von Versicherungen, Bausparen, Wertpapieren und Leasing über Verbundpartner
- Unterstützung von Jugendfinanzbildung, lokaler Wirtschaft und sozialer Projekte
- Persönliche Kundenberatung vor Ort in der Filiale
Wem gehören die Sparkassen in Deutschland?
Sparkassen in Deutschland sind größtenteils im Besitz öffentlich-rechtlicher Träger, wie zum Beispiel Städte, Gemeinden, Landkreise oder kommunale Zweckverbände. Sie sind als Anstalten des öffentlichen Rechts organisiert, wobei der kommunale Träger die Gründung und Aufsicht übernimmt, ohne klassisches privatrechtliches Eigentum.
Die 5 freien Sparkassen ohne kommunale Bindung sind als Aktiengesellschaften organisiert. Dazu zählen die Hamburger Sparkasse, die Sparkasse Bremen, die Sparkasse Lübeck, die Sparkasse Mittelholstein und die Bordesholmer Sparkasse.
Was sind die Unterschiede zwischen Sparkasse und Bank?
Auch wenn Sparkassen und klassische Banken als Universalbanken alle wichtigen Finanzdienstleistungen anbieten, so gibt es doch einige Unterschiede:
- Sparkassen sind nur regional (Kreissparkasse) oder lokal (Stadtsparkasse) tätig. Banken agieren meist bundesweit und häufig auch international.
- Sparkassen haben ein deutlich dichteres Filialnetz als andere Filialbanken und sind damit auch in ländlicheren Regionen besser vertreten. Von den aktuell über 10.000 Sparkassen-Filialen in Deutschland werden in den nächsten Jahren weitere schließen, aber der Rückgang soll nicht so stark ausfallen wie bei den meisten Großbanken, wie Deutsche Bank und Commerzbank.
- Bei klassischen Banken steht die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Bei Sparkassen geht es um das Gemeinwohl. So werden Gewinne als Sicherheit zurückgelegt und das restliche Geld für gemeinnützige Projekte in der Region verwendet.
- Sparkassen sind öffentlich-rechtliche Kreditinstitute im Besitz der Kommune. Banken sind privatrechtlich häufig als Aktiengesellschaft organisiert.
- Sparkassen haben einen öffentlichen Auftrag, den Banken so nicht haben. So sollen Sparkassen unter anderem das Geschäftsgebiet mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen versorgen und den Vermögensaufbau fördern.
Wann wurde die erste Sparkasse in Deutschland gegründet?
Die erste Sparkasse der Welt wurde 1778 in Hamburg als „Ersparungs-Classe der Hamburger Allgemeinen Versorgungsanstalt“ gegründet. Das Ziel war es, einer breiten Bevölkerungsschicht die Möglichkeit zu geben, Erspartes sicher anzulegen und dafür Zinsen zu erhalten.
Schon 40 Jahre vorher gab es aber auch erste Waisen- und Witwenkassen sowie öffentliche Leihhäuser, die den später folgenden Sparkassen sehr ähnlich waren.
1801 entstand in Göttingen die erste kommunale Sparkasse, deren Modell dann der Standard für die folgenden Sparkassen bis heute wurde.
Was sind wichtige Eckdaten der Sparkassen Geschichte?
1778 – Die erste Sparkasse der Welt wird in Hamburg gegründet, um auch der ärmeren Bevölkerungsschicht das Sparen und die finanzielle Vorsorge zu ermöglichen. 23 Jahre später entsteht in Göttingen die erste kommunale Sparkasse, deren Modell zum Regelfall in Deutschland wird.
1815 – Nach den napoleonischen Kriegen werden immer mehr kommunale Sparkassen gegründet, so dass sich die Grundidee der Sparkassen immer weiter durchsetzt. Zudem entsteht das klassische Sparkassenbuch.
1831 – Mit der ersten Kreissparkasse in Schleusingen werden nun nicht nur Städte, sondern auch kleinere Orte, versorgt.
1838 – Das erste Sparkassengesetz wird zum Vorbild für die rechtliche Organisation des Sparkassenwesens.
1884 – In Dortmund wird der erste Deutsche Sparkassenverband gegründet, der 1924 durch Fusion mit anderen Verbänden zum Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) wird, der noch heute besteht.
1909 – Nach dem Erlass des Reichsscheckgesetzes starten die Sparkassen den Giroverkehr. Mittlerweile gibt es deutschlandweit über 2.700 Sparkassen, deutlich mehr als die heutigen 342.
1914 – Im Ersten Weltkrieg nutzt die Reichsregierung die Sparkassen zum Anbieten von Kriegsanleihen.
1933 – In der NS-Zeit ist die wichtigste Aufgabe der Sparkassen, das Ersparte der Bevölkerung einzusammeln, damit das NS-Regime das Geld für Aufrüstung und Kriegsführung missbrauchen kann.
1948 – Nach dem Krieg helfen die Sparkassen durch das Finanzieren von Wohnraum beim Wiederaufbau. In dieser Zeit wird auch das PS-Sparen eingeführt, um das Sparen attraktiver zu machen.
1963 – Zum ersten Mal benutzen die Sparkassen den Werbeslogan „Wenn’s um Geld geht… Sparkasse“, der bis heute verwendet wird. In den 60er Jahren können Kunden auch erstmals die Scheckkarte und den Dispokredit nutzen.
1971 – In den 70er Jahren werden nach und nach Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker aufgestellt. Seit 1996 können Kunden alle Sparkassen-Automaten in Deutschland kostenfrei nutzen.
1972 – Der bekannte Grafikdesigner Otl Aicher modernisiert das Sparkassen-S von 1938 und führt Rot als Hauptfarbe der Sparkassen ein.
1990 – Nach der Wiedervereinigung werden die ostdeutschen Sparkassen als kommunale Kreditinstitute Teil der Sparkassen-Finanzgruppe.
Sparkassen-Finanzgruppe
Die Sparkassen-Finanzgruppe wurde 1975 gegründet und ist heute mit einem Geschäftsvolumen von über 3.300 Milliarden Euro der größte Finanzdienstleister Europas. Dazu gehören insgesamt 500 Unternehmen mit über 280.000 Mitarbeitern. Die Sparkassen-Finanzgruppe ist ein reiner Verbund und kein Konzern, da die einzelnen Verbundpartner konzernrechtlich nicht miteinander verflochten sind.
342 Sparkassen
Die aktuell 342 Sparkassen in Deutschland betreiben 10.500 Geschäftsstellen, um flächendeckend für die Bevölkerung sowohl in der Stadt als auch auf dem Land da zu sein. So führen die Sparkassen insgesamt über 51 Millionen Girokonten und Tagesgeldkonten.
Die 10 größten Sparkassen Deutschlands
Hier sind die zehn größten Sparkassen in Deutschland, gemessen an der Bilanzsumme (Stand: 2024).
- 57,0 Mrd. € – Hamburger Sparkasse (Haspa)
- 29,9 Mrd. € – Kreissparkasse Köln
- 28,3 Mrd. € – Sparkasse KölnBonn
- 23,7 Mrd. € – Stadtsparkasse München (SSKM)
- 22,9 Mrd. € – Frankfurter Sparkasse
- 21,0 Mrd. € – Sparkasse Hannover
- 17,7 Mrd. € – Sparkasse Pforzheim Calw
- 16,9 Mrd. € – Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam (MBS)
- 15,9 Mrd. € – Ostsächsische Sparkasse Dresden
- 15,7 Mrd. € – Stadtsparkasse Düsseldorf
Im Gegensatz zu privaten Banken geht es nicht nur um Gewinnmaximierung. Die Sparkassen übernehmen soziale Verantwortung und wollen es jedem ermöglichen, ein Girokonto zu bekommen und damit Teil der Gesellschaft zu sein. So werden zum Beispiel 1,7 Millionen Konten für sozial schwächere Menschen geführt. 2023 wurden über 500 Millionen Euro von der Sparkassen-Finanzgruppe für Projekte zur Verfügung gestellt. Zudem sind die Sparkassen mit 15.000 Auszubildenden die größte Ausbilderin im deutschen Finanzsektor.
Verbundpartner
Die Sparkassen-Finanzgruppe hat das Ziel, allen Kundengruppen alle Finanzdienstleistungen anzubieten. So gehören neben den Sparkassen unter anderem folgende Institutionen zur Finanzgruppe:
- 5 Landesbausparkassen (LBS) – Die Landesbausparkassen sind die zentralen Bauspar- und Baufinanzierungsexperten der Sparkassen-Finanzgruppe mit einem führenden Marktanteil von über 35 % in Deutschland. Es gibt 5 regionale LBS-Institute, die öffentlich-rechtlich und regional organisiert sind und eng mit den Sparkassen zusammenarbeiten, um über 7 Millionen Kunden zu betreuen.
- DekaBank – Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen und offeriert unter anderem Investmentfonds und Zertifikate für Sparkassen-Kunden. Das Tochterunternehmen S Broker ist ein Online-Broker und bietet kostengünstiges Direkttrading für Privatkunden.
- 8 Öffentliche Versicherer – Dazu gehören zum Beispiel die Sparkassen Versicherung und Provinzial. Die regionalen Unternehmen decken nahezu das gesamte Versicherungsspektrum ab und arbeiten eng mit den Sparkassen zusammen, die ebenfalls die Vermittlung der Produkte übernehmen.
- 5 Landesbanken – Die Landesbanken sind die regionalen Spitzeninstitute und Zentralbanken der Sparkassen und sichern deren Anbindung an überregionale und internationale Finanzmärkte. Sie unterstützen Sparkassen unter anderem bei Großkrediten, Infrastrukturfinanzierungen und im Zahlungsverkehr.
Dazu kommen dann noch mehrere Leasing- und Factoring-Gesellschaften, 12 regionale Sparkassen-Verbände, 48 Kapitalbeteiligungsgesellschaften und über 700 Stiftungen.
Sparkassen Produkte
- Was ist das Sparkassen-Finanzkonzept?
- Welche Produkte bieten Sparkassen an?
- Was kostet ein Konto bei der Sparkasse?
- Gibt es kostenlose Girokonten bei der Sparkasse?
- Unterstützen Sparkassen Apple Pay und Google Pay?
- Wie viele Geldautomaten hat die Sparkasse?
- Wie eröffne ich ein Sparkassen-Girokonto?
Was ist das Sparkassen-Finanzkonzept?
Das Sparkassen-Finanzkonzept ist das ganzheitliche Beratungsangebot der Sparkassen. Beraterinnen und Berater machen eine umfassende Analyse Ihrer aktuellen finanziellen Situation, Ihrer Einnahmen und Ausgaben sowie Wünsche und Ziele. Daraufhin werden Ihnen passende Produkte empfohlen.
Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Sie dauert ca. 60 Minuten. Es empfiehlt sich, vorher per Telefon oder online einen Termin auszumachen.
Welche Produkte bieten Sparkassen an?
Sparkassen sind Universalkreditinstitute, die die meisten Finanzprodukte anbieten:
- Konten und Karten – Sparkassen bieten für verschiedene Altersgruppen eigene Girokonten an, vom Kinderkonto über das Studentenkonto hin zum klassischen Girokonto für Berufstätige. Zusätzlich gibt es Kreditkarten in Standard, Gold und Platinum von Mastercard oder Visa.
- Sparen – Für sicherheitsbewusste Personen stehen Geldanlagen wie Tagesgeld und Festgeld sowie ähnliche Sparprodukte zur Auswahl.
- Anlegen – Sie können ein Depot über die DekaBank oder S Broker eröffnen, um Wertpapiere entsprechend Ihres Risikoprofils zu handeln.
- Immobilien – Sparkassen helfen Ihnen bei der Baufinanzierung und über die LBS können Sie Bausparen.
- Finanzierung – Sparkassen bieten verschiedene Kreditarten an: Dispokredit, Autokredit oder Privatkredit.
- Versicherung – Direkt bei den Sparkassen bekommen Sie je nach Ihrem persönlichen Bedarf u.a. folgende Versicherungen: Fahrzeugversicherung, Haus- und Wohnungsversicherung, Reiseversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Haftpflichtversicherung.
- Altersvorsorge – Um eine mögliche Rentenlücke zu schließen, haben Sparkassen die private Rentenversicherung, Riester-Rente und Rürup-Rente im Angebot und beraten Sie auch, ob staatliche Förderungen möglich sind.
Was kostet ein Konto bei der Sparkasse?
Jede der über 300 Sparkassen bietet ihre eigenen Kontomodelle an. Dementsprechend gibt es auch Unterschiede bei den Kosten für ein Girokonto.
In der Regel kostet ein Standard-Konto, bei dem Buchungen einzeln verrechnet werden, ca. 4 bis 7 Euro im Monat. Girokonten inklusive aller Buchungen haben einen monatlichen Preis von ca. 9 bis 12 Euro. Girokonten für Kinder oder Studierende sind meist kostenlos. Premiumkonten liegen bei ca. 15 Euro im Monat.
Gibt es kostenlose Girokonten bei der Sparkasse?
Es gibt kostenlose Konten für Schüler, Studenten und Auszubildende mit entsprechendem Nachweis.
Es gibt allerdings kein dauerhaft kostenloses Konto für Berufstätige. Wenn Sie kein Geld für die Kontoführung ausgeben möchten, gibt es kostenlose Girokonten bei Direktbanken.
Unterstützen Sparkassen Apple Pay und Google Pay?
Sparkassen unterstützen nur Apple Pay. Dies funktioniert nicht nur mit den angebotenen Kreditkarten, sondern auch mit der Sparkassen-Card (Girocard).
Eine Unterstützung für Google Pay gibt es nicht. Sparkassen bieten stattdessen die App „Mobiles Bezahlen“ für Android Smartphones an.
Wie viele Geldautomaten hat die Sparkasse?
Aktuell gibt es in Deutschland ca. 20.000 Sparkassen-Automaten. Als Kunde einer Sparkasse können Sie alle Geldautomaten der Sparkassen bundesweit gebührenfrei zum Geldabheben nutzen.
Die Zahl der Automaten wird in den nächsten Jahren weiter abnehmen, da immer mehr Kunden kontaktlos bezahlen und direkt im Markt an der Kasse Bargeld mitnehmen.
Wie eröffne ich ein Sparkassen-Girokonto?
Sie können ein Sparkassen-Konto online oder in der Filiale eröffnen.
Wenn Sie das Konto online eröffnen möchten, wählen Sie auf der Internetseite Ihrer Sparkasse das für Sie passende Konto und klicken Sie auf „Girokonto eröffnen“. Folgen Sie dann den Anweisungen auf dem Bildschirm. Geben Sie Ihre persönlichen Daten ein und legitimieren Sie sich per Video-Ident. Nach Prüfung Ihres Antrags werden Ihnen alle wichtigen Kontounterlagen sowie die Sparkassen-Card in den nächsten Tagen zugeschickt.
Wenn Sie das Konto in der Filiale eröffnen möchten, machen Sie am besten vorher einen Termin, um vor Ort nicht unnötig lange zu warten. Die Beraterin / Der Berater führen Sie dann durch den Kontoeröffnungsprozess. Die Legitimation erfolgt direkt vor Ort mit Personalausweis oder Reisepass. Wie auch online, bekommen Sie ein paar Tage später die Sparkassen-Card zugeschickt.
Sparkassen Sicherheit
- Ist mein Geld bei der Sparkasse sicher?
- Wie hoch ist die Einlagensicherung der Sparkassen?
- Wie funktioniert das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe?
- Kann eine Sparkasse pleitegehen?
- Welche TAN-Verfahren bieten Sparkassen an?
Ist mein Geld bei der Sparkasse sicher?
Ihr Geld ist bei Sparkassen relativ sicher, auch wenn es keine 100%-ige Sicherheit gibt.
Was tun Sparkassen für die Sicherheit?
Neben der gesetzlichen Einlagensicherung gibt es zusätzlich noch die Institutssicherung, die darauf abzielt, so früh wie möglich in Schieflage geratene Sparkassen zu erkennen. Dadurch hat seit Einführung der Sicherung in den 1970er Jahren noch nie ein Sparkassen-Kunde Geld verloren.
Auch technisch ergreifen die Sparkassen wichtige Maßnahmen, wie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Daten und die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Die angebotenen pushTAN- und chipTAN-Verfahren gelten bei ordnungsgemäßer Nutzung ebenfalls als sehr sicher. In den letzten Jahren gab es keine Sicherheitslücken.
Wie hoch ist die Einlagensicherung der Sparkassen?
Zunächst gibt es die gesetzliche Einlagensicherung, über die Ihre Einlagen bis 100.000 € je Kunde zu 100 % geschützt sind.
Zusätzlich werden Kundeneinlagen durch das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe geschützt. Konkret ist dies eine freiwillige Institutssicherung, die darauf abzielt, Mitgliedsinstitute, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, frühzeitig zu erkennen und zu unterstützen. Es gibt hierbei keine konkrete Summe.
Wie funktioniert das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe?
Das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe verfügt über einen einheitlichen Stützungsfonds, der wiederum in 13 funktional miteinander verknüpfte Teilfonds untergliedert ist. Es gibt 11 regionale Sparkassen-Teilfonds und je einen Teilfonds der Landesbanken und Girozentralen sowie der Landesbausparkassen.
Grundsätzlich wird auf Vorbeugung gesetzt. Durch eine Risikoüberwachung, die mehrfach im Jahr erfolgt, sollen Risiken bei einzelnen Instituten zeitnah erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
Sollte nun eine Sparkasse in finanzielle Schieflage geraten, greift zuerst der zuständige Sparkassen-Teilfonds ein. Ziel ist die Solvenz und Liquidität des Instituts zu sichern. Dies erfolgt zum Beispiel durch die Zufuhr von Eigenkapital, die Übernahme von Garantien und Bürgschaften sowie durch die Erfüllung der Ansprüche Dritter.
Wenn die notwendigen Aufwendungen größer sind als die Fondsmittel, geht es eine Stufe höher. Da die 11 Sparkassen-Teilfonds miteinander verbunden sind, können im Bedarfsfall die Mittel aller Fonds genutzt werden. Sollte dies auch nicht reichen, kommt es zum systemweiten Ausgleich, bei dem alle 13 Teilfonds genutzt werden.
Seit 2025 baut die Sparkassen-Finanzgruppe einen Zusatzfonds auf, der im Krisenfall das betroffene Institut schnell und flexibel unterstützen soll.
Kann eine Sparkasse pleitegehen?
Ja, eine Sparkasse kann pleitegehen. Es ist allerdings schwer, irgendeine genaue Wahrscheinlichkeit anzugeben.
Seit 2005 gibt es keine Gewährträgerhaftung mehr, bei der die Kommune im Ernstfall für die Verbindlichkeiten der in Schieflage geratenen Sparkasse aufkommt. Sparkassen, die schlechter wirtschaften, fusionieren häufig mit größeren Sparkassen. In den letzten Jahren gab es auch Meldungen, dass einige Sparkassen zu risikoreich an den Börsen investiert haben und bei einem Marktcrash in ernsthafte Probleme geraten würden.
Durch die Mechanismen der Institutssicherung sollen Problemfälle frühzeitig erkannt werden, was bisher funktioniert hat. Seit Gründung des Sicherungssystems in den 1970er Jahren hat noch nie ein Sparkassen-Kunde Einlagen verloren und es musste noch nie eine Sparkasse Insolvenz anmelden.
Welche TAN-Verfahren bieten Sparkassen an?
Hauptsächlich bieten die Sparkassen das pushTAN-Verfahren und chipTAN-Verfahren an. Beide TAN-Verfahren sind sicherer als frühere Verfahren wie mobileTAN oder die alten TAN-Listen.
Beim pushTAN-Verfahren geben Sie Aufträge über eine App frei. Die Freigabe wird verschlüsselt auf Ihr Smartphone oder Tablet geschickt und per Gesichtserkennung (Face ID) oder Fingerabdruck bestätigt.
Beim chipTAN-Verfahren nutzen Sie einen kostenpflichtigen TAN-Generator und brauchen kein Smartphone. Um einen Auftrag freizugeben, stecken Sie Ihre Sparkassen-Card in den TAN-Generator und scannen mit dem Gerät den QR-Code auf Ihrem Bildschirm. Sie bestätigen dann auf dem TAN-Generator die Auftragsdaten und geben die generierte TAN am PC, Tablet oder Smartphone ein.
Zukunft der Sparkassen
Die Sparkassen wollen in Zukunft regional bleiben, digital ausbauen und nachhaltig sein. Das Ziel ist eine engere Kundenbindung, um für die Menschen in der Region ein kompetenter und zuverlässiger Begleiter rund um das Thema Finanzen zu sein. Doch um konkurrenzfähig zu bleiben, gilt es zukünftig viele Herausforderungen zu meistern.
mehr Konkurrenz
Sparkassen haben in den letzten Jahren Kunden an Direktbanken, Fintechs und Neobroker verloren. Diese bieten meist günstigere Konditionen, mehr Funktionen und eine unkomplizierte Kontoführung. Sparkassen investieren daher weiter in die Digitalisierung und wollen die Sparkassen-App ausbauen. Prozesse sollen optimiert werden, um die Effizienz zu steigern. Mehr Personalisierung wird ebenfalls ein wichtiger Punkt in Zukunft. Kunden sollen schnell und unkompliziert passende Finanzprodukte präsentiert und ganzheitlich noch gezielter beraten werden.
Dabei setzen die Sparkassen auch auf Künstliche Intelligenz. So gibt es seit 2025 für Mitarbeiter den S-KI-Pilot, um Prozesse zu beschleunigen und schnell passende Antworten zu bekommen. Die Sparkassen arbeiten auch eng mit ChatGPT zusammen und bieten zum Beispiel SparkassenGPT an.
weniger Filialen
Die Sparkassen werden in den nächsten Jahren weiter Filialen schließen, um sich dem geänderten Marktumfeld anzupassen. Immer weniger Kunden gehen ausschließlich in die Filialen und immer mehr Kunden erwarten eine moderne, sichere und zuverlässige Online-Kontoführung. Die Sparkassen betonen, dass sie weiterhin vor Ort persönlich für die Kunden da sein werden, doch weitere Filialschließungen und Verkürzungen der Servicezeiten werden nicht ausbleiben.
So wird es auch immer weniger Geldautomaten geben, da immer mehr Kunden bargeldlos bezahlen oder Geld im Supermarkt mitnehmen. Die Sparkassen sparen sich damit Kosten für die Instandhaltung und haben kein Risiko mehr von Geldautomatensprengungen.
Bei dieser Entwicklung gibt es unter den Sparkassen aber teils große regionale Unterschiede. Eine große Sparkasse in einem Ballungsgebiet wird anders agieren als eine deutlich kleinere Sparkasse in einer ländlichen Region.
mehr Fusionen
Die Anzahl der Sparkassen wird durch Fusionen in den nächsten Jahren von aktuell 342 auf unter 300 sinken. Der Zusammenschluss hat für Sparkassen entscheidende Vorteile:
- Regulatorische Anforderungen können von einem größeren Kreditinstitut leichter erfüllt werden.
- Die Digitalisierung kann gezielter vorangebracht werden.
- Eine größere Sparkasse kann den Fachkräftemangel besser auffangen und ist attraktiver für neue Talente. Bis 2035 werden über 30 Prozent der Mitarbeiter altersbedingt aus dem aktiven Dienst ausscheiden.
- Es werden ineffiziente Strukturen abgebaut und höhere Erträge erzielt.
- Eine größere Sparkasse ist attraktiver für größere Kunden, so dass neue Märkte erschlossen werden können.
Der Finanzmarkt wird immer komplexer und umkämpfter. Die Zukunft wird zeigen, ob und wie sich die Sparkassen behaupten werden.