Girokonto

Girokonten für den täglichen Zahlungsverkehr für Privatleute, Business, Studenten, Azubis, Kinder und andere

Stand: 09.09.2022

Du suchst ein Girokonto? Im Konto Vergleich auf Kontofinder.de findest Du über 80 Banken, kannst nach Gesamtkosten, Gebühren, Kontozugriff, Bank, Kreditkarten, Postleitzahl oder Dispokredit filtern und viele weitere Einstellungen vornehmen. Hier starten:

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Girokonto

Fragen und Antworten zum Girokonto

Kontogrundlagen Kontoeröffnung Kontoführung Kontokarten Kontowechsel Kontovergleich

Kontogrundlagen

Was ist ein Girokonto?

Definition

Das Girokonto ist ein Bankkonto zur Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Es ist eine wichtige Voraussetzung, um am heutigen Arbeits- und Wirtschaftsleben teilnehmen zu können.

Rechtlich gesehen ist das Girokonto ein Kontokorrentkonto, d.h. ein fortlaufendes Verrechnungskonto mit einem täglich ermittelten Kontostand. Über wie viel Geld Sie verfügen können richtet sich nach dem Kontoguthaben oder einem von der kontoführenden Bank eingeräumten Verfügungsrahmen, dem sogenannten Dispositionskredit oder Kontokorrentkredit.

Hier geht es zur Entstehungsgeschichte des Girokontos.

Was sind die Vorteile eines Girokontos?

Ein Girokonto vereinfacht die Teilnahme am Wirtschaftsleben. Hier sind die wichtigsten Vorteile:

1. Geld senden und empfangen
Die meisten bargeldlosen Zahlungsvorgänge des täglichen Lebens können nur mit einem Girokonto durchgeführt werden. Gehalt, Lohn, Rente und Sozialleistungen werden auf Ihr Bankkonto überwiesen. In die andere Richtung zahlen Sie Miete, Strom, Versicherungen und andere Rechnungen auch über das Konto. Durch Daueraufträge und Lastschriften werden diese Buchungen automatisiert und vereinfacht.

2. Barabhebungen rund um die Uhr
Sie können mit Ihrer zum Konto gehörenden Girocard (EC-Karte) oder Kreditkarte weltweit viele Automaten rund um die Uhr benutzen, um an Bargeld zu kommen. In Deutschland haben sich viele Banken zu Verbünden zusammengeschlossen, so dass Sie nicht nur die Automaten Ihrer eigenen Bank gebührenfrei nutzen können.

3. Online-Einkäufe und kontaktloses Bezahlen
Mit den Kontokarten können Sie bequem online einkaufen oder den nächsten Urlaub buchen. Zudem brauchen Sie nur noch Ihre Karte oder Smartphone, um in wenigen Sekunden ohne Bargeld in Geschäften zu bezahlen.

4. Viele Möglichkeiten der Kontoführung
Sie haben viele Möglichkeiten, Ihr Geld zu verwalten, sei es in der Filiale (am Schalter, Automaten oder SB-Gerät), per Telefon, via Online-Banking, per Post oder über die Smartphone-App.

Hinweis

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Ratgeber Vorteile und Nachteile eines Girokontos.

Welche Kontoarten gibt es?

Grundsätzlich erfüllen Girokonten alle die gleiche Funktion, nämlich die tägliche Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Dennoch gibt es viele verschiedene Kontoarten, die wie folgt unterteilt werden können:

Nach Zielgruppe

Privatkonto
Das Privatgirokonto ist das Standardkonto, was die meisten Menschen ab Volljährigkeit zur Verwaltung Ihrer privaten Finanzen nutzen.

Geschäftskonto
Das Geschäftsgirokonto ist für Unternehmen und Selbstständige, um die privaten Finanzen klar von den geschäftlichen Buchungen zu trennen. Je nach Rechtsform ist ein Business-Konto Pflicht. Geschäftskonten sind in der Regel teurer, bieten dafür aber mehr Leistungen, die auf Unternehmen zugeschnitten sind.

Kinderkonto
Speziell für Kinder und Jugendliche gibt es, meist ab 7 Jahren, ein Kinderkonto, mit dem das Kind den Umgang mit Geld lernen kann. Eine Kontoüberziehung ins Negative ist nicht möglich. Zudem können Eltern das Konto überwachen. Diese Jugendkonten sind fast immer kostenlos, weil das Kreditinstitut die Kundenbindung stärken will, so dass der spätere Erwachsene der Bank die Treue hält und dann kostenpflichtige Finanzprodukte abschließt.

Studentenkonto
Auch Studenten und häufig auch Auszubildende mit entsprechendem Nachweis bekommen ein Konto mit besseren Konditionen. Wie beim Kinderkonto erhoffen sich die Banken, dass die Kontoinhaber bei der Bank bleiben.

Nach Art der Kontoführung

Online-Konto
Ein Online-Konto ist für die Kontoführung über das Internet bestimmt. Überweisungen per Beleg sind zwar meist trotzdem noch möglich, aber dann sehr teuer. Auch Filialbanken bieten meist ein günstigeres Online-Konto an, um Leute anzusprechen, die keine persönliche Betreuung in einer Filiale benötigen.

Mobile-Konto
Mobile Konten von FinTechs (Neobanken) sind weiter auf dem Vormarsch. Die Kontoführung erfolgt über die Smartphone-App. Dort können Aufträge schnell und unkompliziert ausgeführt werden. Auch Einstellungen am Konto oder den Karten sind schnell geändert.

Filial-Konto
Diese Konten sind für Personen, die Wert auf eine persönliche Betreuung in der Filiale legen und bereit sind, dafür einen höheren monatlichen Grundpreis zu bezahlen. Beleghafte Überweisungen, die per Beleg in der Filiale abgegeben werden, sind meist kostenfrei.

Nach Preis und Leistung

Kostenloses Konto
Während normalerweise für ein Girokonto eine monatliche Grundgebühr berechnet wird, bieten einige Banken auch ein kostenloses Girokonto inklusive Kontokarte und gebührenfreiem Bargeldabheben an. Eine Grundvoraussetzung ist in vielen Fällen ein monatlicher Geld- oder Gehaltseingang in bestimmter Höhe.
In unserem Girokonto-Vergleich finden Sie entsprechende Angebote über die Filtereinstellungen.

Premiumkonto
Premium Girokonten kosten in der Regel 10 € oder mehr im Monat, bieten dafür aber viele Vorteile. Fast immer ist eine Premium-Kreditkarte mit Versicherungsschutz inklusive. Auch das Geldabheben ist weltweit gebührenfrei. Solche Konten lohnen sich vor allem für Familien, die mehrmals im Jahr ins Ausland verreisen.

Nach Anzahl der Kontoinhaber

Einzelkonto
Wie der Name schon verrät, kann ein Einzelkonto nur von einer Person genutzt werden. Es gibt also nur einen Kontoinhaber. Es können aber Bevollmächtigte ernannt werden, die dann auch Kontobefugnisse haben.

Gemeinschaftskonto
Bei einem Gemeinschaftskonto gibt es zwei oder mehr Kontoinhaber. Unterschieden wird hierbei in Oder-Konten, bei denen die Kontoinhaber einzeln Aufträge ausführen können und in Und-Konten, bei denen Aufträge nur mit Zustimmung aller Inhaber ausgeführt werden.

Tipp

Hier in 7 Fragen zum richtige Konto: Welches Girokonto passt zu mir?

Was ist ein Guthabenkonto bzw. Basiskonto?

Das Guthabenkonto ist ein Girokonto ohne Kontoüberziehung. Es wird nur im Guthaben geführt.

Das Basiskonto, auch Jedermannkonto genannt, stellt eine Sonderform dar und ist ein Zahlungskonto für Verbraucher, die sich rechtmäßig in der EU aufhalten. Im Gegensatz zum normalen Girokonto kann ein Kreditinstitut nicht frei entscheiden, wen es ablehnt oder wann das Konto gekündigt wird. Somit können auch Personen mit finanziellen Problemen sowie Obdachlose, Asylsuchende und Geduldete ein Basiskonto eröffnen, um am normalen Geschäftsleben teilnehmen zu können.

Die grundlegenden Kontoleistungen, d.h. Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften, Kontokarte, Zahlungen, Bareinzahlungen und Barauszahlungen, sind identisch zum Girokonto.

Hinweis

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Basiskonto – Das Girokonto für Jedermann.

Was ist ein Pfändungsschutzkonto?

Das Pfändungsschutzkonto ist ein gewöhnliches Girokonto, bei dem die Pfändung durch einen Gläubiger nicht automatisch zu einer Blockierung des Kontos führt. Mit so einem P-Konto kann der Kontoinhaber trotz Pfändung jeden Monat über einen pfändungsfreien Betrag verfügen und damit sein Leben bestreiten.

Bei einer drohenden Pfändung können Sie ein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen. Das Konto kann dann nur als Einzelkonto geführt werden. Bitte beachten Sie, dass Sie nur ein P-Konto haben dürfen.

Filialbank, Direktbank oder FinTech – was muss ich darüber wissen?

Für welche Art Bank Sie sich entscheiden, ist eine Frage Ihrer persönlichen Vorlieben und der Kontonutzung.

Filialbanken bieten Ihnen eine Filiale direkt in Ihrer Nähe. So haben Sie einen Ort, an dem Sie Ihre Bankgeschäfte persönlich erledigen können. Geldautomaten zum kostenlosen Geld abheben und einzahlen stehen zur Verfügung. Zudem haben Sie direkten Kontakt zu den Bankmitarbeitern und können so ein stärkeres Vertrauensverhältnis aufbauen. Alle Filialbanken bieten selbstverständlich auch Online-Banking und Mobile-Banking an. Die Kontoführung ist aber meist etwas teurer als bei Online- oder Neobanken, da das Betreiben des Filialnetzes sowie die höhere Anzahl an Mitarbeitern auch höhere laufende Kosten verursachen.

Direktbanken haben keine Filialen und können Ihre Finanzprodukte meist günstiger anbieten. Da Online-Banken keine eigenen Geldautomaten haben, bieten Sie in der Regel eine Kreditkarte, mit der Sie gebührenfrei alle Geldautomaten mit Mastercard oder Visa Zeichen in €-Ländern oder weltweit nutzen können. Der Kontakt erfolgt nur per Telefon, E-Mail oder Chat.

Neobanken oder FinTechs sind junge IT-Unternehmen, die mit modernen Kontofunktionen den Bankenmarkt aufmischen wollen. Die Kontoführung erfolgt hauptsächlich über eine Smartphone-App. Einige FinTechs bieten auch Online-Banking per Web App an. Neo-Banken bestehen meist erst wenige Jahre und einige Anbieter sind nach wenigen Jahren auch schon wieder verschwunden. Der Kontakt läuft in der App über Chat oder E-Mail. Eine Kunden-Hotline gibt es meist nicht.

Einlagensicherung – wie sicher ist mein Geld bei den Banken?

Es gibt unterschiedliche Maßnahmen, um die Einlagen der Bankkunden zu sichern.

Zunächst soll durch Vorschriften zur Höhe des Eigenkapitals verhindert werden, dass eine Bank überhaupt in Schwierigkeiten gerät. Wenn diese Mittel im Falle einer Schieflage dennoch nicht ausreichen, kommt die Einlagensicherung zum Einsatz.

Es wird hierbei zwischen einer gesetzlichen und freiwilligen Sicherung der Einlagen unterschieden.

Gesetzliche Einlagensicherung

Der gesetzliche Einlagenschutz ist im Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) festgelegt. Demnach sind maximal 100.000 € je Person je Bank geschützt. Der Schutz gilt für Privatpersonen, Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften.

Sollte eine Bank Pleite gehen, wird das Geld innerhalb von 7 Werktagen ausgezahlt. Geschützt sind hierbei Sichteinlagen, Termineinlagen, Spareinlagen und auf den Namen lautende Sparbriefe.

Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) ist die einzige gesetzliche Entschädigungseinrichtung und für die privaten und öffentlichen Banken in Deutschland zuständig.

Hinweis

Hierzulande sind auch Banken tätig, die den Sicherungsrichtlinien ihres Heimatlandes unterliegen. Solange dieses in der EU liegt, gelten die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie in Deutschland. In anderen Ländern kann es abweichende Regelungen geben. Vor allem FinTechs sind häufig nur Geldinstitute, die keine Einlagensicherung bieten.

Freiwillige Einlagensicherung

Freiwillige Sicherungssysteme schützen Ihre Einlagen über die gesetzlichen 100.000 € hinaus.

In Deutschland gibt es zwei freiwillige Einlagensicherungssysteme:

  1. Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB)
    Der Verband vertritt die Interessen von ca. 160 privaten Banken, 30 außerordentlichen Mitgliedern wie FinTechs sowie 7 Landesbanken. Ab 01.01.2023 liegt die Sicherungsgrenze für Privatpersonen und Stiftungen bei 5 Mio. € und für Unternehmen bei 50 Mio. €.
  2. Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB)
    Der Verband vertritt die Interessen von ca. 60 Mitgliedern. Dazu zählen die Landesbanken und Förderbanken.

Bitte beachten Sie, dass bei der freiwilligen Einlagensicherung kein Rechtsanspruch auf eine Entschädigung besteht.

Verbundinterne Einlagensicherung

Die Sparkassen und VR-Banken in Deutschland haben ihre eigenen Sicherungssysteme.

Die Institutssicherung der Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen sowie die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken schützen Kundeneinlagen ohne Begrenzung. Bei beiden Systemen musste noch nie ein Einleger entschädigt werden.

Kontoeröffnung

Was sind die Voraussetzungen für ein Girokonto?

Zunächst ist die unbeschränkte Geschäftsfähigkeit notwendig, also die Volljährigkeit mit der Vollendung des 18. Lebensjahres. Bei Jugendlichen und Kindern mit eingeschränkter Geschäftsfähigkeit müssen die Erziehungsberechtigten der Girokonto-Eröffnung zustimmen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Feststellung der Identität. Diese wird bei Filialbanken durch Vorlage des Personalausweises nachgewiesen, bei Direktbanken im Rahmen des PostIdent- oder VideoIdent-Verfahrens.

Zudem sollte die im Zuge der Kontoeröffnung durchgeführte Schufa-Abfrage positiv sein. Im Falle von negativen Einträgen lehnen viele Banken in Deutschland die Kontoeröffnung ab oder bieten nur ein Girokonto auf Guthabenbasis an.

Girokonto Voraussetzungen

  • Volljährigkeit (Ausnahme: Kinderkonto)
  • fester Wohnsitz in Deutschland
  • Ausweisdokument
  • positive Schufa-Abfrage

Weitere Voraussetzungen für ein Girokonto können sich aus den Geschäftsbedingungen der Banken ergeben. Beispielsweise kann ein monatlicher Mindestgeldeingang gefordert werden, der genau definiert ist.

Im Gegensatz zum klassischen Girokonto gelten diese Voraussetzungen nicht bei einem Basiskonto. Dieses steht jedem volljährigen Verbraucher zu, der sich rechtmäßig in der EU aufhält. Kein fester Wohnsitz oder negative Schufa-Einträge dürfen nicht zur Ablehnung des Kontoeröffnungsantrags führen.

Bonität wird vorausgesetzt – was heißt das?

Als Bonität wird die persönliche Kreditwürdigkeit bezeichnet. Sie wird bei Finanzierungs- und Ratengeschäften vorausgesetzt, etwa bei der Autofinanzierung oder dem Mobilfunkvertrag. Beim Dispokredit kann die Bonität Auswirkungen auf die Höhe des Verfügungsrahmens und auf den Zinssatz haben.

Je niedriger die Bonität, desto höher das Risiko für die Bank und desto höher auch der Zinssatz. Die Einschätzung der Bonität ist nicht bei allen Banken gleich, auch wenn einige grundsätzliche Kriterien immer eine Rolle spielen:

  • regelmäßiger Geldeingang
  • Schufa-Auskunft
  • Ausgabeverhalten
  • als Sicherheit dienendes Vermögen

In manchen Fällen werden sogar finanzfremde Kriterien, wie etwa der Wohnort, mit in die Berechnung einbezogen. Welche Schlüsse aus diesen Informationen gezogen werden, unterscheidet sich jedoch von Bank zu Bank und hat direkte Auswirkungen auf die eingeräumten Konditionen.

Hinweis

Weitere Infos lesen Sie im Beitrag Girokonto ohne Schufa.

Wird bei der Kontoeröffnung eine Schufa-Prüfung durchgeführt?

Ob eine Schufa-Überprüfung durchgeführt wird, liegt im Ermessen der Bank. Die meisten Kreditinstitute holen auf diesem Weg Informationen über die Bonität ihrer neuen Kunden ein. Bei einer negativen Schufa-Bewertung ist die Girokonto Eröffnung in der Regel nicht möglich.

Alternativ kann ein Guthabenkonto ohne Schufa-Prüfung eröffnet werden. Vor allem FinTechs bieten so ein Girokonto auf Guthabenbasis an.

Ab wann ist eine Schufa-Abfrage negativ?

Jede Bank hat ihre eigenen Maßstäbe und wird den Schufa-Score unterschiedlich bewerten.

Es wird zwischen Einträgen, auf die die Person unmittelbaren Einfluss hat und Einträge ohne persönlichen Einfluss unterschieden.

Zu den unmittelbar beeinflussbaren Einträgen gehören z.B. ob eine Privatinsolvenz vorliegt, Mahnverfahren laufen, Schecks geplatzt sind oder Kreditraten nicht bedient wurden. Solche Einträge senken den Schufa-Score und sorgen dann eher für eine Ablehnung des Kontoeröffnungsantrags.

Zu den Einträgen ohne direkten Einfluss zählt der Wohnbezirk. Wer in einer sozial schwachen Gegend lebt, kann in seinem Schufa-Score heruntergestuft werden. Derartige Einträge bewerten die meisten Banken jedoch nicht negativ. Sollte dennoch der Verdacht bestehen, einen Kredit aufgrund unbeeinflussbarer Einträge nicht zu erhalten, empfiehlt sich ein offenes Gespräch mit der Bank.

Wie erfolgt die Eröffnung eines Girokontos?

Das Verfahren zur Eröffnung eines Girokontos unterscheidet sich bei einer Filialbank von dem bei einer Direktbank.

In einer Filialbank erfolgt die Kontoeröffnung am Bankschalter. Dort werden die erforderlichen Formulare ausgefüllt und die Legitimationsprüfung durch Vorlage eines Personalausweises direkt vom Mitarbeiter der Bank durchgeführt.

Bei einer Direktbank wird der Antrag entweder online ausgefüllt und abgeschickt oder muss erst von der Internetseite heruntergeladen, ausgefüllt, unterschrieben und versendet werden. Danach ist noch eine Legitimationsprüfung erforderlich. Dafür nutzen Banken entweder das PostIdent-Verfahren oder VideoIdent.

Hinweis

Alles Wichtige zum Ablauf einer Girokonto-Eröffnung erfahren Sie im Ratgeber Girokonto eröffnen.

Welche Arten der Legitimation gibt es?

Deutsche Banken setzen zwei Legitimationsverfahren ein, PostIdent und VideoIdent, die beide kostenlos sind.

Beim PostIdent-Verfahren gehen Sie mit Ihren unterschriebenen Kontoeröffnungsunterlagen in eine Postfiliale. Dort überprüft ein Postmitarbeiter die Unterlagen und Ihren Personalausweis. Anschließend gehen die unterschriebenen Schriftstücke direkt vom Postschalter an die jeweilige Bank.

Die meisten Direktbanken bieten zusätzlich auch das VideoIdent-Verfahren an, welches Sie an Ihrem PC, Smartphone oder Tablet durchführen können. Zunächst folgen Sie den Anweisungen und dem Link der Bank, um zur Startseite der Legitimationsprüfung zu gelangen. Dort geben Sie in der Regel einen individuellen Zugangscode ein. Anschließend startet die Videokonferenz mit einem Mitarbeiter, der Sie durch das Gespräch führt. So müssen u.a. Ihren Personalausweis in die Webcam halten. Abschließend erhält der Antragsteller eine TAN per E-Mail oder SMS, die er zur Bestätigung eingibt.

Kann die Bank eine Kontoeröffnung verweigern?

Ja, unter bestimmten Umständen ist eine Bank berechtigt, die Eröffnung eines Girokontos zu verweigern. Gründe können sein:

  • falsche Angaben
  • grobe Belästigung bzw. Gefährdung von Mitarbeitern oder Kunden
  • Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Kontoführungsgebühren
  • Verdacht auf kriminelle Nutzung
  • Bruch vertraglicher Vereinbarungen
  • negative Schufa-Einträge

Die Eröffnung eines Basiskontos kann von der Bank nur in speziellen Fällen abgelehnt werden:

  • falsche Angaben
  • bestehendes Basiskonto bei einer anderen Bank
  • Straftat begangen mit negativen Auswirkungen für die Bank

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Kontoeröffnungsantrag unberechtigt abgelehnt wurde, können Sie nochmals bei der Bank konkret nachfragen oder im Falle des Basiskontos ein Ermittlungsverfahren bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einleiten.

Wann kann ich mein neues Konto nutzen?

Dies hängt von der jeweiligen Bank ab.

Es gibt Direktbanken und FinTechs, bei denen Sie bereits nach wenigen Minuten Ihre neue Kontonummer erhalten und das Konto nutzen können.

Bei anderen Banken dauert es ein paar Tage, bis Sie alle Kontounterlagen per Post erhalten. Die Zustellung der Kontokarte und Online-Banking Daten und PIN kann dann nochmal ein paar Tage dauern.

Kontoführung

Welche Arten der Kontoführung gibt es?

Heutzutage stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen, wie Sie Ihr Konto führen wollen:

Online-Banking: Im Internet-Browser melden Sie sich für das Online-Banking an und können dort bequem rund um die Uhr Ihre Finanzen verwalten und Änderungen an Ihrem Konto vornehmen.

Filial-Banking: Direkt in der Filiale am Schalter sind Barauszahlungen und -einzahlungen sowie die Abgabe von Überweisungen möglich. Zudem stehen Ihnen Kontoauszugsdrucker zur Verfügung.

Mobile-Banking: Sie greifen über eine Smartphone-App auf Ihr Konto zu und können mobil Ihr Konto führen und wie beim Online-Banking alles rund um die Uhr schnell erledigen.

Telefon-Banking: Wenn Sie lieber per Telefon den Kontostand abfragen und Überweisungen aufgeben wollen, dann bieten einige Banken das Banking per Telefon, entweder kostenlos über einen Sprachcomputer oder kostenpflichtig über einen Servicemitarbeiter.

Post: Auch die Kontoführung per Post ist bei einigen Kreditinstituten möglich. Dies ist allerdings nicht mehr zeitgemäß und birgt auch Risiken, z.B. wenn der Überweisungszettel nicht bei der Bank ankommt. Zudem dauert es lange.

SB-Terminal: In vielen Filialen stehen Selbstbedienungsterminals, an denen Sie Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften abwickeln können. Auch Kontostandsabfragen sind möglich.

Software: Mit einer Finanzsoftware greifen Sie über eine Schnittstelle auf Ihr Konto zu und verwalten es direkt in der Anwendung.

Welche Arten von Überweisungen gibt es?

Buchungen sind alle Zahlungsvorgänge, die auf einem Girokonto erfolgen.

Beleglose Buchungen sind alle online ausgeführten Zahlungsvorgänge. Dazu gehören Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften. Immer mehr Banken bieten auch Echtzeit-Überweisungen an, die meist bis zu 1,00 € kosten. Dafür kommt das Geld aber sofort beim Empfänger an.

Beleghafte Buchungen werden persönlich in einer Bank mit den dort vorliegenden Formularen durchgeführt. Das können sowohl Überweisungen als auch Bareinzahlungen, Scheckeinreichungen oder Lastschriften sein.

Bei nahezu allen Bankinstituten sind beleghafte Buchungen teurer als die beleglose Variante. Bei den kostenlosen Girokonten sind beleglose Buchungen oftmals im Paket enthalten, während beleghafte Buchungen bezahlt werden müssen.

Telefonische Buchungen per Sprachcomputer zählen häufig zu den beleglosen Buchungen. Bei einigen Banken werden Buchungen per Telefon gesondert aufgeführt, vor allem dann, wenn die Abwicklung über einen Mitarbeiter stattfindet. In diesen Fällen können höhere Gebühren für Überweisungen oder sonstige Aufträge anfallen.

Was genau ist das Verwahrentgelt und warum haben es Banken eingeführt?

Das Verwahrentgelt (auch Negativzinsen genannt) ist eine Gebühr, die Banken für die Verwahrung hoher Kundeneinlagen berechnen. Meist werden -0,50 % Zinsen erhoben, wenn das Guthaben auf dem Konto einen gewissen Freibetrag übersteigt.

Der Hauptgrund für die Einführung des Verwahrentgelts ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB verlangt einen Einlagensatz von -0,50 %, wenn Banken Ihr Geld dort zwischenparken. Bei Milliarden von Euro entstehen den Kreditinstituten somit hohe Kosten. Diese geben Sie nun an ihre Kunden in Form des Verwahrentgelts weiter.

Wie viel Geld sollte ich auf meinem Girokonto lassen?

So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Der genaue Betrag ist für jeden Kontoinhaber unterschiedlich. Haben Sie am besten so viel Geld auf dem Konto, dass Sie auch in Notfällen schnell an Bargeld kommen können oder eine dringende Rechnung bezahlen können.

Es kommt auch darauf an, wo Sie Ihr Geld noch haben. Liegt es z.B. auf dem Tagesgeldkonto, ist es ja auch innerhalb eines Tages verfügbar. Sind andere Gelder aber fest angelegt, macht es Sinn, etwas mehr Geld auf dem Girokonto zu lassen.

Wie erhalte ich Kontoauszüge?

Der Kontoauszug ist ein Beleg über sämtliche Zahlungsvorgänge auf einem Girokonto. Heutzutage haben Sie 3 Möglichkeiten, wie Sie Ihre Kontoauszüge erhalten können:

Online: In Ihrem Online-Banking gibt es ein Postfach, in dem Sie Kontoauszüge in elektronischer Form kostenlos abrufen und herunterladen können. Meist stehen die Kontoauszüge der letzten 12 Monate jederzeit zum Download als PDF-Datei zur Verfügung.

Kontoauszugsdrucker: In vielen Filialen stehen Kontoauszugsdrucker, wo Ihnen nach Einschieben der Girocard alle aktuellen Kontoauszüge ausgedruckt werden. Sollten Sie innerhalb eines gewissen Zeitraums die Auszüge nicht abholen, werden diese per Post an Sie geschickt. Dabei können Gebühren anfallen. Je nach Kontomodell kann es sein, dass auch Gebühren für die Nutzung des Kontoauszugsdruckers erhoben werden.

Post: Viele Banken bieten die Möglichkeiten, den Kontoauszug in bestimmten Intervallen (täglich, wöchentlich, monatlich) per Post zu verschicken. Für den Versand der Papierauszüge wird Porto sowie häufig noch eine extra Gebühr berechnet.

Was genau sind SEPA, IBAN und BIC?

SEPA steht für „Single Euro Payment Area“ (einheitlicher europäischer Zahlungsverkehrsraum). Damit wird der europäische Zahlungsverkehr für Überweisungen und Lastschriften vereinheitlicht.

IBAN bedeutet „International Bank Account Number“ (europäische Kontonummer). Sie setzt sich aus dem Länderkennzeichen, einer Prüfziffer, der Bankleitzahl und der Kontonummer zusammen. In Deutschland hat die IBAN immer 22 Stellen.

BIC ist die Abkürzung für „Business Identifier Code“ (internationale Bankleitzahl). Der 8- oder 11-stellige BIC besteht aus einem Bankcode, einem Ländercode, einer Orts-Codierung und wahlweise einer Filialkennzeichnung.

Ihre IBAN und den BIC finden Sie auf Ihrer Kontokarte und Ihrem Kontoauszug.

Hinweis

Weitere Details bekommen Sie in unserem Ratgeber SEPA und die neue Kontonummer IBAN.

Was ist eine Gläubiger-Identifikationsnummer?

Die Gläubiger-Identifikationsnummer oder Unique Credit Identifier (UCI) ist eine Kennung, die im Zuge des SEPA-Verfahrens bei Bankkonten eine Rolle spielt. Sie soll ermöglichen, offene Forderungen auch außerhalb der nationalen Bankensysteme von einem Girokonto einzuziehen. Der UCI wird bei jedem Lastschriftmandat angehängt und ermöglicht so eine eindeutige Zuordnung des Zahlungsempfängers.

Der Unique Credit Identifier besteht aus einem zweistelligen ISO-Ländercode (DE für Deutschland), einer zweistelligen Prüfziffer, einem dreistelligen und frei definierbaren Creditor Business Code und einem nationalen Identifikationsmerkmal mit bis zu 28 Stellen.

Die Gläubiger-Identifikationsnummer erhalten Sie auf Antrag bei der Deutschen Bundesbank, die die Verwaltung der Nummern in Deutschland übernommen hat.

Was ist der Unterschied zwischen Dispokredit und geduldeter Überziehung?

Der Dispokredit ist eine eingeräumte Kontoüberziehung, so dass Sie bis zu einem bestimmten Betrag mehr Geld ausgeben können, als sich auf dem Konto befindet.

Eine geduldete Kontoüberziehung liegt vor, wenn Ihre Bank Zahlungsvorgänge weiter ausführt, auch wenn Ihr Konto damit ins MInus geht oder über den Disporahmen hinaus belastet wird.

Hier sind die größten Unterschiede zwischen den Überziehungsmöglichkeiten:

  • Bei einer geduldeten Überziehung sind die Zinsen häufig deutlich höher (2,00-5,00 %) als bei einem Dispositionskredit.
  • Ein Dispokredit muss eingerichtet werden, während eine geduldete Überziehung von der Bank automatisch gewährt wird. Ob eine Kontoüberziehung geduldet wird, hängt von der Bank und Ihrer Bonität ab.
  • Ein Dispokredit wird unbefristet gewährt, während eine geduldete Überziehung meist nur für einen kurzen Zeitraum akzeptiert wird.

Hinweis

Noch mehr Hintergrundwissen zur Kontoüberziehung finden Sie in unserem Ratgeber Dispokredit und Kontoüberziehung.

Muss ich den Dispo beantragen oder steht er mir sofort zur Verfügung?

Beides ist möglich. Normalerweise wird Ihnen automatisch auf Ihrem Girokonto ein Dispositionskredit zur Verfügung gestellt. Voraussetzung ist allerdings ein regelmäßiger Gehaltseingang und eine als positiv bescheinigte Bonität. Nach der Neueröffnung eines Girokontos überprüft die Bank in der Regel für mehrere Monate den Gehaltseingang (kann auch Rente sein) und räumt dann einen Kreditrahmen ein.

Als Empfänger von Sozialleistungen oder bspw. als Student ohne festes Arbeitseinkommen muss ein Dispokredit im persönlichen Gespräch beantragt werden, oder bei Direktbanken über einen schriftlichen Antrag. Bonität vorausgesetzt, räumen die Banken dann meist einen niedrigeren Verfügungsrahmen ein.

Wie hoch ist der Dispokredit bei meinem Girokonto?

Die Höhe des Dispokredits richtet sich nach der persönlichen Einkommenssituation und eventuell nach weiteren Vermögenswerten. Bei regelmäßigem Gehaltseingang aus einem festen Arbeitsverhältnis oder bei Rentenzahlungen hat sich in der Praxis die Einrichtung eines Kreditrahmens durchgesetzt, der dem 2-3-fachen des monatlichen Nettoeinkommens entspricht.

Meist wird die Höhe von drei Monatsgehältern als maximaler Verfügungsrahmen eingeräumt. Ein höherer Dispokredit ist mit der Bank verhandelbar, setzt aber die entsprechende Bonität bzw. entsprechende Vermögenswerte als Sicherheit voraus.

Für die Bezieher von Sozialleistungen oder aber auch anderen Einnahmen, die nicht aus einem festen Arbeitsverhältnis stammen, wird die Höhe des Verfügungsrahmens meist auf 500 bis 1.000 Euro begrenzt oder erst gar nicht gewährt.

Wie hoch der eingeräumte Verfügungsrahmen für Ihr Girokonto ist, steht auf den Kontoauszügen, in den Preisaushängen in der Bankfiliale oder kann bei der Bank erfragt werden.

Mein Dispokredit ist zu teuer, was sind die Alternativen?

Es bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an, um einen zu teuren Dispokredit abzulösen.

  1. Ein Ratenkredit kann einen dauerhaft in Anspruch genommenen Dispokredit ablösen und wird dann in regelmäßigen Raten abbezahlt. Vorteile sind das ausgeglichene Girokonto, die günstigeren Zinsen und die regelmäßige Tilgung.
  2. Ein Rahmenkredit, auch Abrufkredit genannt, funktioniert ähnlich wie der Dispokredit. Das bedeutet, die Bank stellt einen Kreditrahmen zur Verfügung, den Sie teilweise oder vollständig in Anspruch nehmen und dann flexibel zurückzahlen können. Der Rahmenkredit räumt die gleichen Freiheiten wie ein Dispokredit ein, ist aber deutlich günstiger. Ein weiterer wesentlicher Vorteil: Der Rahmenkredit ist nicht an das Girokonto gebunden und kann deshalb auch bei einer anderen Bank im Rahmen eines Kreditkontos in Anspruch genommen werden.

Werden Girokonten verzinst?

Nein, klassische Girokonten werden in der aktuellen Niedrigzinsphase nicht verzinst. Eher das Gegenteil ist der Fall: Sie selbst zahlen Negativzinsen auf höhere Kontoguthaben.

Die einzige Ausnahme sind noch ein paar Kinder- und Jugendkonten. Dort gibt es bis zu 1,00 % Guthabenzinsen auf maximal 1.000 bis 2.500 € Kontoguthaben.

Ansonsten können Sie nur Ihr Girokonto mit einem Tagesgeld bei der gleichen Bank kombinieren. Das Tagesgeldkonto wird zumindest ein bisschen verzinst und das Guthaben kann einfach auf das Girokonto, welches als Referenzkonto dient, überwiesen werden. Eine aktuelle Zinsübersicht finden Sie im Tagesgeld Vergleich.

Welche TAN-Verfahren gibt es und wie sicher sind diese?

Nutzen Sie nur sichere Transaktionsverfahren. Ihr neues Girokonto sollte zumindest das mTAN-Verfahren unterstützen.

mTAN: Beim mobileTAN- bzw. smsTAN-Verfahren erhalten Sie die Transaktionsnummer per SMS und haben dann wenige Minuten Zeit, diese einzugeben. Das Verfahren wird von immer mehr Banken abgeschafft. Dies liegt neben Kostengründen auch an der Sicherheit, da SMS abgefangen werden können oder eine zweite SIM-Karte zum Erhalt der SMS-TANs erstellt werden kann.

pushTAN: Beim appTAN-Verfahren bekommen Sie die TAN in der jeweiligen App Ihrer Bank angezeigt. Dieses Verfahren ersetzt immer mehr die mTAN, da es sicherer ist, wenn die TAN über eine passwortgeschützte App aufgerufen werden muss. Das Verfahren gilt als relativ sicher, wenn das Online-Banking und der TAN-Empfang auf getrennten Geräten stattfinden.

chipTAN: Bei diesem Verfahren, welches auch als eTAN- oder smartTAN-Verfahren bezeichnet wird, generieren Sie die Transaktionsnummer über einen TAN-Generator (ca. 15 – 30 Euro). chipTAN gilt als nahezu sicher, da zwei voneinander getrennte Geräte benutzt werden.

photoTAN: Hier scannen Sie mit Ihrem Smartphone oder einem Lesegerät eine Grafik und bekommen anschließend die TAN angezeigt. Das Verfahren ist nahezu sicher, wenn Sie sich gewissenhaft verhalten.

Hinweis

Einen genaueren Überblick aktueller TAN-Verfahren finden Sie in unserem Ratgeber.

Onlinebanking Sicherheit – worauf muss ich achten?

Es gibt einige Verhaltensregeln, die jeder Nutzer beim Onlinebanking beachten sollte.

  1. Nutzen Sie den Inkognito- bzw. privaten Modus des Internet-Browsers, damit keine Sitzungsdaten zwischengespeichert werden.
  2. Achten Sie in der Adresszeile auf das geschlossene Schlosssymbol, dass die Adresse mit https beginnt und es auch die echte Internetadresse Ihrer Bank ist.
  3. Melden Sie sich nach jeder Sitzung ab und machen Sie nicht einfach nur das Browserfenster oder die App zu.
  4. Richten Sie ein Tageslimit ein. Überlegen Sie sich, wie viel Geld Sie in 95 % der Fälle maximal an einem Tag überweisen und stellen Sie dann das entsprechende Tageslimit in den Einstellungen ein.
  5. Prüfen Sie regelmäßig Ihre Umsätze und nutzen Sie ggf. einen Info-Service, der Sie per SMS oder E-Mail über neue Umsätze informiert.
  6. Sollten Sie während einer Sitzung irgendwelche Zweifel haben, weil etwas anders als sonst ist, brechen Sie die Sitzung sofort ab und fragen nochmal direkt zur Sicherheit bei Ihrer Bank nach.
  7. Wählen Sie ein sicheres Passwort für das Online-Banking und bewahren Sie die Zugangsdaten niemals öffentlich auf.
  8. Nutzen Sie ein TAN-Verfahren, bei dem zwei voneinander getrennte Geräte benutzt werden. Sicherer als das mTAN-Verfahren sind pushTAN, chipTAN und photoTAN.
  9. Benutzen Sie, wenn möglich, nur Ihre eigenen Geräte und halten Sie diese aktuell, d.h. Smartphone, Notebook, Tablet, PC.
  10. Vermeiden Sie öffentliche Hotspots und nicht geschützte Netzwerke, wie z.B. in einem Restaurant.

Hinweis

Lesen Sie zu diesem Thema gern auch unseren Ratgeber Online Banking Sicherheit.

Was ist Phishing und wie schütze ich mich davor?

Als Phishing wird das Abschöpfen von Daten durch täuschend ähnlich nachgeahmte Webseiten, Kurznachrichten oder E-Mails bezeichnet.

Das Prinzip ähnelt sich bei allen Formen:

Der Internetnutzer soll im Vertrauen, mit seiner Bank zu interagieren, seine geheimen Zugangsdaten auf einer ähnlich aussehenden Internetseite an Kriminelle weitergeben. Mit Hilfe der erlangten Daten ist es den Cyber-Angreifern möglich, auf Online-Girokonten zuzugreifen.

Klicken Sie deshalb bitte niemals auf Links in fragwürdigen E-Mails und Nachrichten. Kein seriöses Kreditinstitut wird sie jemals dazu auffordern, via Mail oder Link vertrauliche Informationen zu Ihrem Girokonto zu teilen. Rufen Sie im Zweifel kurz bei Ihrer Bank an.

Einfache Tipps können dabei helfen, eine Phishing-Nachricht als solche zu enttarnen.

  • Die E-Mail-Adresse des Absenders ist nicht die offizielle Adresse Ihrer Bank.
  • Sie werden nicht persönlich mit Namen angesprochen.
  • Im Nachrichtentext sind viele orthografische und grammatikalische Fehler enthalten.
  • Der anzuklickende Link sieht meist kompliziert aus und lässt keine Rückschlüsse auf die Internetseite zu.
  • Sie werden dazu aufgefordert, eine Webseite zu besuchen und dort sensible Daten und TANs einzugeben.

Kontokarten

Was ist die Girocard bzw. Debitkarte?

Definition

Die Girocard (ehemals EC-Karte) ist eine Kontokarte, mit der Sie Geld abheben und Zahlungen tätigen können. Sie ist eine sogenannte Debitkarte, was bedeutet, dass das Geld nach dem Bezahl- oder Abhebevorgang sofort vom Girokonto abgebucht wird.

Als zusätzliche Funktion lassen sich mit der Girokarte in einer Bankfiliale auch die Kontoauszüge zum Girokonto ausdrucken.

Damit die Girocard auch im Ausland eingesetzt werden kann, stehen Maestro von Mastercard oder V-Pay von Visa Europe als Zahlungssystem zur Verfügung. Beide Systeme werden allerdings in naher Zukunft eingestellt, so dass die Girocard nur noch in Deutschland nutzbar sein wird.

Ob eine EC-/Girocard genügt oder ob Sie zusätzlich eine Kreditkarte benötigen, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen und letztlich den Konditionen Ihrer Bank ab.

Was ist der Unterschied zwischen Maestro und V PAY?

Maestro von Mastercard und V Pay von Visa sind Debitkarten-Zahlungssysteme.

Maestro hat eine höhere Akzeptanz. Weltweit stehen ca. 15 Millionen Akzeptanzstellen zur Verfügung. V Pay ist auf Europa beschränkt und hat ca. 9 Millionen Akzeptanzstellen.

Beide Girokarten haben einen EMV-Chip. Die Maestro Karte hat zusätzlich einen Magnetstreifen. Der Vorteil davon ist, dass der Karteneinsatz außerhalb Europas dadurch möglich ist. Der Nachteil ist ein erhöhtes Skimming-Risiko, d.h. das Ausspähen von sensiblen Kartendaten.

Hinweis

Maestro wird zum 1. Juli 2023 von Mastercard eingestellt. V-Pay wird folgen. Girocards sind dann nicht mehr im Ausland einsetzbar. Deutsche Banken bieten deshalb die Mastercard und Visa Debitkarten als neuen Standard an.

Was ist eine Kreditkarte?

Definition

Die Kreditkarte ist eine Kontokarte, mit der Sie weltweit in Geschäften und im Internet bezahlen und Geld abheben können. Sie wird von Unternehmen wie Mastercard, Visa, American Express und Diners Club angeboten und dann von den jeweiligen Banken herausgegeben.

Der Name stammt vom englischen Begriff “credit card” und bezieht sich darauf, dass klassische Kreditkarten dem Inhaber einen befristeten Kredit gewähren.

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Arten von Kreditkarten.

Welche Arten von Kreditkarten gibt es?

Alle Kreditkarten lassen sich weltweit für den bargeldlosen Zahlungsverkehr und Bargeldbezug einsetzen. Unterschiede gibt es vor allem bei der Abbuchung des fälligen Betrages.

Aktuell gibt es folgende Kreditkartentypen:

Charge-Karte: Dies ist die klassische echte Kreditkarte mit einem monatlichen Kreditrahmen, bis zu dessen Höhe die Karte nutzbar ist. Die Abrechnung und Abbuchung der fälligen Beträge erfolgt einmal pro Monat. Sie bekommen somit für ein paar Wochen einen kostenlosen Kredit gewährt.

Revolving-Karte: Im Gegensatz zur Charge Card kann der fällige Gesamtbetrag in Raten zurückgezahlt werden.

Debit-Karte: Bei Debitkarten werden die getätigten Umsätze sofort vom Girokonto abgebucht. Es gibt keinen Kreditrahmen. Die Debitkarte wird bei vielen Banken die Girocard Schritt für Schritt ersetzen.

Prepaid-Karte: Wie die Debitkarte ist die Prepaidkarte eine unechte Kreditkarte. Es muss erst Guthaben auf das Kreditkartenkonto aufgeladen werden, bevor sie eingesetzt werden kann. Eine Überziehung ist nicht möglich.

Virtuelle Karte: Dies ist eine unechte Kreditkarte in einer Debit- oder Prepaid-Variante, bei der Sie nur die Kartendaten, aber keine Plastikkarte, bekommen. Sie können damit trotzdem online einkaufen und zum Beispiel in Kombination mit Apple Pay oder Google Pay in Geschäften kontaktlos bezahlen.

Gibt es Unterschiede zwischen Mastercard und Visa?

Zwischen Mastercard und Visa gibt es nur minimale Unterschiede. Mit der Mastercard zahlen Sie weltweit an ca. 44 Millionen Akzeptanzstellen und mit Visa an ca. 46 Millionen Akzeptanzstellen.

Mit beiden Anbietern können Sie weltweit über 2 Millionen Geldautomaten nutzen. Auch die Sicherheitsverfahren sind sich sehr ähnlich.

Wichtiger sind die genauen Konditionen der jeweiligen Bank, die diese Kreditkarten anbietet.

Was sind die Vorteile einer Kreditkarte Gold oder Platin?

Die Kreditkarten in Gold- oder Platin-Ausführung gehören zum Premium-Angebot der Kreditkartenanbieter. Sie sind nicht immer an ein Girokonto gebunden, können aber anstelle einer klassischen Karte angefordert werden. Der wichtigste Aspekt ist der höhere Verfügungsrahmen – Bonität vorausgesetzt.

Inhaber einer goldenen oder schwarzen Kreditkarte genießen oft ein höheres Ansehen und erhalten zahlreiche Zusatzleistungen. Diese reichen von erweitertem Versicherungsschutz, über Vergünstigungen in Hotels und bei Autovermietern bis hin zu speziellen Services. Beispielsweise steht beim Verlust der Karte innerhalb weniger Stunden Ersatz zur Verfügung. Zudem verzichten viele Autovermieter bei Vorlage einer Gold- oder Platinkarte auf die Kaution für einen Mietwagen. An Flughäfen ist häufig die Nutzung der Lounges inklusive.

Diese Leistungen haben ihren Preis. Die teuersten Kreditkarten haben eine jährliche Gebühr im vierstelligen Bereich. Für den Otto-Normal-Verbraucher lohnt sich nicht einmal eine goldene Kreditkarte. Zu teuer und oft auch unnütz sind die Leistungen. Ein klassische Kreditkarte reicht meistens völlig aus.

Kreditkarten und Schufa-Abfrage – was steckt dahinter?

Der auf einer Kreditkarte gewährte Verfügungsrahmen ist abhängig von der persönlichen Bonität. Für die Ausgabe von Kreditkarten wird dazu regelmäßig eine Anfrage bei der Schufa gestellt.

Bei negativer Schufa-Auskunft ist es nicht möglich, eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen zu bekommen. Dann bleibt zum Girokonto nur eine Debit- oder Prepaidkarte, die ausschließlich auf Guthabenbasis geführt wird, aber ansonsten über die gleichen Funktionen verfügt..

Ist die Schufa-Abfrage positiv verlaufen, entscheiden der von der Schufa ermittelte Score-Wert und die Bonität über den eingeräumten Kreditrahmen. Je besser der Score-Wert ist, umso höher kann das Kreditkartenlimit ausfallen. Durch den Besitz mehrerer Kreditkarten kann sich der Score-Wert, also die eingeschätzte Bonität, verschlechtern.

An welchen Automaten kann ich in Deutschland kostenfrei Geld abheben?

Das ist abhängig vom Verbund, dem Ihre Bank angehört. In Deutschland gibt es verschiedene Geldautomatennetze.

Das größte und dichteste Netz wird von den Sparkassen bereitgestellt. An über 23.500 Geldautomaten im gesamten Bundesgebiet ist die kostenlose Versorgung mit Bargeld möglich. Danach folgen die Volks- und Raiffeisenbanken, die in ihrem Bankcard-Service-Netz ca. 18.000 Geldautomaten betreiben.

Die meisten privaten Banken sind entweder der Cash-Group oder dem CashPool angeschlossen. Die Cash-Group ist mit 7.000 Geldautomaten der größere Verbund. Zum CashPool gehören rund 3.000 Geldautomaten. Einzig die ING gehört keinem dieser Verbünde an und hat ein eigenes Netz mit etwa 1.000 Geldautomaten aufgebaut.

Hinweis

Kostenfrei Bargeld abheben ist immer nur im eigenen Verbund möglich oder wenn die Bank ein Girokonto mit euro- oder weltweit kostenlosem Bargeldbezug anbietet. An verbundfremden Geldautomaten werden Gebühren berechnet.

Einige Banken bieten an, mit der Kreditkarte kostenlos Bargeld abzuheben. Dafür stehen Visa- oder Mastercard-Geldautomaten in Deutschland zur Verfügung. Manche Banken kooperieren mit Tankstellen oder Supermärkten. Kunden können sich so beispielsweise an der Supermarktkasse kostenlos mit Bargeld versorgen.

In der EU bargeldlos zahlen und Geld abheben – worauf muss ich achten?

Zu unterscheiden ist zwischen Ländern, die den Euro eingeführt haben und der restlichen Europäischen Union bzw. dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).

Girocard: Mit der EC-/Girocard können Sie in €-Ländern kostenfrei bezahlen. In Nicht-€-Ländern fallen allerdings meist Gebühren für die Umrechnung in Euro an. Grundsätzlich können Sie die Girocard auch zum Geldabheben nutzen. Dies ist aber mit höheren Kosten verbunden.

Kreditkarte: Ähnlich verhält es sich mit der Kreditkarte. Sie ist innerhalb der Eurozone kostenfrei nutzbar. Darüber hinaus wird ein sogenanntes Auslandseinsatzentgelt berechnet, welches in der Regel höher als bei der Girocard ist. Die Bargeldversorgung ist wie in Deutschland überall möglich, aber teilweise teuer. Einige Banken sind deshalb europaweite Kooperationen eingegangen und verzichten auf Gebühren für die Bargeldversorgung an Geldautomaten. Vor allem Direkt- und Neobanken bieten häufig eine (Debit-)Kreditkarte zum gebührenfreien Abheben an.

Was muss ich beim Karteneinsatz im nichteuropäischen Ausland beachten?

Grundsätzlich ist die Versorgung mit Bargeld im außereuropäischen Ausland mit Girocard oder Kreditkarte möglich.

In nahezu allen Teilen der Erde können Sie mit der Kreditkarte bargeldlos bezahlen und sich mit Bargeld in der jeweiligen Landeswährung versorgen. Mastercard und Visa haben weltweit beide je ca. 45 Millionen Akzeptanzstellen zum Bezahlen und 2 Millionen Geldautomaten, die zum Abheben genutzt werden können. Beim Kreditkarteneinsatz im Ausland entstehen Gebühren für die Währungsumrechnung. Rund 1-2 Prozent berechnen die Kreditkartenunternehmen für Karteneinsätze im Ausland. Einkäufe und Abhebungen mit teuren Premium-Kreditkarten sind meist kostenlos.

Tipp

Bevor Sie mit Ihrer Kreditkarte ins Ausland reisen, prüfen sie wie lange diese noch gültig ist und ob das Kartenlimit ausreicht. Immer mehr Geldinstitute setzen den Verfügungsrahmen für Barabhebungen im Ausland aus Sicherheitsgründen herunter. Hilfe schafft dann ein Anruf bei der Hausbank, die kurzfristig und auch zeitlich begrenzt das Limit erhöhen kann. Teilweise geht es auch direkt über die Einstellungen im Online-Banking.

Die Girocard wird außerhalb Europas deutlich weniger akzeptiert als die Kreditkarte. Mit einer Maestro Karte stehen Ihnen ca. 15 Millionen Akzeptanzstellen zur Verfügung. Die 9 Millionen Akzeptanzstellen von V Pay sind nahezu komplett in Europa. Für beide Karten gilt: Sowohl am Geldautomaten als auch beim Bezahlen muss die Transaktion mit der Geheimzahl bestätigt werden.

Hinweis

Alles Wichtige zum Bezahlen und Geld abheben im Ausland lesen sie in unserem Ratgeber.

Wie kann ich Bargeld bei Direktbanken einzahlen?

Bareinzahlungen auf das Girokonto sind grundsätzlich in vielen Bankfilialen möglich, auch wenn Sie dort kein Kunde sind und das Geld auf ein Bankkonto bei einem anderen Institut einzahlen. Dafür verlangen Banken aber meist hohe Gebühren.

Kunden von Direktbanken, die zu einem größeren Institut gehören, haben keine Probleme, weil sie für solche Vorgänge das Filialnetz nutzen können. So können Kunden der Comdirect Commerzbank Filialen nutzen oder Norisbank Kunden zur Deutschen Bank gehen.

Einige Online-Banken und FinTechs bieten die Möglichkeit, an Kassen von Händlern, wie z.B. Rewe oder dm, Bargeld einzuzahlen. Hierfür werden in der Regel 1,50 % Gebühren berechnet.

Was ist kontaktloses Bezahlen per EC-/Giro- oder Kreditkarte?

Beim normalen Bezahlen mussten Sie bislang die Kontokarte in das Zahlungsterminal stecken und dann Ihre PIN eingeben. Beides entfällt beim kontaktlosen Bezahlen.

Sie müssen nur die Girocard oder Kreditkarte an das Zahlungsgerät halten. Der maximale Abstand darf hierbei vier Zentimeter nicht überschreiten. Ein kurzer Piepton signalisiert, dass die Bezahlung erfolgreich war. Für Sie entstehen dabei keine Kosten.

Für das kontaktlose Bezahlen gilt in Deutschland eine Beitragsobergrenze von 25 bis 50 Euro. Bei höheren Beträgen oder nach mehreren Zahlungsvorgängen ist die PIN-Eingabe notwendig.

Wie funktionieren Apple Pay und Google Pay (Mobile Payment)?

Apple Pay und Google Pay sind zwei kontaktlose Bezahlverfahren, die über NFC-Chip im Mobiltelefon möglich gemacht werden.

Zunächst laden Sie sich im App Store die Wallet App für Apple Pay oder im Play Store die Google Pay App herunter. In der App hinterlegen Sie dann die Kartendaten Ihrer Kredit- oder Debitkarte. Dies funktioniert aber nur, wenn Ihre Bank auch mit Apple oder Google kooperiert.

Das Bezahlen läuft dann ähnlich wie mit Kartenzahlung. Sie entsperren Ihr Smartphone, öffnen die Payment App und halten dann das Mobiltelefon nah an das Lesegerät der Kasse.

Wie kann ich eine Karte im Notfall sperren?

Rufen Sie den zentralen Sperr-Notruf unter 116 116 an, um Ihre Debitkarte oder Kreditkarte sperren zu lassen. Halten Sie dabei Ihre Kontonummer und Bankleitzahl bzw. Ihre IBAN bereit.

Die Hotline ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Wenn Sie vom deutschen Festnetz aus anrufen, ist der Anruf kostenlos. Aus dem Mobilnetz und vom Ausland aus können Gebühren anfallen.

Kontowechsel

Wann macht ein Kontowechsel Sinn?

Gründe für einen Kontowechsel gibt es viele:

hohe Gebühren: Die Konditionen Ihrer Bank haben sich über die Zeit immer mehr verschlechtert und Sie suchen jetzt nach einem günstigeren Konto.

schlechter Service: Sie hatten eine negative Erfahrung mit dem Kundenservice oder sind es leid, lange in der Warteschleife zu hängen.

neue Lebenssituation: Sie sind umgezogen und suchen jetzt nach einer neuen Bank in der Nähe.

veränderte Bedürfnisse: Sie verreisen häufiger und wollen ein Konto mit guter Kreditkarte zum weltweit gebührenfreien Abheben oder benötigen ein Girokonto mit günstigen Dispozinsen.

Was genau hat es mit dem Kontowechselservice auf sich?

Der Kontowechselservice soll den Kontowechsel deutlich vereinfachen und Ihnen als Kunden viel Zeit sparen. Hierbei wird zwischen dem digitalen Kontowechselservice und der gesetzlichen Kontowechselhilfe unterschieden.

Digitaler Kontowechselservice: Mittlerweile bieten viele Banken diesen freiwilligen Service in Kooperation mit einem externen Dienstleister an. Zum Start folgen Sie dem Link, der Ihnen nach der erfolgreichen Kontoeröffnung zugeschickt wird und stimmen Sie nach der Anmeldung der automatischen Auslesung Ihrer Kontoumsätze der letzten 12 Monate zu. Alle Zahlungspartner werden dann durch den Service über Ihre neue Bankverbindung informiert. Für Sie ist das ganze kostenlos und es dauert nur wenige Minuten. Nachteile sind, dass die Bank für Fehler keine Haftung übernimmt und ein externes Unternehmen Ihre sensiblen Daten ausliest.

Gesetzliche Kontowechselhilfe: Nach Ihrer Einwilligung tauschen die alte und neue Bank alle Transaktionen der letzten 12 Monate aus und erleichtern Ihnen so den Kontowechsel. Wenn Sie diese gesetzliche Umzugshilfe nutzen, sind Sie per Gesetz vor Fehlbuchungen geschützt. Nachteil ist, dass dieser Service nicht kostenlos ist und hohe Gebühren anfallen können.

Sie müssen den Kontowechselservice nicht nutzen. Wenn Ihnen Ihre Privatsphäre sehr wichtig ist und Sie die volle Kontrolle haben wollen, dann benachrichtigen Sie die Zahlungspartner persönlich. Dies ist natürlich mit einem höheren Zeitaufwand verbunden. Zudem besteht die Gefahr, dass Sie etwas übersehen und es zu späteren Fehlbuchungen kommt.Die volle Kontrolle haben Sie nur, wenn Sie alles selbst machen. Der Zeitaufwand ist dann allerdings deutlich höher und es besteht die Gefahr, dass Sie Buchungen übersehen.

Wie kann ich schnell und unkompliziert mein Konto wechseln?

Eröffnen Sie zunächst das neue Girokonto. Entscheiden Sie sich nach der erfolgreichen Kontoeröffnung, ob Sie den Kontowechselservice nutzen möchten oder alle Zahlungspartner selbst über die geänderte Kontoverbindung informieren wollen.

Lassen Sie das neue und das alte Konto für 2 bis 3 Monate nebeneinander laufen. Sollte es doch noch Abbuchungen vom alten Konto geben, kommt es somit nicht zu teuren Rücklastschriften, weil das Konto zu früh geschlossen wurde. Kontrollieren Sie regelmäßig, dass alle Zahlungspartner für Gutschriften und Abbuchungen das neu eröffnete Girokonto nutzen.

Sobald wirklich keine Buchungen mehr über das bisherige Girokonto laufen, können Sie es kündigen.

Hinweis

Eine Anleitung zur Kontokündigung lesen Sie in unserem Ratgeber Konto kündigen & Bank wechseln in 3 Schritten.

Wen muss ich alles über meine neue Bankverbindung informieren?

Benachrichtigen Sie alle Zahlungspartner rechtzeitig über Ihre neue Kontoverbindung, um Gebühren für Rücklastschriften und Mahnungen zu vermeiden.

Wenn Sie nicht den automatischen Kontowechselservice nutzen möchten, empfiehlt es sich, in Ruhe die Kontoauszüge der letzten 13 Monate durchzugehen und zusätzlich die folgende Checkliste der wichtigsten Zahlungspartner zu benutzen.

  • Arbeitgeber, Arbeitsamt, Rentenstelle
  • Versicherungen (z.B. Kranken, Haftpflicht, Kfz, Unfall, Hausrat, Rente, Leben, Risiko)
  • Strom, Gas, Wasser, Müllabfuhr
  • Vermieter, Mieter
  • Finanzamt, Steuerberater, Kindergeldstelle
  • Kredite, Hypotheken, Bausparverträge
  • Banken, Kreditkarten, Paypal
  • Internet, TV, Telefon, Handy, Rundfunkbeitrag
  • Online-Shops (z.B. Amazon, MediaMarkt)
  • Mitgliedschaften (z.B. Verein, Fitness-Studio, ADAC, Musikschule, Hobby)
  • Abonnements (z.B. Netflix, Spotify, Zeitung, Zeitschrift)
  • Spenden, Lotterie
  • Familie, Freunde, Bekannte

Wie kann ich mein altes Girokonto kündigen?

Für die Girokonto Kündigung reicht ein formloses Schreiben oder der persönliche Besuch in einer Filiale.

Eine Kontokündigung ist jederzeit kostenlos möglich, vorausgesetzt das Konto ist ausgeglichen bzw. die Bank kann vorhandenes Guthaben überweisen oder in bar auszahlen.

Die schriftliche Kündigung kann per Schreiben oder E-Mail erfolgen. Geben Sie hierbei an, wann genau das Konto geschlossen und wohin das Restguthaben überwiesen werden soll. Bitten Sie zudem um eine Bestätigung der Bank, dass die Kündigung auch eingegangen ist.

Was geschieht mit dem Girokonto, wenn der Kontoinhaber stirbt?

Zunächst müssen die Angehörigen bzw. die Erben oder Bevollmächtigten die Bank über den Todesfall informieren und dabei die Sterbeurkunde als Nachweis vorlegen.

Wenn die verstorbene Person das Konto alleine geführt hat, kommt es zur Umwandlung in ein Nachlasskonto. Der Zugang zum Online-Banking und die Kontokarten werden gesperrt. Zahlungsaufträge wie Lastschriften und Daueraufträge laufen aber weiter, bis diese vom legitimierten Erben oder Verfügungsberechtigten widerrufen werden. Generell nehmen die Erben gemeinschaftlich die Stelle des verstorbenen Kontoinhabers ein.

Bei einem Gemeinschaftskonto kommt es nicht zur Kontosperrung. Die Erben des Verstorbenen werden zu Mitkontoinhabern. Wenn das Gemeinschaftskonto bisher als Oder-Konto geführt wurde, d.h. alle Kontoinhaber können selbst ohne Zustimmung des anderen Aufträge ausführen, kann dies von jedem Erben widerrufen werden. In der Folge wäre jede Verfügung nur noch mit der konkreten Zustimmung des Erben erlaubt.

Eine Kontovollmacht kann auch nach dem Tod des Kontoinhabers fortbestehen. Entscheidend ist hier, was bei der Erteilung der Vollmacht vereinbart wurde. Die bevollmächtigte Person könnte also auch nach dem Tod des Inhabers die Finanzen verwalten. Die Erben haben das Recht, die Vollmacht zu widerrufen.

Kontovergleich

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