Festgeld

Geld fest anlegen über Monate oder Jahre für Privat- und Geschäftskunden

Stand: 06.03.2022

Beim Festgeld sind die Zinsen meist höher als bei einer Tagesgeldanlage. Dafür kann der Anleger erst nach Ende der vereinbarten Anlagedauer an sein Geld. Doch wer ein Festgeldkonto richtig plant, profitiert davon. Einlagen sind bis zu 100.000 Euro gesetzlich geschützt. Hier Zinsen vergleichen:

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Fragen und Antworten zum Festgeldkonto

Allgemein Kontoführung Zinsen, Boni, Startguthaben Sicherheit

Allgemein

Was ist ein Festgeldkonto?

Bei einem Festgeldkonto handelt es sich um ein Anlagekonto, auf dem eine bestimmte Summe für einen vorher festgelegten Zeitraum zu einem festen Zinssatz angelegt wird.

Festgeldkonten werden zum einen für kurze Zeiträume von wenigen Wochen oder Monaten angeboten, zum anderen aber auch für Zeiträume von einem Jahr bis zu zehn Jahren. Der vereinbarte Zinssatz ist für die gesamte Anlagedauer garantiert. Dafür hat man aber während der Laufzeit keine Möglichkeit, über das angelegte Geld zu verfügen. Für Festgeldkonten werden von den Banken in der Regel bestimmte Mindesteinlagen verlangt.

Zum Ende der Laufzeit werden das Kapital und die Zinsen dem Verrechnungskonto gutgeschrieben, es sei denn, es wurde eine automatische Verlängerung vereinbart. Dann werden die Gelder für den dann gültigen Zinssatz erneut angelegt.

Eine spezielle Form des Festgeldes wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Um über das Geld verfügen zu können, sind allerdings bestimmte Kündigungsfristen einzuhalten. Solche Formen des Festgelds werden aber nur mit einem variablen Zinssatz angeboten, d.h. die Höhe des Zinssatzes kann sich während der Anlagedauer ändern.

Worin liegt der Unterschied zum Tagesgeld?

Zwischen Tagesgeld und Festgeld gibt es vier gravierende Unterschiede:

  1. Das Festgeld wird im Gegensatz zum Tagesgeld für eine bestimmte Laufzeit festgelegt und ist in dieser Zeit für den Anleger nicht verfügbar, während es für Tagesgeldkonten keine Laufzeitvereinbarung gibt.
  2. Während beim Tagesgeld der Zinssatz nicht garantiert wird und sich auch täglich ändern kann, ist er beim Festgeld für die gesamte Laufzeit sicher.
  3. Zudem können Festgeldkonten im Normalfall während der Laufzeit nicht aufgestockt werden. Wer weitere Gelder anlegen möchte, muss ein zusätzliches Festgeldkonto zu den dann gültigen Bedingungen eröffnen.
  4. Außerdem wird beim Festgeld immer eine Mindesteinlage vorausgesetzt. Dagegen ist dies beim Tagesgeld nur bei einigen Banken und mit niedrigeren Summen der Fall.

Inzwischen bieten einige Banken flexible Festgeldprodukte an, im Prinzip eine Mischung aus beiden Anlageformen. Dabei wird dem Anleger während der Laufzeit die Verfügung über einen Teil des angelegten Geldes eingeräumt.

Was ist der Unterschied zwischen Festgeld und einem Sparbrief?

Bei einem Sparbrief handelt es sich um ein verzinstes Anlageprodukt. Es ist demnach kein Konto, sondern ein Wertpapier, das zum vollen Nennwert gekauft wird. Festgeld hingegen wird auf einem Konto gelagert. Den beiden Anlageformen ist gemein, dass sie eine feste Laufzeit haben und ihr Inhaber von Zinseszins-Effekten profitiert. Während die Dauer von Festgeld jedoch individuell vereinbart werden kann, besitzen Sparbriefe in der Regel mehrjährige Laufzeiten.

Wer kann Festgeldkonten eröffnen?

Ein Festgeldkonto kann von jeder Person, die mindestens 18 Jahre alt ist, eröffnet werden. Für Minderjährige müssen die Erziehungsberechtigten ihr Einverständnis erklären. Voraussetzung ist die Feststellung der persönlichen Identität, entweder durch Vorlage eines Personalausweises in der Filiale einer Bank oder bei den Direktbanken durch das PostIdent- bzw. Video-Ident-Verfahren sowie ein vorhandenes oder zu eröffnendes Referenzkonto.

Ist man bereits Kunde einer Bank, beispielsweise mit einem Giro- oder Tagesgeldkonto, ist für das Festgeldkonto keine erneute Identitätsfeststellung erforderlich. In jedem Fall muss die erforderliche Mindesteinlage geleistet werden, um ein Festgeldkonto zu eröffnen.

Für wen ist ein Festgeldkonto geeignet?

Ein Festgeldkonto eignet sich für Sparer, die auf lange Sicht nicht benötigtes Kapital anlegen möchten und auf eine garantierte Verzinsung über den gesamten Anlagezeitraum Wert legen. Anders als bei einem Tagesgeldkonto kann über das Festgeld im Vergleich nicht frei verfügt werden. Einige wenige Banken lassen jedoch eine vorzeitige Kündigung zu.

Je länger das Geld anlegt wird, desto höher sind die Zinsen. Daher macht ein Festgeldkonto nur dann Sinn, wenn der Sparer über einen längeren Zeiträumen auf das Geld verzichten kann.

Kann ich Festgeld auch im Ausland anlegen?

Ja, die Anlage von Festgeld ist nicht auf deutsche Banken beschränkt. Jeder volljährige Bürger kann bei ausländischen Anbietern ein Festgeldkonto eröffnen.

Vor einem Engagement im Ausland prüfen Sie aber unbedingt die Höhe der Einlagensicherung. Während deutsche Spareinlagen bis zu 100.000 Euro gesetzlich und darüber hinaus durch zusätzliche Sicherungsmaßnahmen geschützt sind, können die abgesicherten Anlagebeträge in anderen Ländern – insbesondere außerhalb der EU – deutlich geringer sein. Auch im Falle einer Bankenpleite unterliegt Ihre Anlage den gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes. Sie können dann nicht in Deutschland klagen.

Wie finde ich das passende Festgeldkonto?

Vor der Eröffnung eines Festgeldkontos steht die Recherche. Hier helfen die Angebote von Banken, Vergleichstests und Vergleichsportale im Internet.

Entscheidend ist, wie viel Geld und über welchen Zeitraum es angelegt werden soll. Wer nicht nur bei seiner Hausbank nachfragt, für den kommen auch Angebote infrage, die sich speziell an Neukunden richten. Die entscheidenden Fragen bei der Suche sind neben dem Zinssatz auch die angebotenen Laufzeiten und die Höhe der erforderlichen Mindesteinlage. Wer hier klare Vorstellungen hat, wird schnell aus der Vielzahl der angebotenen Festgeldkonten das passende rausfinden.

Wie funktioniert die Kündigung und was muss ich beachten?

In der Praxis finden sich unterschiedliche Verfahren zur Kündigung. Bei einigen Banken ist keine Kündigung erforderlich. Die Anlagesumme wird automatisch zum Ende der Laufzeit ausgezahlt. Andere Institute legen ohne aktive Kündigung das Geld einfach für den gleichen Zeitraum neu an, verwenden jedoch den dann gültigen Zinssatz.

Entscheidend sind die Geschäftsbedingungen der jeweiligen Bank. Die Kündigungsfristen reichen dabei von wenigen Tagen bis hin zu drei Monaten vor Ablauf des Anlagezeitraumes. Tragen Sie sich das Enddatum Ihres Festgeldes in den Kalender ein und kündigen Sie wenn nötig schriftlich. Details und Vorlagen zur Kündigung finden Sie auch in unserem Ratgeber Konto kündigen.

Kontoführung

Was kostet die Kontoführung bei einem Festgeldkonto?

Ähnlich wie beim Tagesgeldkonto werden für die normale Kontoführung keine Gebühren verlangt. Auch die Eröffnung oder Kündigung eines Festgeldkontos ist nicht mit Kosten verbunden. Lediglich für den zusätzlichen Versand der Kontoauszüge per Post, sofern vom Kunden gewünscht, berechnen manche Banken die Auslagen für das Porto oder eine Pauschalgebühr.

Wie kann ich auf mein Festgeldkonto zugreifen?

Der direkte Zugriff auf ein Festgeldkonto ist nicht möglich. Auf diesem Konto wird nur die Einlage verwaltet. Für alle Transaktionen ist ein Verrechnungs- und Referenzkonto erforderlich. Auf dem Verrechnungskonto, oftmals wird dieses als Tagesgeldkonto geführt, werden die Ein- und Auszahlungen vom Referenzkonto getätigt und Zinsgutschriften verbucht.

Während der Laufzeit ist kein Zugriff auf das festgelegte Geld möglich. Bei längeren Laufzeiten werden die Zinsen jährlich ausgeschüttet und dem Verrechnungskonto gutgeschrieben. Diese Beträge sind dann frei verfügbar und können auf das Referenzkonto überwiesen werden.

Überweisungen auf mein Girokonto – geht das?

Beim Festgeld sind immer drei Konten betroffen:

  1. Das Festgeldkonto, auf dem der Anlagebetrag verwaltet wird.
  2. Das Verrechnungskonto, auf dem die Ein- und Auszahlungen sowie die Zinsgutschriften verbucht werden.
  3. Das Referenzkonto, welches in den meisten Fällen das Girokonto ist.

Überweisungen sind immer nur zwischen dem Referenzkonto und dem Verrechnungskonto möglich.

Während der Laufzeit können Überweisungen nur für schon verbuchte Zinsgutschriften getätigt werden. Am Ende der Laufzeit ist auch die Überweisung des gesamten Anlagebetrags möglich. Einzelne Banken bieten flexible Formen des Festgeldes an, bei dem auch während der Laufzeit über Teile des angelegten Kapitals verfügt werden kann. In diesen Fällen sind Überweisungen in Höhe des verfügbaren Kapitals erlaubt.

Was bedeutet vorzeitige Kündigung oder Verfügung?

Bei einer vorzeitigen Kündigung bzw. Verfügung greift der Inhaber eines Festgeldkontos früher als vertraglich vereinbart auf seine Anlagesumme zu. Er hält somit nicht die vereinbarte Laufzeit von üblicherweise mehreren Jahren ein. Banken sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, das angelegte Festgeld vorzeitig auszuzahlen. Einige Kreditinstitute kommen dem Kunden aber aus Kulanz entgegen und erlauben vorzeitige Verfügungen, jedoch fast immer mit Vorschusszinsen und Verwaltungsgebühren.

Zinsen, Boni, Startguthaben

Was muss ich über Festgeld-Zinsen wissen?

Im Gegensatz zum Tagesgeldkonto wird beim Festgeld zu Beginn der Laufzeit ein Zinssatz vereinbart, der für die gesamte Laufzeit verbindlich ist.

Gleichwohl unterliegen auch Festgeldzinsen üblichen Marktschwankungen und können in Abhängigkeit vom europäischen Leitzins steigen oder fallen. Dies hat vor allem für Festgeldanlagen mit langer Laufzeit eine Bedeutung. Bei der Entscheidung über die Laufzeit einer Festgeldanlage spielt deshalb auch das zu erwartende Zinsniveau eine Rolle. Wer sich über die Entwicklung unklar ist, wählt am besten eine mittlere Laufzeit von zwei Jahren und entscheidet dann erneut über die Anlage.

Weil die erwirtschafteten Zinsen nicht dem Kapitalstock zugerechnet werden, hat der Zinseszins-Effekt bei Festgeldanlagen keine Bedeutung. Zinsgutschriften erfolgen zum Ende der Laufzeit oder, bei längeren Laufzeiten, jährlich, auf dem Verrechnungskonto.

Ist der Zinssatz garantiert?

Beim Festgeld wird der zu Beginn vereinbarte Zinssatz für die gesamte Laufzeit garantiert. Allerdings wird dieser bei einer automatischen Laufzeitverlängerung an das aktuelle Zinsniveau angepasst. Vor allem bei Festgeldanlagen mit kürzeren Laufzeiten, die sich ständig verlängern, wird somit der Zinssatz am Ende der Laufzeit immer wieder geändert.

Was bedeutet Prolongation beim Festgeld?

Unter Prolongation versteht man die Verlängerung bzw. Wiederanlage von Festgeld und Tagesgeld.

Eine Prolongation bei Festgeld kann automatisch erfolgen. In diesem Fall wird das Geld des Kunden weiterhin zu den vereinbarten Konditionen und mit fester Laufzeit angelegt, sofern kein Widerspruch 14 Tage vor Ende der Laufzeit erfolgt. Bei der zu bestätigenden Prolongation wird der Kunde rechtzeitig vor Ablauf der Widerspruchsfrist von seiner Bank um eine Zustimmung gebeten.

Sicherheit

Wie sicher ist mein Geld auf einem Festgeldkonto?

Ein Festgeldkonto kann als eine der sichersten Geldanlagen bezeichnet werden – durch die Zinsgarantie sogar sicherer als ein Sparbuch. Ein krimineller Zugriff ist durch die Konstruktion mit Verrechnungs- und Referenzkonto praktisch ausgeschlossen.

Außerdem fallen Festgeldanlagen unter den Schutz der gesetzlichen Einlagensicherung. Diese sichert Sicht-, Spar- und Termineinlagen der Kunden gegen das Insolvenzrisiko einer Bank ab. Zu den Termineinlagen gehört auch das Festgeld. In Deutschland sind die meisten Banken darüber hinaus noch Mitglied einer freiwilligen Einlagensicherung.