Geschäftskonto Vergleich

Stand: 14.06.2022

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Alles Wichtige zum Geschäftskonto

  • Ein Geschäftskonto ist ein Girokonto für Geschäftskunden zur Abwicklung des geschäftlichen Zahlungsverkehrs.
  • Für jede Rechtsform sinnvoll, um Privates und Geschäftliches zu trennen und eine übersichtliche Buchhaltung zu gewährleisten.
  • Die Kontoführungsgebühren sind im Schnitt höher als bei Privatgirokonten. Dafür gibt es aber Zusatzleistungen wie den Lastschrifteinzug oder Buchhaltungstools.
  • Ein Kontowechsel macht Sinn, wenn sich Ihre Bedürfnisse geändert haben, Sie Geld sparen wollen oder besseren Service möchten.
  • Um das für Sie passende Businesskonto zu finden, legen Sie Ihre Kriterien fest, vergleichen Sie die Angebote und rechnen Sie die Kosten durch.
  • Auch Direktbanken und FinTechs bieten mittlerweile attraktive Geschäftskonten an, vor allem für Selbstständige.

Geschäftskonto Vergleich

Fragen und Antworten zum Geschäftskonto

Grundlagen Kontoauswahl Kontoeröffnung Kontoführung Kontowechsel Kontovergleich

Ein Geschäftskonto ist für jeden Selbstständigen sinnvoll, allein schon wegen der Trennung zum Privatgirokonto. Mittlerweile gibt es neben den klassischen Business-Konten der Groß- und Onlinebanken, Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken auch attraktive Angebote von FinTechs oder Neobanken, die vor allem auf eine mobile und einfache Kontoführung per App abzielen. Die Kontoeröffnung ist nicht mehr so kompliziert wie früher und erfolgt meist in wenigen Minuten online. Im Folgenden beantworten wir wichtige Fragen zum Geschäftskonto.Von den Grundlagen und der Auswahl des richtigen Kontos, über die Kontoeröffnung und -führung bis hin zum Kontowechsel und der Geschäftskonto-Kündigung.

Geschäftskonto Grundlagen

Was ist ein Geschäftskonto?

Als Geschäftskonto wird auf kontofinder.de ein Girokonto für Geschäftskunden bezeichnet, welches der Abwicklung des geschäftlichen Zahlungsverkehrs dient. Genau wie das klassische Privatgirokonto ist das Geschäftskonto ein Kontokorrentkonto, bei dem alle Zahlungseingänge und -ausgänge laufend gebucht und miteinander verrechnet werden.

Abhängig von der Größe und Rechtsform des Unternehmens werden auf einem Geschäftskonto üblicherweise folgende Einnahmen und Ausgaben verbucht:

Einnahmen Ausgaben
bezahlte Kundenrechnungen Steuern
Förderungen und Zuschüsse Anschaffungen
Zinsen Lohn, Gehalt, Entnahmen
Cashbacks Miete, z.B. für Büros oder Lagerräume
Versicherungen
Gebühren, z.B. für die Kontoführung

Was sind die Unterschiede zu einem Privatgirokonto?

Privat- und Geschäftskonten erfüllen die gleichen Aufgaben und haben identische Basisleistungen. Ein Blick auf die IBAN lässt nicht erkennen, ob es sich um ein Privatgirokonto oder um ein Business-Konto handelt. Nur der Verwendungszweck, privat oder geschäftlich, unterscheidet sich.

Im Gegensatz zum privaten Konto bieten die meisten Geschäftskonten allerdings Zusatzleistungen an. Dazu zählen der Lastschrifteinzug, spezielle Software zur Vereinfachung der finanziellen Abläufe (Buchhaltung, DATEV), API Schnittstellen, ein besserer Kundenservice sowie regelmäßige Berichte zu den Kontoumsätzen.

Viele Geschäftskonten bieten zudem die Möglichkeit, Unterkonten zu führen. Dies ist praktisch, um die zu zahlende Steuer, finanzielle Rücklagen oder Geld für zeitnahe Investitionen vom Hauptkonto klarer zu trennen.

Der zweite große Unterschied liegt im Preis. Banken berechnen Geschäftskunden höhere Gebühren. Die Gründe dafür sind:

  • mehr Risiko: Geschäftskunden haben keine regelmäßigen Gehaltseingänge wie Privatpersonen. Es kann zu unerwarteten Zahlungsausfällen oder Insolvenz kommen.
  • mehr Aufwand: Die Betreuung von Geschäftskunden und die Abwicklung des geschäftlichen Zahlungsverkehrs mit vielen monatlichen Buchungsvorgängen erfordert mehr Aufwand seitens der Bank.
  • mehr Leistung: Die angebotenen Zusatzleistungen lässt sich das Kreditinstitut entsprechend vergüten.

Viele Privatkonten, gerade bei Online- und Direktbanken, sind kostenlos. Es wird weder eine monatliche Kontoführungsgebühr erhoben, noch entstehen Kosten für beleglose Buchungen. Giro- und Kreditkarten sind oftmals entgeltfrei.

Klassische Geschäftskonten hingegen kosten fast immer etwas. Entweder werden alle Kontobewegungen mit einer monatlichen Pauschale abgegolten oder jede einzelne Buchung separat abgerechnet. Es gibt bei vielen Banken aber eine gewisse Anzahl an monatlichen Freiposten. Erst beim Überschreiten dieser Anzahl fallen Gebühren an. Kredit- und Girokarten sind selten kostenfrei. Dafür sind mitunter Bareinzahlungen einfacher möglich.

Während Privatkunden mit einem regelmäßigen Gehaltseingang einen Dispokredit einrichten können, haben Geschäftskunden die Möglichkeit, einen Kontokorrentkredit zu beantragen, der den Verfügungsrahmen des Kontos erweitert. Da der Unternehmer keine regelmäßigen Einnahmen wie der Privatkunde hat und häufig das Kreditvolumen höher als im privaten Bereich ist, erfolgt seitens der Bank eine umfangreiche Kreditprüfung. Hierbei können auch Sicherheiten verlangt werden oder der Kreditbetrag an einen bestimmten geschäftlichen Verwendungszweck gebunden sein.

Was sind die Vorteile eines Business-Kontos?

Die Führung eines Geschäftskontos hat viele Vorteile:

1. Klare Trennung von Privatem und Geschäftlichem
Durch die Kontotrennung sind private und geschäftliche Buchungen klar voneinander abgegrenzt. So wird Ihr privates Guthaben nicht mit Einkünften aus dem Business vermischt und Sie sehen klarer, was Sie sich leisten können und was nicht. Zudem entfällt für die jährliche Steuererklärung das Kennzeichnen von geschäftlichen Buchungen zwischen den privaten Vorgängen auf dem Kontoauszug.

2. Privates bleibt privat
Mit einem eigenen Geschäftskonto gewähren Sie Ihrem Steuerberater und dem Finanzamt nur Einsicht in Ihren geschäftlichen Zahlungsverkehr. Die Einnahmen und Ausgaben auf dem Privatgirokonto bleiben privat und werden vom Finanzamt nicht eingesehen. Weiterhin müssen Sie private Kontoauszüge je nach Verdienst und Zahlungsvorgang maximal 6 Jahre und nicht wie geschäftliche Kontoauszüge 10 Jahre aufbewahren.

3. Übersichtliche Buchhaltung
Mit einem gesonderten Geschäftskonto haben Sie einen besseren Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben Ihres Businesses. Die Belegsortierung und Buchhaltung wird vereinfacht. Die lückenlose Buchführung auf einem Business-Konto sorgt für weniger Fehler und einen geringeren Zeitaufwand bei der jährlichen Steuererklärung bzw. dem Jahresabschluss. Sollte es einmal zu einer falschen Buchung kommen oder ein Kunde eine Rechnung nicht innerhalb der Zahlungsfrist überweisen, werden Sie schneller darauf aufmerksam und können dementsprechend schneller reagieren.

4. Zeit- und Aufwandsersparnis
Mittlerweile gibt es für alle Rechtsformen zugeschnittene Angebote für die individuellen Bedürfnisse. Das spart Zeit und Verwaltungsaufwand. Es gibt viele Konten, die Ihnen einen Mehrwert bieten:

  • direkte Kontoführung per App für alle Selbstständigen, die viel unterwegs sind
  • integrierte Buchhaltungstools mit automatischer Ausgabenkategorisierung
  • schnelles Anlegen von Unterkonten
  • aktivierung zusätzlicher Business-Kreditkarten für bevollmächtigte Mitarbeiter oder Geschäftspartner
  • Teilnahme am Lastschrifteinzugsverfahren, was beim Privatgirokonto nicht möglich ist
  • Einrichtung eines Kontokorrentkredits zur Überbrückung von Zahlungsengpässen oder für dringende Investitionen

Für wen ist ein Geschäftskonto sinnvoll?

Im Grunde sollte jeder Selbstständige oder Freiberufler ein Geschäftskonto eröffnen. Auch Personengesellschaften, wie die GbR, OHG oder KG, sowie alle Partnergesellschaften sind aus den oben genannten Gründen mit einem Geschäftsgirokonto gut beraten, erst Recht, wenn mehrere Personen Zugriff auf das Geschäftskonto haben sollen. Kapitalgesellschaften wie die GmbH, UG oder AG müssen ohnehin ein Girokonto für geschäftliche Zwecke nutzen.

Hinweis

Je mehr Buchungen Sie haben und je aufwendiger Ihre finanziellen Angelegenheiten sind, desto sinnvoller ist die Nutzung eines Business-Kontos. Die Trennung von Privatem und Geschäftlichem macht immer Sinn, selbst wenn Sie nur ein kleines Nebengewerbe betreiben und wenige Buchungen im Monat haben. Höhere Kosten kommen dabei auch nicht auf Sie zu, da es für solche Fälle immer irgendwo ein kostenloses Geschäftskonto gibt.

Können Einzelunternehmer und Freiberufler ein privates Girokonto auch für geschäftliche Zwecke nutzen?

Geschäftskonten sind im Durchschnitt teurer als Privatkonten. Um gerade zu Beginn der Selbstständigkeit Geld zu sparen, überlegen viele Gewerbetreibende, ein bereits bestehendes oder neues kostenloses Privatgirokonto für die Abwicklung des geschäftlichen Zahlungsverkehrs zu führen.

Die Rechtslage

Selbstständige, wie z.B. Einzelunternehmer, Freiberufler, Kleinunternehmer und Personengesellschaften im Allgemeinen, sind nicht gesetzlich zur Führung eines Geschäftskontos verpflichtet. Mit Ausnahme der Kapitalgesellschaften können die meisten Rechtsformen rein theoretisch auch ein Privatgirokonto für geschäftliche Zwecke nutzen und dieses auch gegenüber dem Finanzamt angeben.

Es gibt aber ein Problem: Die meisten Banken schließen in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) die Nutzung eines privaten Kontos für geschäftliche Zwecke aus. Sollten Sie als Unternehmer trotzdem ein Privatgirokonto für die Geschäfte nutzen, kann die Bank Ihnen das Konto kündigen oder die Umwandlung in ein Geschäftskonto verlangen. Ein späterer Kontowechsel ist dabei immer mit einem erhöhten Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden, da alle Zahlungspartner über die neue Kontoverbindung benachrichtigt werden müssen und auch Ihre Brief- und Rechnungsvorlagen wegen der neuen Kontonummer zu ändern sind.

Da es mittlerweile auch viele kostenlose Geschäftskonten gibt, brauchen Sie das Risiko gar nicht erst einzugehen. Eröffnen Sie gleich ein gutes und günstiges Geschäftskonto, das auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und sparen Sie sich spätere Probleme mit der Bank.

Eröffnen Sie aber in jedem Fall ein zweites Konto. Eine Kontotrennung ist besser für die Übersicht und auch im Hinblick auf das Finanzamt. So müssen Sie nicht erst mühselig private von geschäftlichen Transaktionen trennen, wenn es Zeit für die Steuererklärung wird. Sie vermeiden buchhalterisches Chaos und bewahren die Übersicht. Zudem sieht das Finanzamt nicht Ihre privaten Zahlungseingänge und -ausgänge.

Welche Unternehmensformen sind gesetzlich verpflichtet, ein Firmenkonto zu führen?

Nur Kapitalgesellschaften sind gesetzlich zur Führung eines Geschäftskontos verpflichtet. Dazu zählen:

  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Unternehmergesellschaft (UG)
  • Aktiengesellschaft (AG) / Europäische Aktiengesellschaft (SE)
  • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
  • eingetragene Genossenschaft (eG)

Im Gegensatz zu Personengesellschaften gibt es bei Kapitalgesellschaften eine klare Trennung zwischen Gesellschaft und Gesellschaftern. So gelten diese Unternehmensformen gesetzlich als juristische Personen mit eigenständiger Rechtsverantwortung und Geschäftsfähigkeit. Zudem muss das Eigenkapital auf ein dafür angelegtes Business-Konto eingezahlt werden, damit die Aufnahme in das Handelsregister erfolgen kann. Daher ist hier die Eröffnung eines rein geschäftlichen Kontos zwingend notwendig.

Rechtsform Konto Pflicht
Kapitalgesellschaften
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ja
Aktiengesellschaft (AG) ja
Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) ja
UG (haftungsgeschränkt) ja
Limited (Ltd) ja
Personengesellschaften und andere
Offene Handelsgesellschaft (OHG) nein
Partnerschaftsgesellschaft (PartG) nein
Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) nein
Kommanditgesellschaft (KG) nein
Genossenschaft nein
Vereine nein
Selbstständige
Einzelkaufmann (eK) nein
Einzelunternehmen nein
Gewerbetreibender nein
Freiberufler nein

Kontoauswahl

Welche Kriterien gibt es bei der Geschäftskontoauswahl?

Wir haben für Sie die wichtigsten Kriterien für die Auswahl eines Geschäftskontos zusammengefasst. Gehen Sie die einzelnen Punkte und Fragen in Ruhe durch und überlegen Sie sich, welche Kriterien Ihnen besonders wichtig sind. Dies wird die Kontoauswahl deutlich erleichtern und sogt dafür, dass Sie Ihre Entscheidung später nicht bereuen.

1. Art der Bank

Wir unterscheiden drei Arten von Banken, zwischen denen Sie wählen können. Alle haben Ihre Vor- und Nachteile. Letztlich entscheidet Ihre persönliche Präferenz.

Filialbank

Große Banken wie die Deutsche Bank und Commerzbank bieten Ihnen im Gegensatz zu den anderen Optionen einen klaren Vorteil: die persönliche Betreuung.
Entscheiden Sie sich für eine Filialbank, wenn Sie Wert auf eine persönliche Beratung vor Ort legen und immer einen Ansprechpartner in der Nähe haben wollen, an den Sie sich bei Fragen und Problemen wenden können und der Ihnen maßgeschneiderte Lösungen für Ihr Unternehmen präsentiert. Mehr Service bedeutet allerdings auch höhere Kosten. Die Kontoführungsgebühren starten meist bei 5 bis 10 Euro im Monat.
Filialbanken sind auch die erste Wahl, wenn Sie viele Bareinzahlungen haben oder beleghafte Buchungen, wie z.B. Scheckeinreichungen, tätigen möchten.

Direktbank

Direktbanken wie die DKB oder Fidor Bank haben kein eigenes Filialnetz und beschäftigen weniger Mitarbeiter. Dadurch bekommen Sie bei diesen Banken meist günstigere Konditionen. Dafür haben Sie aber keinen persönlichen Ansprechpartner und müssen notfalls auch mal minutenlang in der Warteschleife hängen oder mehrere Tage auf eine Antwort Ihrer E-Mail warten. Eine Direktbank macht nur für Sie Sinn, wenn Sie Ihr Konto ausschließlich online führen möchten und keine beleghaften Buchungen haben.

FinTech / Neobank

FinTechs (Kurzform für Finanztechnologie) wie N26 und Holvi wollen durch die Kombination aus innovativen und kreativen Lösungen mit moderner Technologie das Banking vereinfachen und optimieren. Der Vorteil für den Kunden: In der jeweiligen Smartphone-App lassen sich innerhalb weniger Sekunden Umsätze kategorisieren, Überweisungen tätigen und Einstellungen ändern. Auch preislich sind die Angebote der FinTechs attraktiver als Filialbanken. Der Nachteil: Viele FinTechs verschwinden genauso schnell in der Versenkung, wie sie emporgestiegen sind. Wählen Sie daher einen Anbieter, der schon ein paar Jahre auf dem Markt aktiv ist und sich etabliert hat.

Tipp

Fragen Sie bei Ihrer Hausbank nach einem günstigen Geschäftskonto-Angebot. Kreditinstitute haben häufig etwas Spielraum in der Gestaltung ihrer Konditionen. Und wenn Sie schon Kunde sind, kommt Ihre Bank Ihnen vielleicht entgegen.

Entscheiden Sie sich für eine Bank, deren Image Sie anspricht und der Sie vertrauen.

  • Welche Art der Bank spricht Sie am meisten an: Filialbank, Direktbank oder FinTech?
  • Welche Banking-Möglichkeiten möchten Sie nutzen: Filialbanking, Online-Banking, Mobile Banking, Telefon-Banking?
  • Was ist Ihnen wichtiger: der persönliche Kontakt und eine Filiale in der Nähe oder geringere Gebühren und moderne Funktionen?
  • Können Sie sich vorstellen, dieser Bank mehrere Jahre treu zu sein?

2. Rechtsform

Die meisten Banken bieten nur bestimmten Rechtsformen ein Geschäftskonto an. Während Einzelunternehmen und Freiberufler fast überall akzeptiert werden, gibt es für Rechtsformen wie die GmbH, AG, KG oder OHG deutlich mehr Beschränkungen. Auf kontofinder.de haben wir für Sie auf allen Geschäftskontodetailseiten die möglichen Rechtsformen aufgelistet.

  • Kann ich mit meiner Rechtsform ein Business-Konto bei dieser Bank eröffnen?

3. Kontoführungsgebühr

Schauen Sie nicht nur auf die Höhe der monatlichen Kontoführungsgebühr, sondern auch darauf, welche Leistungen Sie dafür bekommen und ob sich diese für Sie lohnen und ob SIe diese überhaupt brauchen. Teurere Geschäftskonten bieten viele Inklusivleistungen, während bei kostenlosen Geschäftskonten meist beim Überweisen oder Geldabheben höhere Kosten entstehen.

  • Welche monatliche Grundgebühr sind Sie bereit zu zahlen? Was ist Ihr Limit?
  • Wie hoch ist die monatliche Kontoführungsgebühr des jeweiligen Geschäftskontos?
  • Welche Leistungen sind in der Kontoführungsgebühr bereits inbegriffen?
  • Entstehen zusätzliche Kosten durch weitere Kontoinhaber?
  • Müssen für die kostenlose Kontoführung bestimmte Bedingungen erfüllt werden?
  • Fallen bei einem zu hohen Guthaben Negativzinsen an?

4. Buchungen

Hier lohnt sich das Nachrechnen. Schätzen Sie ungefähr, wie viele Buchungen Sie im Monat haben und was diese dann kosten würden. Falls Sie Wert auf beleghafte Buchungen (Überweisung am Schalter, Scheckeinreichung, Telefonische Aufträge über einen Mitarbeiter) legen, schränkt dies Ihre Auswahl bereits deutlich ein.

Viele Kreditinstitute bieten eine gewisse Anzahl an monatlichen Freiposten. Erst wenn diese Zahl überschritten wird, müssen Sie zahlen.

Tipp

Je weniger Buchungen Sie haben, desto eher lohnt sich ein kostenloses oder günstiges Geschäftskonto. Je mehr Buchungen Sie haben, desto mehr rechnet sich ein Geschäftskonto mit höheren Kontogebühren.

  • Wie viele Überweisungen tätigen Sie ungefähr im Monat?
  • Haben Sie nur beleglose Überweisungen, die Sie online oder in der App ausführen oder auch beleghafte Buchungen wie z.B. Scheckeinreichungen?
  • Wie teuer sind beleglose und beleghafte Buchungen?
  • Gibt es Freiposten? Wenn ja, wie viele im Monat? Welche Gebühren werden danach fällig?
  • Wie teuer sind Echtzeitüberweisungen?
  • Nutzen Sie den Lastschrifteinzug? Für welchen Preis wird diese Option angeboten und ist das Feature überhaupt verfügbar?
  • Sind Sie international tätig? Wenn ja, wie teuer sind Auslandsüberweisungen (Nicht-SEPA)?

5. Bareinzahlungen

Wenn Ihnen Bareinzahlungen wichtig sind, fallen viele Konten von Direktbanken und FinTechs heraus. Vor allem Einzelhändler oder Gastronomen mit einem hohen Bargeldanteil müssen genau schauen, welche Optionen der Einzahlung es gibt und wie teuer diese sind.

  • Wo sind Einzahlungen möglich: am Kassenschalter, am Einzahlautomat, bei einem externen Anbieter oder an Supermarkt-Kassen?
  • Wie hoch sind die Gebühren hierfür jeweils?

6. Geld abheben

Gebühren für das Geldabheben können sich schnell aufaddieren. 2,00 % Gebühr bei einem Abhebebetrag von 1.000 € ergeben bereits Kosten von 20,00 €. Schauen Sie daher genau, ob und an welchen Automaten Sie kostenlos an Bargeld kommen. Wenn Sie gar kein Bargeld vom Businesskonto brauchen um so besser!

Bei vielen FinTechs ist eine bestimmte Anzahl an Abhebungen im Monat gratis. Erst danach fällt eine prozentuale oder feste Gebühr an.

  • Wie oft und wie viel Geld heben Sie durchschnittlich im Monat ab? Reichen die Kartenlimits dafür aus?
  • Wo können Sie kostenlos Bargeld abheben? Gibt es Geldautomaten in Ihrer Nähe, die Sie kostenfrei nutzen können?
  • Ist das Kreditinstitut einem Bankenverbund angeschlossen, so dass Sie ein großes Automatennetz gebührenfrei nutzen können?
  • Wie teuer ist das Geldabheben im Ausland, vor allem außerhalb der EU? Fallen dabei Fremdwährungsgebühren an?
  • Lohnt sich eine Kreditkarte, mit der Sie überall gebührenfrei Bargeld abheben können?
  • Gibt es Bargeld auch in der Filiale am Schalter oder an der Kasse von bestimmten Supermärkten?

7. Karten

Während Filialbanken meist Girocards und Kreditkarten in mehreren Variationen anbieten, gibt es bei FinTechs häufig nur eine Debit-Kreditkarte oder virtuelle Debit-Kreditkarte.

  • Welche Kontokarten benötigen Sie für Ihr Unternehmen?
  • Brauchen Sie eine Girocard und wie hoch sind die Kosten dafür?
  • Benötigen Sie eine Kreditkarte?
  • Um welche Art Kreditkarte handelt es sich? Charge, Prepaid, Virtuell oder Debit?
  • Wie hoch ist die Jahresgebühr der Kreditkarte? Werden Gebühren ab einem bestimmten Jahresumsatz erstattet?
  • Werden Google Pay und Apple Pay unterstützt und können Sie mit der Businesskarte auch kontaktlos bezahlen?
  • Wie hoch sind die Fremdwährungsgebühren für das Bezahlen im Ausland?

8. Kredit

Falls Sie früher oder später planen, einen größeren Kredit aufzunehmen oder einen Kontokorrentkredit einzurichten, dann berücksichtigen Sie dies bereits bei Ihrer Kontowahl.

  • Ist eine geduldete Kontoüberziehung möglich? Wenn ja, zu welchen Konditionen?
  • Brauchen Sie eventuell später einen Kontokorrentkredit? Sind individuelle Konditionen verhandelbar, abhängig von den Einnahmen?
  • Planen Sie größere Investitionen, für die Sie Kredite benötigen?

9. Sicherheit

Ihr Geld ist die Lebenslinie Ihres Unternehmens. Daher ist es wichtig, dass Sie die Sicherheit Ihrer Einlagen nicht vernachlässigen.

  • Gab es bei der Bank in der Vergangenheit schon einmal Sicherheitslücken?
  • Was tut die Bank für die Sicherheit Ihrer Kundengelder?
  • Welche TAN-Verfahren bietet die Bank an? Wie sicher sind diese? Fallen Gebühren an?

10. Service

Im Notfall oder bei dringenden Fragen sollte Ihnen das Kreditinstitut schnell helfen können. Wählen Sie daher eine Bank, die Ihnen den Service gibt, den Sie brauchen.

  • Welchen Serviceumfang bietet das Kreditinstitut?
  • Wie und zu welchen Zeiten ist die Bank erreichbar (Telefon, Chat, E-Mail, Kontaktformular)?
  • Gibt es einen persönlichen Ansprechpartner?
  • Wie wird der Service der Bank im Internet bewertet?
  • Wie schnell lassen sich Einstellungen oder Angaben ändern?

11. Zusatzleistungen

Vor allem FinTechs fügen immer neue Funktionen und Leistungen zu Ihrem Angebot hinzu, die vor allem für Einzelunternehmer und Freiberufler interessant sind. Machen Sie sich daher Gedanken, ob es Funktionen gibt, die Sie gerne bei Ihrem neuen Geschäftskonto dabei hätten.

  • Soll ein Buchhaltungstool integriert sein?
  • Brauchen Sie ein oder mehrere Unterkonten zur Trennung Ihrer Guthaben oder ein Fremdwährungskonto für internationale Geschäfte?
  • Benötigen Sie eine DATEV-Schnittstelle?
  • Gibt es ein Startguthaben oder ein Kunden-werben-Kunden Programm?
  • Gibt es Rabatte bei Partnern der Bank oder spezielle Angebote für Gründer?

Wie wähle ich das richtige Geschäftskonto für mich aus?

Das richtige Geschäftskonto ist das Konto, das zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passt und alle für Sie wichtigen Leistungen zu einem angemessenen Preis bietet.

Schritt 1: Kriterien festlegen
Beginnen Sie zunächst damit, die oben aufgelisteten Kriterien einmal in Ruhe durchzugehen. Die Hinweise und Fragen helfen Ihnen dabei, nichts Wichtiges zu vergessen und für sich herauszufinden, auf welche Leistungen Sie besonders achten müssen.

  • Was ist Ihnen persönlich wichtig?
  • Was brauchen Sie unbedingt?
  • Welche Leistungen nutzen Sie wie oft?

Schreiben Sie sich am besten kurz Ihre Antworten auf.

Schritt 2: Angebote vergleichen
Nutzen Sie den Kontofinder und vergleichen Sie alle in Frage kommenden Angebote, die Ihren Kriterien entsprechen. Wählen Sie Angebote, die auf Sie einen guten Eindruck machen. Das Ziel ist, dass Sie danach 2-3 Business-Konten in Ihrer Endauswahl haben.

Schritt 3: Kosten durchrechnen
Rechnen Sie aus, auf welche Kosten Sie bei den jeweiligen Konten im Monat kommen würden. Addieren Sie die Kontoführungsgebühr mit den Gebühren für die Kartennutzung, Ausführung von Buchungen und sonstigen Leistungen zusammen. Passen Sie auf Kostenfallen auf. Am Ende sehen Sie schwarz auf weiß, was Sie das jeweilige Geschäftskonto kosten würde.

Entscheiden Sie sich nun final für das Geschäftskonto mit dem aus Ihrer Sicht besten Preis-Leistungsverhältnis.

Klassische Bank vs FinTech – taugt eine App als Geschäftskonto?

In den letzten Jahren sind immer mehr Startups in den Bankenmarkt vorgedrungen. Mittlerweile sind FinTechs eine ernstzunehmende Konkurrenz für die klassischen Banken. Sie bieten über die angebotenen Apps eine schnelle und unkomplizierte Kontoführung sowie viele nützliche Funktionen, die es so bisher nicht gab.

Hier ein Vergleich der klassischen Banken und FinTechs:

klassische Bank FinTech
Filialen ja nein
Kontoführung teurer günstiger, häufig kostenlos
Buchungen beleghaft und beleglos, meist teurer nur beleglos, häufig kostenlos
Bareinzahlung ja, an Kasse und Einzahlautomat selten, teilweise an Supermarkt-Kassen oder bei externen Anbietern
Barabhebung gebührenfrei an Automaten des Bankenverbunds meist 1-2 % je Abhebung, vor allem bei günstigen Konten
Kontokarten meist gratis Girocard und kostenpflichtige Kreditkarten meist keine Girocard und gratis Debit-Kreditkarte
Konto­überziehung ja selten
Lastschrift­einzug ja selten
Support Ansprechpartner in Filiale, Telefon, E-Mail Telefon, E-Mail, Live Chat

Wenn Ihnen die persönliche Beratung und Service vor Ort wichtig sind und Sie dafür bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen, führt nach wie vor kein Weg an einer klassischen Bank vorbei.

Die Angebote der FinTechs machen vor allem Sinn, wenn Sie sowieso Ihr Smartphone viel nutzen und Geld bei der Kontoführung sparen möchten.

Ein Punkt, der häufig übersehen wird, ist die Langlebigkeit. Während es die großen deutschen Banken schon Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte gibt, sind die FinTechs erst seit wenigen Jahren aktiv. Viele dieser Startups werden aufgekauft oder stellen, so wie zum Beispiel Hufsy, bereits nach kurzer Zeit den Betrieb ein. Im schlimmsten Fall müssten Sie also Ihr Konto wechseln, was mit einem hohen Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden ist. Denken Sie also bei Ihrem Geschäftskonto nicht nur an heute, sondern schauen Sie auch schon auf die nächste Jahre voraus.

Gibt es ein Geschäftskonto ohne Schufa?

Haben Sie einen negativen Schufa-Eintrag und brauchen trotzdem ein Geschäftskonto zur Abwicklung Ihres Zahlungsverkehrs?

Dann haben wir gute Nachrichten: Es gibt einige wenige Banken und Fintechs, die ein schufafreies Geschäftskonto anbieten. Dazu gehören:

Bei diesen Geschäftskonten ohne Schufa müssen Sie allerdings Einschränkungen in Kauf nehmen. Das Konto wird nur auf Guthabenbasis geführt. Eine Kontoüberziehung oder die Einräumung einer Kreditlinie sind nicht möglich. Zudem werden keine echten Kreditkarten (Charge-Karten), sondern nur Prepaid- oder Debit-Kreditkarten angeboten.

Es gibt zudem Angebote wie das Fidor Smart Geschäftskonto und Holvi Geschäftskonto, bei denen eine Schufa-Auskunft erfolgt, die jeweilige Bank aber nicht so strenge Kriterien bei der Bonitätsbeurteilung hat, so dass Sie dort trotz negativem Eintrag ein Business-Konto erhalten könnten.

Als Einzelunternehmer oder Freiberufler mit schlechter Bonität werden Sie es schwer haben, ein Konto bei einer klassischen Bank zu erhalten, da diese bei der Kontoeröffnung immer eine Schufa-Auskunft einholt. Sollten Sie Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft sein, stehen Ihre Chancen besser, da das Unternehmen selbst als juristische Person fungiert und die Bonität der Gesellschafter meist keine so große Rolle spielt.

Kontoempfehlungen für Selbstständige: Was ist das beste Geschäftskonto für Einzelunternehmer und Freiberufler?

Hier sind unsere aktuellen Empfehlungen für Freiberufler, Freelancer und Einzelunternehmer:

Bestes online geführtes Geschäftskonto
N26 Geschäftskonto

Das N26 Business Konto bietet aktuell das beste Gesamtpaket. Die Vorteile sprechen für sich:

  • keine Kontoführungsgebühren
  • beleglose Buchungen unbegrenzt kostenlos
  • Girocard und Debit-Kreditkarte gratis
  • Einzahlungen an Supermarkt-Kassen möglich
  • 3-5x im Monat mit MasterCard in €-Ländern gratis Bargeld abheben
  • 0,1 % Cashback auf Einkäufe
  • Kontoüberziehung möglich
  • Spaces-Funktion zum Anlegen von Unterkonten
  • automatische Kategorisierung
  • Push-Benachrichtigung über Umsätze

Alternativen sind das Kontist Geschäftskonto, Fyrst Base Geschäftskonto oder das Holvi Starter Geschäftskonto.

Bestes klassisches Geschäftskonto
Postbank Business Giro aktiv

Die Angebote der Postbank, Commerzbank, HypoVereinsbank, Deutschen Bank und Targobank liegen leistungs- und preismäßig eng beieinander. Hierbei kommt es vor allem auf Ihre Präferenz an. Wir empfehlen zurzeit das Postbank Business Giro aktiv Geschäftskonto aus folgenden Gründen:

  • 12,90 € monatlicher Grundpreis, die ersten 6 Monate gratis
  • Buchungen beleglos je 0,14 €, beleghaft je 2,00 €
  • Girocard gratis, Kreditkarte im 1. Jahr kostenlos
  • an 7.000 Cash Group Automaten in Deutschland gebührenfrei Bargeld
  • Einzahlungen möglich
  • Kontokorrentkredit ab 7,99 %

Alternativen sind das HVB Business Klassik und Targobank Business-Konto Plus.

Geschäftskonto eröffnen

Was gibt es bei der Kontoeröffnung des Business-Kontos zu beachten?

Um ein Geschäftskonto eröffnen zu können, müssen Sie volljährig sein und einen deutschen Unternehmenssitz haben.

Machen Sie sich vor der Kontoeröffnung genau Gedanken, wer alles Zugriff auf das Konto haben soll. Wenn Sie Einzelunternehmer oder Freiberufler sind, kann es zum Beispiel Sinn machen, einer vertrauten Person eine Bankvollmacht zu geben, so dass diese die Bankgeschäfte führen kann, falls Sie für längere Zeit krank sein sollten. Jeder Verfügungsberechtigte muss bei der Kontoeröffnung erfasst und legitimiert werden.

Klären Sie bei mehreren Geschäftspartner am besten vertraglich, wer auf welche Art und Weise über das Firmenkonto verfügen darf, zum Beispiel ob nur beide Gesellschafter zusammen Aufträge aufgeben können bzw. wer über wie viel Geld verfügen darf.

Erkundigen Sie sich vor der Kontoeröffnung bei der Bank Ihrer Wahl, welche Unterlagen und Informationen bei Ihrer Rechtsform benötigt werden. Dazu reicht ein kurzer Anruf oder Blick in den FAQ-Bereich auf der Internetseite. So vermeiden Sie unnötige Verzögerungen bei der Eröffnung des Geschäftskontos.

Wie läuft die Kontoeröffnung für Geschäftskunden ab?

Der Ablauf und die Dauer der Kontoeröffnung hängt von der Rechtsform und der Art der Bank ab.

Für Einzelunternehmer und Freiberufler ist die Kontoeröffnung in den letzten Jahren deutlich einfacher und schneller geworden. Sie können meist das Geschäftskonto direkt online oder via Banking-App in wenigen Minuten beantragen.

Schritt 1: Kontoeröffnungsantrag ausfüllen
Ob online, in der App oder in der Filiale: Zunächst möchte die Bank alle wichtigen Daten von Ihnen und stellt hierbei auch Fragen zur Dauer Ihrer Selbstständigkeit und einer Einschätzung der Einnahmen.

Schritt 2: Unterlagen einreichen
Bei einer Online-Kontoeröffnung laden Sie die entsprechenden Dokumente hoch bzw. müssen diese schriftlich nachreichen. Fragen Sie bei einer Eröffnung in der Filiale schon bei der Terminvereinbarung nach, welche Unterlagen benötigt werden.

Schritt 3: Legitimation durchführen
Die Bank ist verpflichtet, jeden Kontoinhaber, gesetzlichen Vertreter und Verfügungsberechtigten zu legitimieren. In der Filiale wird dies vom Bankmitarbeiter durchgeführt. Wer das Konto online oder mobil eröffnet, nutzt entweder das Post-Ident oder Video-Ident-Verfahren.

Schritt 4: Kontoeröffnung mit eigener IBAN
Bei einigen FinTechs und Direktbanken erhalten Sie bereits wenige Minuten nach dem Abschicken des Kontoeröffnungsantrags Ihre eigene IBAN sowie einen Zugang zu Ihrem neuen Geschäftskonto. Andere Banken überprüfen erst Ihre Angaben und Unterlagen und schicken Ihnen das Kontoeröffnungsschreiben wenige Tage später zu.

Schritt 5: Karten, PINs und Zugangsdaten erhalten
In den nächsten Tagen bekommen Sie dann getrennt voneinander Ihre Kontokarten und PINs sowie die Zugangsdaten für das Online-Banking, falls Sie diese nicht schon vorher erhalten bzw. eingerichtet haben.

Der gesamte Eröffnungsprozess des Business-Kontos dauert ca. 5 bis 14 Tage. Planen Sie also genügend Zeit ein.

Welche Unterlagen werden für die Kontoeröffnung benötigt?

Das Wichtigste zuerst: Erkundigen Sie sich vorher bei Ihrer neuen Bank, welche Unterlagen für Ihre Rechtsform benötigt werden, da es von Bank zu Bank leichte Abweichungen gibt. Rufen Sie entweder kurz an oder schauen Sie im FAQ auf der Internetseite. So kommt es während der Kontoeröffnung nicht zu unnötigen Verzögerungen.

Grundsätzlich braucht die Bank als Identitätsnachweis Ihren Personalausweis oder Reisepass und einen Nachweis, der die Art und den Umfang Ihrer geschäftlichen Tätigkeit aufzeigt.

Bei einem Einzel- oder Kleinunternehmer reicht meist eine Kopie der Gewerbeanmeldung. Bei Freiberuflern ist die Steuernummer wichtig. Je nach Bank werden zusätzlich Einkommensnachweise, wie z.B. ältere Kontoauszüge, gefordert, vor allem wenn Sie einen Kontokorrentkredit einrichten möchten.

Personen- und Kapitalgesellschaften haben andere Unterlagen vorzulegen. Dazu gehören:

  • Personalausweis oder Reisepass aller Gesellschafter
  • Registerauszug (z.B. Handelsregisterauszug oder Vereinsregisterauszug)
  • Gesellschaftervertrag und Gesellschafterliste (z.B. bei GmbH, KG, OHG) bzw. GbR-Vertrag
  • Gründungsurkunden

Bei allen aufgelisteten Dokumenten reichen Kopien, die gegebenenfalls zu beglaubigen sind.

Die Schufa-Auskunft wird von der Bank selbst eingeholt. Diese entfällt bei einigen FinTechs und Direktbanken, da dort das Business-Konto nur im Guthaben geführt wird und nicht überzogen werden kann.

Welche Möglichkeiten der Identifizierung gibt es?

Deutsche Banken sind nach §154 AO Abs. 2 zur Legitimationsprüfung verpflichtet und müssen sich dabei Gewissheit über die Person und Anschrift eines jeden Verfügungsberechtigten verschaffen.

Wenn Sie Ihr Geschäftskonto in der Filiale eröffnen, wird dort gleich die Identitätsprüfung durchgeführt. Sollten Sie Ihr Konto hingegen online eröffnen, gibt es heutzutage 2 Möglichkeiten:

PostIdent
Beim kostenlosen PostIdent Verfahren legitimieren Sie sich in einer Deutsche Post Filiale. Dafür drucken Sie den PostIdent Coupon aus, den Sie direkt nach dem Ausfüllen des Kontoeröffnungsantrags in der Regel als PDF zum Download erhalten. In der Postfiliale legen Sie den Coupon zusammen mit Ihrem Personalausweis oder Reisepass dann einem Mitarbeiter vor. Dieser führt die Legitimation durch und informiert anschließend die Bank. Wenige Tage später erhalten Sie dann, wenn alles geklappt hat, die Kontoeröffnungsbestätigung.

VideoIdent
Das Video-Ident-Verfahren gibt es erst seit einigen Jahren. Die Banken arbeiten hierbei mit externen Firmen zusammen, die für sie die Identitätsprüfung direkt online per Videotelefonie durchführen. Für dieses Verfahren benötigen Sie ein modernes Smartphone bzw. Tablet oder ein Notebook mit Webcam. Sie starten damit direkt nach dem Ausfüllen des Kontoeröffnungsantrags eine Video-Übertragung zu einem geschulten Mitarbeiter. Dieser sagt Ihnen dann, was genau zu tun ist. Sie müssen zum Beispiel Ihren Ausweis deutlich sichtbar in die Kamera halten. Das Verfahren dauert nur wenige Minuten und ist für Sie kostenlos. Der Vorteil ist, dass anschließend direkt die Kontoeröffnung beendet werden kann. Der Weg zur Post entfällt und Sie bekommen zeitnah Ihre neue Kontonummer und die Zugangsdaten zu Ihrem neuen Geschäftskonto.

Kontoführung

Wie führt man das Geschäftskonto richtig, damit der Steuerberater glücklich ist?

Steuern sind für viele Selbstständige ein Graus. Daher macht es für diese Unternehmer Sinn, mit einem Steuerberater zusammenzuarbeiten. Dieser steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, beantwortet Fragen, verarbeitet die Belege und erstellt Ihnen die Steuererklärung.

Je ordentlicher und gewissenhafter Sie Ihr Geschäftskonto führen, desto glücklicher wird auch Ihr Steuerberater sein.

Laden Sie deshalb in regelmäßigen Abständen Ihre Kontoauszüge herunter bzw. holen Sie diese in der Filiale ab. Sortieren Sie anschließend die Auszüge in chronologischer Reihenfolge.

Achten Sie bei der Kontoführung darauf, dass bei jedem Zahlungsvorgang eine Rechnungsnummer im Verwendungszweck angegeben ist. Machen Sie eine Notiz an die entsprechende Stelle, falls es besondere Vermerke gibt, die der Steuerberater wissen muss. So vermeiden Sie ein unnötiges Nachfragen, falls dem Berater etwas nicht klar ist.

Zudem schätzen es die meisten Steuerberater, wenn Sie Ihre Belege vorsortieren. Dazu werden die Belege direkt hinter den entsprechendem Kontoauszug abgeheftet, damit alles gleich korrekt sortiert ist.

Tipp

Fragen Sie Ihren Steuerberater, was ihm oder ihr besonders wichtig ist. Wie sollen die Belege abgeheftet werden? Gibt es etwas Wichtiges beim Umgang mit den Unterlagen zu beachten? Achten Sie also auf eine ordentliche Konto- und Buchführung sowie auf eine klare Kommunikation mit Ihrem Steuerberater und einer guten Partnerschaft steht nichts im Wege.

Was gibt es für Tipps und Tricks für eine gute Kontoführung?

Hier sind einige Tipps, um Ihnen die Kontoführung zu erleichtern, so dass Sie mehr Zeit und weniger Aufwand haben:

Einstellungen optimieren
Gehen Sie im Online-Banking oder in der Smartphone-App einmalig alle Einstellungen durch und passen Sie alles für Ihre Bedürfnisse an. Häufig verstecken sich dort nützliche Funktionen, von denen Sie vorher nicht wussten, dass es sie überhaupt gibt.

Unterkonto nutzen
Ein Unterkonto hilft Ihnen, einen bestimmten Geldbetrag getrennt vom eigentlichen Hauptkonto zu verwalten. Sie können zum Beispiel auf einem Unterkonto Rücklagen für die Steuer bilden. Wenn es dann Zeit wird, die Umsatz-, Einkommens- oder Gewerbesteuer zu zahlen, überweisen Sie einfach den entsprechenden Betrag auf Ihr Hauptkonto und von dort aus dann zum Finanzamt. Das Unterkonto eignet sich auch zur Bildung von Rücklagen für Notzeiten oder für anstehende Investitionen.

Sicherheit
Sie können viel für Ihre Sicherheit tun:

  • falls möglich, stellen Sie Überweisungs- und Kartenlimits ein
  • bewahren Sie Karten-PINs und andere Passwörter nicht frei zugänglich auf
  • speichern Sie wichtige Telefonnummern, wie z.B. die Sperr-Hotline der Kontokarte, direkt im Handy ab, damit Sie im Notfall schnell reagieren können
  • verwenden Sie ein sicheres TAN-Verfahren
  • falls möglich, aktivieren Sie die Push-Benachrichtigung auf Handy oder per E-Mail, um direkt über Vorgänge auf Ihrem Geschäftskonto informiert zu werden
  • laden Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Kontoauszüge herunter und kontrollieren Sie alle Buchungen

Banking
Nutzen Sie die Banking-Möglichkeit, die am besten zu Ihnen passt. Sind Sie viel unterwegs, verwenden Sie die Banking-App. Arbeiten Sie viel am PC oder Notebook, dann nutzen Sie das Online-Banking.

Rücklagen bilden
Lassen Sie immer einen bestimmten Geldbetrag auf Ihrem Geschäftskonto, um für Eventualitäten vorzusorgen. Es kann hierbei auch sinnvoll sein, wenn Sie einen Kontokorrentkredit einrichten. Überweisen Sie nur Geld auf Ihr Privatkonto, welches Sie unbedingt brauchen oder investieren möchten.

Kalender benutzen
Es ist wichtig, dass Sie immer einen guten Überblick über Ihre Finanzen haben. Richten Sie deshalb Termine in Ihrem Kalender ein, wann Zahlungen fällig werden und kontrollieren Sie, dass ausgestellte Rechnungen fristgerecht bezahlt werden. Erinnern Sie sich am besten immer ein paar Tage eher, um mehr Spielraum zu haben.

Wie hilfreich sind digitale Buchhaltungstools für die Kontoführung?

Digitale Buchhaltungstools ermöglichen die papierlose, automatische Buchhaltung in Kombination mit Ihrem Geschäftskonto. Zu den bekannten Anbietern zählen z.B. lexoffice, sevDesk, Debitoor und Zervant.

Die angebotenen Buchhaltungstools bieten viele nützliche Funktionen, die vor allem für Einzelunternehmen, Freiberufler und Freelancer interessant sind:

  • Angebote zur Auftragsgewinnung erstellen
  • Schreiben, Erfassen, Buchen und Kategorisieren von Rechnungen mit automatischen Zahlungsabgleich
  • Verfassen von Zahlungserinnerungen und Mahnschreiben
  • Belege hinterlegen, sortieren und archivieren
  • Schnittstelle für den Steuerberater
  • Umsatzsteuervoranmeldung via ELSTER Schnittstelle

Je nach Auftragsvolumen und Anzahl der Rechnungen sparen Ihnen die Buchhaltungstools viel Zeit und Geld.

Häufig können Sie das Angebot für 1 bis 4 Wochen kostenlos und unverbindlich testen. Nutzen Sie diese Zeit und probieren Sie einen Anbieter aus, dessen Funktionen Ihnen zusagen. Können Sie sich vorstellen, mit dem Tool langfristig zu arbeiten? Sparen Sie so viel Zeit und Geld, dass sich die Anschaffung und Nutzung wirklich lohnen?

Die Anbieter haben meist verschiedene Pakete zur Auswahl. Kleine Pakete für Einsteiger beginnen bei wenigen Euro im Monat. Größere Pakete mit Extra-Funktionen für Vielnutzer kosten mehrere Hundert Euro pro Jahr. Billiger wird es, wenn Sie gleich für das gesamte Jahr im Voraus zahlen.

Wie schaut es bei der Kontoüberziehung aus?

Es geht schnell: die Technik geht kaputt und muss ersetzt werden, Zahlungseingänge verzögern sich oder die Steuer fällt höher aus als gedacht. Dann wird es knapp auf dem Konto.

Je nach Kreditinstitut werden kurze Kontoüberziehungen geduldet. Überweisungen und Lastschriften werden dann trotzdem ausgeführt, auch wenn das Konto mit einem kleinen Betrag ins Minus gerät.

Bei Fintechs und App-geführten Konten sieht es meist anders aus. Diese mobilen Konten werden in der Regel rein im Guthaben geführt und können nicht überzogen werden.

Viele klassische Banken bieten Ihren Geschäftskunden die Möglichkeit, einen Kontokorrentkredit einzurichten.

Dieser ähnelt dem Dispokredit für Privatkunden. Beide Kreditformen bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihr Konto bis zu einem gewissen Betrag zu überziehen. So überbrücken Sie kurze finanzielle Engpässe oder tätigen dringende Investitionen.

Es gibt dabei keine festen Kreditraten. Die Rückzahlung erfolgt durch die eingehenden Zahlungen auf dem Konto. Der Kredit gibt Ihnen also einen größeren finanziellen Spielraum, gerade für Unvorhersehbares.

Dafür zahlen Sie aber auch hohe Zinsen, die in der Regel über 10 % liegen. Der Kontokorrentkredit eignet sich deshalb nur für kurzfristige Überziehungen. Ansonsten werden die Zinsen zu teuer.

Die Beantragung geht online oder in der Filiale. Im Gegensatz zum Dispokredit erfolgt meist eine genauere und strengere Kreditprüfung. Da der Einzelunternehmer kein festes Gehalt wie Privatpersonen hat, schaut die Bank genauer hin und verlangt eventuell auch Sicherheiten.

Kontowechsel

Wann macht ein Kontowechsel für Geschäftsleute Sinn?

Sie wollen Geld sparen
Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die deutschen Banken mit sinkenden Zinseinnahmen zu kämpfen. Um die schrumpfende Gewinnspanne auszugleichen, erhöhen viele Kreditinstitute die Kontoführungsgebühren sowie die Preise für Zusatzleistungen. Es kann daher gut sein, dass Sie nach einer Gebührenerhöhung 50 bis 100 Euro mehr im Jahr für die Kontoführung bezahlen müssen. Gerade für kleinere Unternehmen lohnt sich dann ein Kontowechsel, um Geld zu sparen.

Sie wollen besseren Service
Sind Sie mit dem Service Ihrer Bank nicht mehr zufrieden? Oder wollen Sie unbedingt einen persönlichen Ansprechpartner, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht? Dann kann ein Kontowechsel Sinn machen.

Ihre Bedürfnisse haben sich geändert
Wenn sich Ihr Business vergrößert oder verkleinert, verändern sich auch die Anforderungen an Ihr Geschäftskonto. Eventuell haben Sie im Vergleich zum letzten Jahr deutlich mehr Buchungen und brauchen nun ein Konto, das diesen Veränderungen gerecht wird. Oder Sie wollen ein mobiles Girokonto, weil Sie häufiger unterwegs sind.

Tipp

Wechseln Sie Ihr Geschäftskonto nur, wenn Sie wirklich gute Gründe haben. Der bevorstehende Zeit- und Arbeitsaufwand lohnt sich nur, wenn das neue Business-Konto deutlich bessere Konditionen für Sie bietet.

Wie sollte der Kontowechsel am besten ablaufen?

Damit Sie beim Wechseln des Geschäftskontos nicht unnötig Zeit verschwenden oder etwas Wichtiges vergessen, haben wir Ihnen die wichtigsten Schritte für einen schnellen und reibungslosen Kontowechsel zusammengefasst.

Schritt 1: Neues Geschäftskonto finden

Nutzen Sie die Informationen des Abschnitts Kontoauswahl, um das für Sie passende Geschäftskonto zu finden. Bietet das neue Geschäftskonto wirklich die Konditionen, die Ihnen wichtig sind? Es kann hierbei auch Sinn machen, bei der gleichen Bank zu bleiben und nur das dort angebotene Kontomodell zu wechseln. So ändert sich in der Regel nicht Ihre Kontonummer.

Schritt 2: Neues Business-Konto eröffnen
Nachdem Sie das richtige Konto für Ihr Unternehmen gefunden haben, wird es Zeit für die Kontoeröffnung. Je nach Bank erhalten Sie kurze Zeit später alle wichtigen Anmeldedaten sowie Kontokarten mit PINs.

Schritt 3: Neues und altes Konto parallel laufen lassen
Überweisen Sie zunächst ein ausreichendes Guthaben auf das neue Konto. Lassen Sie gleichzeitig aber genügend Deckung auf dem alten Konto. So stellen Sie sicher, dass während der Übergangsphase alle Zahlungen und Lastschriften korrekt abgehen. Machen Sie sich in dieser Zeit in Ruhe mit dem neuen Geschäftskonto vertraut und schauen Sie, dass alles zu Ihrer Zufriedenheit ist. Am besten ist es, wenn beide Konten für mindestens 3 Monate parallel laufen, bis alles umgestellt ist.

Schritt 4: Kontonummer aktualisieren
Jetzt kommt der aufwändigste Teil. Durch die Änderung der Kontonummer gibt es einiges zu tun:

  • Informieren Sie alle Zahlungspartner (z.B. Kunden, Händler, Finanzamt) und Mitarbeiter (z.B. Buchhaltung) über die neue Bankverbindung. Gehen Sie dazu alle Zahlungseingänge und -ausgänge auf den Kontoauszügen der letzten 13 Monate konzentriert durch, um auch jährliche Zahlungen nicht zu übersehen. Nutzen Sie eine Textvorlage für E-Mails und Briefe, um Zeit zu sparen.
  • Richten Sie Ihre laufenden Daueraufträge auf dem neuen Geschäftskonto ein und löschen Sie anschließend die Daueraufträge auf Ihrem bisherigen Konto.
  • Passen Sie Ihre Geschäftsunterlagen mit den neuen Kontodaten an, wie z.B. Briefpapier, Rechnungsvorlagen oder Prospekte. Ändern Sie auch die Bankverbindung, falls diese auf Ihrer Internetseite steht.

Schritt 5: Alle Kontoauszüge herunterladen
Selbstständige sind verpflichtet, alle Kontoauszüge für 10 Jahre aufzuheben. Wenn Sie mit Ihrem Geschäftskonto zufrieden sind, wird es Zeit, die letzten Kontoauszüge bei der alten Bank herunterzuladen bzw. in der Filiale zu holen. Achten Sie darauf, dass keine Auszüge fehlen. So vermeiden Sie Probleme mit Ihrem Steuerberater und dem Finanzamt und sparen sich die hohen Kosten für das spätere Erstellen von alten Kontoauszügen.

Schritt 6: Karten entsorgen
Falls Sie die Geldkartenfunktion auf Ihrer Kontokarte genutzt haben, wird es Zeit, den Chip zu entladen, um das Guthaben auf der Geldkarte nicht zu verlieren. Entwerten Sie anschließend alle Kontokarten, also Girocards und Kreditkarten, in dem Sie den Magnetstreifen und Chip durchschneiden.

Schritt 7: Altes Geschäftskonto kündigen
Kündigen Sie erst, wenn die folgenden 2 Punkte zutreffen:

  1. Sie sind mit Ihrem neuen Geschäftskonto zufrieden und die Kontoführung klappt problemlos.
  2. Auf dem alten Business-Konto gibt es keine Zahlungseingänge oder -ausgänge mehr. Alles läuft über das neue Konto.

Sollte es doch noch neue Umsätze auf dem bisherigen Konto geben, informieren Sie den jeweiligen Zahlungspartner erneut über Ihre geänderte Bankverbindung. Kündigen Sie anschließend zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Lassen Sie sich dabei die Kündigung von der Bank bestätigen.

Wer muss alles über den Kontowechsel informiert werden?

Es ist wichtig, dass Sie alle Zahlungspartner zeitnah über Ihre neue Kontoverbindung in Kenntnis setzen. Sonst drohen Gebühren für Rücklastschriften oder Mahnungen.

Nehmen Sie sich daher ein paar Stunden Zeit und gehen Sie konzentriert die Kontoauszüge der letzten 13 Monate durch. Achten Sie vor allem auf Zahlungen, die nur jedes Quartal oder jährlich ein- oder abgehen.

Hier ist für Sie eine Checkliste mit Personen, Ämtern und Behörden, die über den Kontowechsel informiert werden müssen:

  • eigene Mitarbeiter (in der Buchhaltung oder Personalabteilung)
  • Kunden (Stammkunden etc.)
  • Lieferanten und Großhändler
  • Steuerberater
  • Finanzamt und Gewerbeamt
  • Gemeinde
  • Wasserverbände
  • Energieversorger
  • IHK
  • Vermieter
  • Internet- und Telefonanbieter
  • Krankenkasse
  • Versicherungen
  • andere Banken (wenn z.B. das alte Konto als Referenzkonto genutzt wurde)

Erstellen Sie sich am besten eine kurze Textvorlage für den Kontakt per Brief und E-Mail, so dass Sie dann jeweils nur noch den Namen und die Adresse des Zahlungspartners austauschen müssen.

Wer darf ein Geschäftskonto kündigen?

Allgemein gilt: Der bzw. die Kontoinhaber dürfen das Konto kündigen. Eine Prokura (HGB) genügt ebenfalls für die Kündigung. Konto- oder Bankvollmachten (BGB) reichen hingegen nicht.

Hier ist eine Übersicht, wer je nach Rechtsform zur Kündigung berechtigt ist:

Rechtsform Kündigung durch
Selbstständige, Einzelunternehmer, Freiberufler jeweilige Person(en)
GmbH, GmbH & Co. KG, UG Geschäftsführer
OHG Gesellschafter
AG Vorstand
Limited Director

Bei Einzelunternehmen und Freiberuflern wird das Geschäftskonto von der jeweiligen Person gekündigt. Bei den anderen Rechtsformen ist nicht eine Person der Kontoinhaber, sondern das Unternehmen selbst. Deshalb erfolgt die Kündigung durch den gesetzlichen Vertreter.

Gibt es mehrere Geschäftsführer bzw. gesetzliche Vertreter, reicht in der Regel eine zeichnungsberechtigte Person zur Kündigung aus. Sollte es sich aber beim bisherigen Geschäftskonto um ein sogenanntes “Und-Konto” handeln, bei dem die gesetzlichen Vertreter nur zusammen verfügen dürfen, dann müssen auch alle Vertreter gemeinsam kündigen. Entscheidend ist auch, ob abweichende Regelungen in den Verträgen festgelegt wurden.

Was muss bei der Kündigung des Geschäftskontos beachtet werden?

Die Rechtsgrundlage ist § 675h “Ordentliche Kündigung eines Zahlungsdiensterahmenvertrags” (BGB). Dort ist vermerkt, dass der Kontoinhaber jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist das Geschäftskonto kündigen kann. Sollte eine Kündigungsfrist mit der Bank in der Vergangenheit vereinbart worden sein, dann darf diese nicht mehr als einen Monat betragen.

Die Kündigung ist kostenlos. Das Kreditinstitut darf keine Gebühren für die Kündigung selbst verlangen.

Kündigen Sie das Konto erst, wenn die Kontoeröffnung des neuen Geschäftskontos reibungslos geklappt hat und Sie mit Ihrer neuen Bank zufrieden sind.

Es empfiehlt sich, beide Konten noch für mindestens 3 Monate parallel laufen zu lassen, bevor Sie das alte Business-Konto auflösen.

Die Kündigung kann mittlerweile in den meisten Fällen formlos per E-Mail oder Fax erfolgen. Die sicherste Variante ist aber immer noch die schriftliche Kündigung per Brief.

Im Internet finden Sie viele Vorlagen, wie das Kündigungsschreiben am besten auszusehen hat. Häufig brauchen Sie hier nur noch die Lücken ausfüllen. Folgende Informationen sollten enthalten sein:

  • Name und Adresse des Kontoinhabers
  • Name und Adresse der Bank
  • Betreff (Kündigung des Geschäftskontos Nr. XXX zum XX.XX.XXXX)
  • Text (Bitte um Kündigung, Wann soll gekündigt werden? Bitte um schriftliche Bestätigung der Kündigung)
  • Neue Bankverbindung (Kontoinhaber, IBAN, BIC, Bank) für die Überweisung des Restguthabens
  • Ort und Datum
  • Unterschrift der Kontoinhaber bzw. gesetzlichen Vertreter

Bitten Sie in dem Schreiben unbedingt um eine schriftliche Bestätigung der Kündigung mit Angabe des genauen Datums, wann das Konto aufgelöst wird. So stellen Sie sicher, dass Ihre Kündigung die Bank auch erreicht hat und diese im System vermerkt wurde.

Zum Kündigungszeitpunkt muss das Konto ausgeglichen sein und darf sich nicht mehr im Minus befinden, damit es gekündigt werden kann. Eventuelle Restguthaben werden von der alten Bank auf das neue Geschäftskonto überwiesen.

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  1. Für welche Rechtsform suchen Sie ein Geschäftskonto?
  2. Wie möchten Sie auf Ihr Konto zugreifen? (Online-Banking, Telefon-Banking, Filial-Banking)
  3. Wie viele beleghafte und beleglose Buchungen benötigen Sie monatlich ungefähr?
  4. Haben Sie regelmäßige Geldeingänge oder immer ein dauerhaftes Durchschnittsguthaben auf dem Geschäftskonto?
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