Girokonto

Konten für den täglichen Zahlungsverkehr für Privatleute, Business, Studenten, Azubis, Kinder und andere

Stand: 10.05.2022

Sie suchen ein Girokonto? Im Konto Vergleich auf Kontofinder.de finden Sie über 80 Banken, können nach Gesamtkosten, Gebühren, Kontozugriff, Bank, Kreditkarten, Postleitzahl oder Dispokredit filtern und viele weitere Einstellungen vornehmen. Hier starten:

Girokonto Vergleich   Geschäftskonto Vergleich

Kinderkonto Vergleich   Studentenkonto Vergleich

Girokonto

Fragen und Antworten zum Girokonto

Allgemein Giro- und Kreditkarten Kontoführung und Bargeld Dispokredit und Kontoüberziehung Zinsen, Boni, Startguthaben Girokonto Sicherheit

Allgemein

Was ist ein Girokonto?

Um am heutigen Arbeits- und Wirtschaftsleben teilnehmen zu können, ist ein Girokonto Voraussetzung. Gehälter, Löhne, Renten oder auch Sozialleistungen werden unbar überwiesen. Genauso wie Mieten, Kosten für Strom oder Versicherungsbeiträge. Diese unbaren Geschäfte abzuwickeln wird Giro- oder Zahlungsverkehr genannt. Das dafür notwendige Konto ist das Girokonto, manchmal auch Gehaltskonto oder Zahlungsverkehrskonto genannt. Hier gehts zur Entstehungsgeschichte des Girokontos.

Rechtlich ist das Girokonto im Vergleich zum bspw. Tagesgeldkonto ein Kontokorrentkonto. Also ein fortlaufendes Verrechnungskonto mit einem täglich ermittelten Saldo. Die Verfügbarkeit richtet sich nach dem Konto-Guthaben oder einem von der kontoführenden Bank eingeräumten Verfügungsrahmen, dem sogenannten Kontokorrentkredit, (Überziehungskredit, Dispositionskredit).

Über das Girokonto können Sie Überweisungen tätigen und Zahlungen empfangen. Bei der Kontoeröffnung gibt es meist auch eine EC-/Girocard oder zumindest eine Debit-Kreditkarte, mit der Sie bargeldlos bezahlen und Bargeld am Automaten Bargeld abheben können.

Wozu benötige ich ein Girokonto?

Für die Teilnahme am unbaren Zahlungsverkehr ist das Girokonto notwendige Voraussetzung. Auf ihm werden alle im Giroverkehr anfallenden Zahlungsvorgänge abgewickelt. Das sind alle Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge. Im Detail sind dies Überweisungen, Bareinzahlungen, Lastschriften, Daueraufträge, Scheckgutschriften, Kartenzahlungen und Barabhebungen über einen Geldautomaten oder am Bankschalter.

Die meisten dieser Zahlungsvorgänge des täglichen Lebens können nur mit einem Girokonto durchgeführt werden. Die Kontoführung ist bei vielen Banken persönlich am Schalter, per Telefon, am Bankautomaten, schriftlich oder online über das Internet möglich. Der Kontozugriff per Banking-App oder Browser des Mobiltelefons wird immer wichtiger.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um ein Girokonto zu erhalten?

Neben einigen grundsätzlichen Voraussetzungen kann es spezielle von der jeweiligen Bank abhängige Voraussetzungen für eine Kontoeröffnung geben. Zunächst ist die unbeschränkte Geschäftsfähigkeit notwendig, also die Volljährigkeit mit der Vollendung des 18. Lebensjahrs. Bei Jugendlichen und Kindern mit eingeschränkter Geschäftsfähigkeit müssen die Erziehungsberechtigten der Girokonto-Eröffnung zustimmen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Feststellung der Identität. Diese wird bei Filialbanken durch Vorlage des Personalausweises nachgewiesen. Bei Direktbanken im Rahmen des PostIdent-Verfahrens oder VideoIdent Verfahren. Zudem sollte die im Zuge der Kontoeröffnung durchgeführte Schufa-Abfrage positiv sein. Im Falle von negativen Einträgen lehnen viele Banken in Deutschland die Kontoeröffnung ab oder bieten ein nur ein Girokonto auf Guthabenbasis an.

  1. Volljährigkeit (Ausnahme: Kinderkonto)
  2. Fester Wohnsitz in Deutschland
  3. positive Schufa-Abfrage

Weitere Voraussetzungen für ein Girokonto können sich aus den Geschäftsbedingungen der Banken ergeben. Beispielsweise kann ein monatlicher Mindestgeldeingang gefordert werden der genau definiert ist. So reicht es vielen Banken nicht, wenn regelmäßige Zahlungen in Form von Sozialleistungen eingehen.

Kann die Bank eine Kontoeröffnung verweigern?

Ja. Unter bestimmten Umständen ist eine Bank berechtigt, eine Kontoeröffnung zu verweigern. Gründe hierfür können falsche Angaben oder eine grobe Belästigung bzw. Gefährdung von Mitarbeitern oder Kunden, Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Kontoführungsgebühren, Verdacht auf kriminelle Nutzung sowie der Bruch vertraglicher Vereinbarungen sein. Auch SCHUFA-Einträge können sich negativ auf eine Kontoeröffnung auswirken. Ein Recht auf ein Girokonto wird in Deutschland gesetzlich nicht gewährt. Der Zentrale Kreditausschuss empfiehlt Banken jedoch, ein einkommensunabhängiges Guthabenkonto für finanzschwache Personen anzubieten.

Bonität wird vorausgesetzt – was heißt das?

Als Bonität wird die persönliche Kreditwürdigkeit bezeichnet. Sie ist nicht nur für die Höhe des eingeräumten Dispokredits (Kontokorrentkredit) erforderlich, sondern wird in allen Fällen von Finanzierungs- und Ratengeschäften erwartet. Etwa bei der Autofinanzierung bis hin zum Mobilfunkvertrag. Beim Überziehungskredit kann die Bonität Auswirkungen auf die Höhe des Verfügungsrahmens und auf den Zinssatz haben.

Je niedriger die Bonität, desto höher das Risiko für die Bank und desto höher auch der Zinssatz. Die Einschätzung der Bonität ist nicht bei allen Banken gleich. Auch wenn einige grundsätzliche Kriterien immer eine Rolle spielen. So gilt neben einem regelmäßigen Geldeingang, dem Ausgabenverhalten und eventuell als Sicherheit dienendes Vermögen auch eine positive Schufa-Auskunft als wesentlich für eine gute Bonität.

In manchen Fällen werden sogar finanzfremde Kriterien wie etwa der Wohnort mit in die Berechnung einbezogen. Welche Schlüsse aus diesen Informationen gezogen werden, unterscheidet sich jedoch von Bank zu Bank und hat direkte Auswirkungen auf die eingeräumten Konditionen. Weitere Infos lesen Sie im Beitrag Girokonto ohne Schufa.

Wird bei der Kontoeröffnung eine Schufa-Prüfung durchgeführt?

Ob eine Schufa-Überprüfung durchgeführt wird, liegt im Ermessen der Bank. Die meisten Kreditinstitute holen auf diesem Weg Informationen über die Bonität ihrer neuen Kunden ein. Bei einer negativen Schufa-Bewertung ist die Girokonto Eröffnung in der Regel nicht möglich. Alternativ kann bei einigen Banken und Sparkassen ein Basiskonto oder Guthabenkonto ohne Schufa-Prüfung eröffnet werden.

Ab wann ist eine Schufa-Abfrage negativ?

Die Schufa selbst bewertet die von ihr gesammelten Daten nicht, sondern stellt diese Banken auf Anfrage zur Verfügung. Zu unterscheiden sind Einträge, auf die die Person unmittelbaren Einfluss hat und Einträge ohne persönlichen Einfluss. Zu den unmittelbar beeinflussbaren Einträgen gehört z.B. ob eine Privatinsolvenz vorliegt, Sie dauerhaft im Dispo stecken, Schecks geplatzt sind oder Kreditraten nicht bedient wurden. Zu den Einträgen ohne direkten Einfluss zählt der Wohnbezirk – wer in einer sozial schwachen Gegend lebt, kann in seinem Schufa-Score heruntergestuft werden. Derartige Einträge bewerten die meisten Banken jedoch nicht negativ. Sollte dennoch der Verdacht bestehen, einen Kredit aufgrund unbeeinflussbarer Einträge nicht zu erhalten, empfiehlt sich ein offenes Gespräch mit der Bank.

Wie läuft die Kontoeröffnung ab?

Das Verfahren zur Eröffnung eines Girokontos unterscheidet sich bei einer Filialbank von dem bei einer Direktbank. In einer Filialbank erfolgt die Kontoeröffnung am Bankschalter. Dort werden die erforderlichen Formulare ausgefüllt und die Legitimationsprüfung durch Vorlage eines Personalausweises direkt vom Mitarbeiter der Bank durchgeführt. Bei einer Direktbank muss der Kontoantrag von der Internetseite runterladen, oder per Post oder Email angefordert, ausgefüllt und unterschrieben werden.

Dann ist eine Legitimationsprüfung erforderlich. Dafür nutzen viele Banken immer noch das PostIdent-Verfahren. Die Antragsunterlagen werden von einem Post-Mitarbeiter – ebenfalls durch Vorlage eines Personalausweises – überprüft und anschließend in seiner Gegenwart unterschrieben. Die unterschriebenen Schriftstücke gehen im nächsten Schritt direkt vom Postschalter an die jeweilige Bank. Die meisten Direktbanken nutzen das VideoIdent-Verfahren. Hier erfolgt die Legitimierung per Webcam. Alles wichtige zum Ablauf einer Girokonto-Eröffnung finden Sie im Ratgeber Girokonto eröffnen.

Wie funktioniert das VideoIdent-Verfahren?

Für ein erfolgreiches VideoIdent-Verfahren bei der Girokonto Eröffnung findet eine Videokonferenz statt, die der Bankkunde via PC, Smartphone oder Tablet startet. Vor dieser Prozedur gibt der Antragsteller seine Ausweisdaten in ein von der Bank bereitgestelltes Formular ein. Daraufhin erhält er einen individuellen Zugangscode, den er in der anschließenden Video-Konferenz mitteilt. Ein Mitarbeiter überprüft die Daten und die Echtheit des Personalausweises, den der Kunde vor seiner Webcam hin und her schwenken muss. Abschließend erhält der Antragsteller eine mehrstellige TAN per E-Mail oder SMS, die er zur Bestätigung eingibt. Vereinzelte technische Abläufe können je nach Bank abweichen. Details dazu gibt es auf der Seite Girokonto mit VideoIdent.

Welche Unterschiede bei Girokonten gilt es zu beachten?

Grundsätzlich erfüllen Girokonten alle die gleiche Funktion, nämlich die tägliche Abwicklung des Zahlungsverkehrs und dennoch zeigen sich in den Details die Unterschiede. Beispielsweise bei den Kosten. Während normalerweise für ein Girokonto ein monatlicher Pauschalbetrag fällig wird, bieten viele Banken auch ein kostenloses Girokonto an. Wie umfangreich die darin enthaltenen Leistungen sind, ist ein Unterscheidungsmerkmal.

Gehören beispielsweise eine Giro- und/oder Kreditkarte dazu oder müssen für Überweisungen und Daueraufträge zusätzliche Gebühren bezahlt werden? Sehr unterschiedlich ist die kostenlose Versorgung mit Bargeld geregelt, nicht alle Banken verfügen über eine eigenes Geldautomaten-Netz. Zwar können Sie grundsätzlich an jedem Geldautomaten Bargeld abheben. Gehört dieser nicht zum Netz der eigenen Bank, werden jedoch Gebühren fällig.

Neben den grundsätzlichen Kosten und einer eventuell eingeräumten Guthabenverzinsung zeigen sich die größten Unterschiede bei den Überziehungszinsen. Hier gilt es die Zinsen für den Kontokorrentkredit (Dispokredit) und die Zinsen für eine geduldete Überziehung auseinanderzuhalten. Darüber hinaus werden von den Banken zwei spezielle Formen des Girokontos angeboten:

Das ausschließlich auf Guthabenbasis geführte Konto, auch Jedermannkonto oder Basiskonto genannt und das Pfändungsschutzkonto auch P-Konto genannt. Mit diesen beiden Arten des Girokontos soll überschuldeten Bürgern die Teilnahme am normalen Geschäftsleben ermöglicht werden. Im Girokonto Vergleich auf kontofinder.de finden Sie auch Basiskonten. Unsicher? Hier in 7 Fragen zum richtige Konto: Welches Girokonto passt zu mir?

Kostenloses Girokonto – was steckt dahinter?

Hier kommt es auf die Details und Zusatzleistungen an. Eine Grundvoraussetzung in vielen Fällen ist ein monatlicher Geld- oder Gehaltseingang, der manchmal auch an eine bestimmte Höhe gebunden ist. Wird diese Forderung in einem Monat nicht erbracht, wird ein Grundpreis erhoben.

Manchmal verlangen Banken stattdessen auch ein Mindestguthaben auf dem Konto, welches dauerhaft vorhanden sein muss. Meist gilt die kostenlose Kontoführung nur für online oder per Sprachcomputer beauftragte Transaktionen. Für beleghafte Buchungen, etwa Überweisungen oder die Einrichtung von Daueraufträgen per Telefon oder Filiale, werden zusätzliche Gebühren berechnet. darüber hinaus gibt es Unterschiede bei den zur Verfügung gestellten Kontokarten.

Bei einigen Instituten sind sowohl Girocard, als auch Kreditkarte kostenlos. In anderen Fällen wird für mindestens eine der Karten eine Grund- oder Jahresgebühr erhoben. Dennoch gibt es Banken, die keinerlei Bedingungen an die kostenlose Kontoführung stellen und so ein richtiges kostenloses Girokonto im Programm haben. In unserem Girokonto-Vergleich finden Sie entsprechende Angebote über die Filtereinstellungen.

Direktbank oder Filialbank – was muss ich darüber wissen?

Ob Sie sich für eine Direktbank oder Filialbank entscheiden ist eine Frage der persönlichen Vorlieben und der Kontonutzung. Wer seine Geldgeschäfte gern persönlich mit einem Bankmitarbeiter bespricht, ist bei einer Filialbank gut aufgehoben. Wer dagegen lieber auf Schnelligkeit, unkompliziertes Banking und oftmals auch preiswertere Angebote setzt, ist bei einer Direktbank richtig.

Vorausgesetzt, die notwendige technische Grundausstattung wie Computer, Smartphone und Internetanschluss ist vorhanden. Zwar lassen sich bei manchen Direktbanken die Bankgeschäfte auch vollständig telefonisch abwickeln, häufig ist aber der Zugang über das Internet notwendig. Viele Filialbanken bieten zusätzlich das Online-Banking an, sodass sich die Vorteile beider Systeme kombinieren lassen.

Geldeingang oder Gehaltseingang – was bedeutet das?

Bei vielen Girokonten spielt die Unterscheidung zwischen Geld- oder Gehaltseingang eine Rolle. Die meisten Banken knüpfen ihr Angebot einer kostenlosen Kontoführung an die konkrete Vorgabe, es muss sich um Gehalt handeln. Ein einfacher Mindestgeldeingang reicht nicht. Als Geldeingang gilt jede Gutschrift auf einem Girokonto, als Gehaltseingang dagegen nur das monatliche Arbeitsentgelt, Lohn und Gehalt, Renten, Ausbildungsentgelte, Besoldungen oder Bafög.

Bei regelmäßig eingehenden Sozialleistungen sind viele deutsche Banken kritisch. Die Überprüfung, ob es sich um Gehalt oder Ähnliches handelt, erfolgt meist automatisch anhand einer Codierung. So wird beispielsweise der regelmäßige Geldeingang auf einem Zweitkonto, wie es in Lebensgemeinschaften oft genutzt wird, nicht als Gehaltseingang gewertet, wohl aber als Geldeingang. Die Unterscheidung hat hauptsächlich Auswirkungen auf die kostenlose Kontoführung und die Vergabe + Höhe eines Dispokredit.

Wie kann ich mein Girokonto kündigen?

Für die Girokonto Kündigung reicht ein formloses Schreiben oder der persönliche Besuch in einer Filiale. Eine Kontokündigung ist jederzeit kostenlos möglich. Vorausgesetzt das Konto ist ausgeglichen bzw. die Bank kann vorhandenes Guthaben überweisen oder in bar auszahlen. Bevor Sie ein Girokonto kündigen, sollten Sie schon ein neues Konto eröffnet haben. Dies gewährleistet, dass Gehaltszahlungen oder Lastschriften problemlos weiterlaufen können und es nicht zu Rückläufern kommt.

Werden bspw. Lastschriften nicht mehr ausgeführt, weil das Konto gelöscht wurde, entstehen hohe Kosten. In der Praxis hat sich eine Übergangszeit von drei Monaten bewährt, in der das neue Girokonto schon besteht, das alte aber noch nicht aufgelöst wurde. Wenn der Arbeitgeber auf das neue Girokonto überweist und die Empfänger von Lastschriften alle informiert sind, kann das alte Bankkonto gekündigt werden. In vielen Fällen bieten Banken ihren Neukunden auch Unterstützung bei der Auflösung des bisherigen Girokontos an. Eine Anleitung zur Kontokündigung lesen Sie in unserem Ratgeber unter Girokonto kündigen – Schritt für Schritt.

Was ist eine Gläubiger-Identifikationsnummer?

Die Gläubiger-Identifikationsnummer oder Unique Credit Identifier (UCI) ist eine Kennung, die im Zuge des SEPA-Verfahrens bei Bankkonten eine Rolle spielt. Sie soll ermöglichen, offene Forderungen auch außerhalb der nationalen Bankensysteme von einem Girokonto einzuziehen. Die UCI besteht aus einem zweistelligen ISO-Ländercode (DE für Deutschland), einer zweistelligen Prüfziffer, einem dreistelligen und frei definierbaren Creditor Business Code und einem nationalen Identifikationsmerkmal mit bis zu 28 Stellen. Die UCI wird bei jedem Lastschriftmandat angehängt und ermöglicht so eine eindeutige Zuordnung des Zahlungsempfängers. Die Gläubiger-Identifikationsnummer erhalten Sie auf Antrag bei der Deutschen Bundesbank, die die Verwaltung der Nummern in Deutschland übernommen hat.

Giro- und Kreditkarten

Wozu brauche ich eine EC-/Girocard oder Kreditkarte?

EC-/Girocards und Kreditkarten erfüllen zwei wichtige Aufgaben im bargeldlosen Zahlungsverkehr. Zum können Sie mit ihnen bargeldlos bezahlen und zum anderen ermöglichen sie die Versorgung mit Bargeld über einen Geldautomaten. Ob eine EC-/Girocard genügt oder ob Sie zusätzlich eine Kreditkarte benötigen, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen und letztlich Ihrer Bank ab. Wer gerne ohne Bargeld unterwegs ist, kann auf beide Karten setzen.

Im Handel werden häufig Kreditkarten akzeptiert, aber längst nicht überall. Dann kommt meist die EC-/Girocard zum Einsatz. Bargeld gibt es mit beiden Karten an allen Geldautomaten in Deutschland. Kostenlos allerdings nur an Automaten im eigenen Verbund. Im außereuropäischen Ausland sichert dagegen die Kreditkarte eine bessere Versorgung mit Bargeld. Als zusätzliche Funktion lassen sich mit der Girokarte in einer Bankfiliale auch die Kontoauszüge zum Girokonto ausdrucken.

In Euroländern sollten Sie möglichst mit der Girocard bezahlen. Das ist kostenfrei. Der Bargeldbezug ist hier wiederum mit der Kreditkarte günstiger.

Welche Unterschiede gibt es bei Kreditkarten zu beachten?

Alle Kreditkarten lassen sich weltweit für den bargeldlosen Zahlungsverkehr und Bargeldbezug einsetzen. Anders als der Name andeutet, basieren nicht alle Karten auf dem Prinzip eines gewährten Kreditrahmens. So wird beispielsweise eine Prepaidkarte nur auf Guthabenbasis geführt. Auf das Kreditkartenkonto muss bei diesem Kartentyp erst eine Summe überwiesen werden, über die dann mit der Karte verfügt werden kann.

Echte Kreditkarten unterscheiden sich durch die Art der Kontobelastung. Grundsätzlich wird dem Nutzer der Kreditkarte eine Kreditlinie eingeräumt bis zu deren Höhe die Karte nutzbar ist. Die mit einer Kreditkarte getätigten Umsätze werden monatlich abgerechnet und bei einer Charge-Karte dem Konto belastet oder können in Raten zurückgezahlt werden.

Für diesen Zeitraum wird praktisch ein kostenloser Kredit gewährt, der den Karten ursprünglich ihren Namen gab. Eine weitere Form ist die sogenannte Debit-Karte, deren getätigte Zahlungen, wie bei der EC-/Girokarte, sofort dem Bankkonto belastet werden. Als neuere Variante, dem Online-Handel geschuldet, gibt es eine virtuelle Kreditkarte. Diese besteht nicht mehr aus einer Plastikkarte, sondern nur aus einer Nummer, die für Einkäufe im Internet gedacht ist. Virtuelle Kreditkarten werden meist auf Guthabenbasis angeboten, also als Prepaidkarten.

In der EU bargeldlos zahlen und Geld abheben – worauf muss ich achten?

Zu unterscheiden ist zwischen Ländern, die den Euro eingeführt haben und der restlichen Europäischen Union. Mit der EC-/Girocard kann innerhalb der Eurozone kostenlos bezahlt werden. Die Nutzung von Geldautomaten verursacht allerdings meist Bearbeitungskosten. Im restlichen Europa berechnen die Banken zudem Gebühren für die Umrechnung in Euro.

Ähnlich verhält es sich mit der Kreditkarte. Sie ist innerhalb der Eurozone kostenfrei nutzbar. Darüber hinaus wird ein sogenanntes Auslandseinsatzentgelt berechnet. Die Bargeldversorgung ist wie in Deutschland überall möglich, aber teuer. Einige Banken sind deshalb europaweite Kooperationen eingegangen und verzichten auf Gebühren für die Bargeldversorgung an Geldautomaten. Dann kann die Kreditkarte sogar günstiger als die Girocard sein.

Was muss ich beim Karteneinsatz im nichteuropäischen Ausland beachten?

Hier muss zwischen Euro-Zone, restlicher EU und außereuropäischem Ausland unterschieden werden. In nahezu allen Teilen der Erde können Sie mit der Kreditkarte bargeldlos bezahlen und sich mit Bargeld in der jeweiligen Landeswährung versorgen. Dies kann im außereuropäischen Ausland sogar günstiger sein als mit der Girokarte. Innerhalb der Euro-Zone fallen keine Kosten an.

Darüber hinaus können Gebühren für die Währungsumrechnung entstehen, wenn nicht in Euro abgerechnet wird. Rund 1-2 Prozent berechnen die Kreditkartenunternehmen für Karteneinsätze im Ausland. Bevor Sie mit Ihrer Kreditkarte ins Ausland reisen, prüfen sie wie lange diese noch gültig ist und ob das Limit ausreicht.

Girocards sind je nach Bank entweder zusätzlich mit dem Maestro-Zeichen oder dem Vpay-Logo ausgestattet ist. Beides sind internationale Abrechnungssysteme um den Karteneinsatz weltweit zu gewährleisten. Maestro ist ein Angebot des Kreditkartenunternehmens Mastercard. Vpay wird seit einigen Jahren von Visa angeboten und inzwischen auch von einigen deutschen Banken verwendet.

Der Einsatz einer Girocard mit Maestrozeichen ist weltweit an über 14 Millionen Akzeptanzstellen möglich. Girokarten mit dem Vpay-Logo verfügen dagegen außerhalb Europas über eine deutlich geringere Akzeptanz. Für beide Karten gilt, sowohl am Geldautomaten als auch beim Bezahlen muss die Transaktion mit der Geheimzahl bestätigt werden. Alles Wichtige zum Bezahlen und Geld abheben im Ausland lesen sie in unserem Ratgeber.

Was sind die Vorteile einer Kreditkarte Gold oder Platin?

Die Kreditkarten in Gold- oder Platin-Ausführung gehören zum Premium-Angebot der Kreditkartenanbieter. Sie sind nicht immer an ein Girokonto gebunden, können aber anstelle einer klassischen Karte angefordert werden. Der wichtigste Aspekt ist der höhere Verfügungsrahmen; Bonität vorausgesetzt. Inhaber einer goldenen oder schwarzen Kreditkarte genießen oft ein höheres Ansehen und erhalten zahlreiche Zusatzleistungen.

Diese reichen von erweitertem Versicherungsschutz, über Vergünstigungen in Hotels und bei Autovermietern bis hin zu speziellen Services. Beispielsweise steht beim Verlust der Karte innerhalb weniger Stunden Ersatz zur Verfügung. Zudem verzichten viele Autovermieter bei Vorlage einer Gold- oder Platinkarte auf die Kaution für einen Mietwagen. An Flughäfen ist häufig die Nutzung der Lounges inklusive.

Diese Leistungen haben ihren Preis. Die teuersten Kreditkarten haben eine jährliche Gebühr im vierstelligen Bereich. Für den Otto-Normal-Verbraucher lohnt sich nicht einmal eine goldene Kreditkarte. Zu teuer und oft auch unnütz sind die Leistungen. Ein klassische Kreditkarte reicht meistens völlig aus.

Kreditkarten und Schufa-Abfrage – was steckt dahinter?

Der auf einer Kreditkarte gewährte Verfügungsrahmen ist abhängig von der persönlichen Bonität. Für die Ausgabe von Kreditkarten wird dazu regelmäßig eine Anfrage bei der Schufa gestellt. Bei negativer Schufa-Auskunft ist es nicht möglich eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen zu bekommen. Dann bleibt zum Girokonto nur eine Prepaidkarte, die ausschließlich auf Guthabenbasis geführt wird.

Die Prepaid-Kreditkarte verfügt über die gleichen Funktionen, setzt aber ein Guthaben auf dem Kreditkartenkonto voraus. Ist die Schufa-Abfrage positiv verlaufen, entscheidet der, von der Schufa ermittelte Score-Wert über den eingeräumten Kreditrahmen. Je besser der Score-Wert ist, umso höher kann das Kreditkartenlimit ausfallen. Aber die Kreditkartenanbieter fragen bei der Schufa nicht nur das Bonitätsprofil ab.

Wenn sie eine Karte mit Kreditrahmen ausgeben, übermitteln sie diese Informationen an die Schufa. Durch den Besitz mehrerer Kreditkarten kann sich der Score-Wert, also die eingeschätzte Bonität verschlechtern. Auch bei der Girokonto-Eröffnung wird in der Regel eine Schufa-Abfrage durchgeführt.

Was ist kontaktloses Bezahlen per EC-/Giro- oder Kreditkarte?

Kontaktloses Bezahlen erfolgt ohne eine haptische Schnittstelle und ohne eine PIN-Eingabe bzw. Unterschrift. Die EC-/Giro- bzw. Kreditkarte braucht nur in die Nähe eines Bezahlgerätes gehalten werden, um den Geldtransfer durchzuführen. Der maximale Abstand darf hierbei vier Zentimeter nicht überschreiten. Das Verfahren basiert auf der Technologie der Near Field Communication. Für das kontaktlose Bezahlen gilt in Deutschland eine Beitragsobergrenze von 25 bis 50 Euro.

Wie funktionieren Apple Pay und Google Pay?

Apple Pay und Google Pay sind zwei kontaktlose Bezahlverfahren, die über NFC-Chip im Mobiltelefon möglich gemacht werden. Beiden Diensten ist gemein, dass der Kunde die Kartendaten einer Kredit- oder Debitkarte hinterlegen und beim Bezahlen das Handy – wie eine Karte – an das Bezahlterminal halten muss. Eine Zahlung wird hierbei über das jeweilige Authentifizierungsverfahren des Mobiltelefons autorisiert. Bei Apple ist das beispielsweise Fingerprint oder Face-ID.

Kontoführung und Bargeld

Was sind beleglose und beleghafte Buchungen?

Buchungen sind alle Zahlungsvorgänge, die auf einem Girokonto erfolgen. Werden diese persönlich in einer Bank mit den dort vorliegenden Formularen durchgeführt und durch einen Bankmitarbeiter angenommen, dann spricht man von einer beleghaften Buchung. Das können sowohl Überweisungen als auch Bareinzahlungen, Scheckeinreichungen oder Lastschriften sein.

Zahlungsvorgänge können auch telefonisch per Sparachcomputer oder online, also beleglos abgewickelt werden. Bleglose und beleghafte Buchungen unterscheiden sich zudem bei den Kosten. Nahezu bei allen Bankinstituten sind beleghafte Buchungen teurer als die beleglose Variante. Bei den kostenlosen Girokonten sind beleglose Buchungen oftmals im Paket enthalten, während beleghafte Buchungen bezahlt werden müssen.

Bei eingen Banken fallen telefonische Buchungen nicht unter die Rubrik „beleglos“, da die Abwicklung über einen Mitarbeiter stattfindet. In diesen Fällen können höhere Gebühren für Überweisungen oder sonstigen Aufträge anfallen.

Kontoauszüge online – was muss ich darüber wissen?

Der Kontoauszug ist ein Beleg über sämtliche Zahlungsvorgänge auf einem Girokonto. Wird dieser nicht in Papierform, sondern in einer elektronischen Form als Datei erstellt, spricht man von einem Online-Kontoauszug. Grundsätzlich sind Privatpersonen nicht zur Aufbewahrung von Kontoauszügen verpflichtet, weder online noch in Papierform. Allerdings sind sie zur Kontrolle der Auszüge verpflichtet.

Bankkunden müssen die Zahlungsvorgänge auf Online-Auszügen auf Richtigkeit überprüfen und unberechtigte Zahlungen monieren. Spätestens, wenn dem meist quartalsweise erstellten Rechnungsabschluss nicht widersprochen wird, gelten alle Zahlungsvorgänge als vom Kunden genehmigt. Online-Kontoauszüge haben beim Girokonto inzwischen die nahezu gleiche rechtliche Akzeptanz wie ein Kontoauszug per Post oder aus dem Kontoauszugsdrucker. Auch Finanzämter akzeptieren Online-Kontoauszüge von Privatpersonen, etwa um die Überweisung von Spenden zu belegen.

Wo finde ich meine IBAN und die BIC?

Für die Ermittlung Ihrer International Bank Account Number, kurz IBAN, gibt es mehrere Wege. Die meisten neueren EC-Girokarten haben diese Nummer auf der Rückseite aufgedruckt. Wenn nicht, ermitteln Sie diese Information über einen IBAN-Rechner im Internet. Dafür geben Sie dort einfach Ihre Kontonummer und Bankleitzahl ein. Nutzen Sie sicherheitshalber nur den IBAN-Rechner Ihrer Hausbank. Den Bank Identifier Code (BIC) ermitteln Sie auf der Webseite Ihrer Bank oder finden Ihn auf Ihrer Girocard.

An welchen Automaten kann ich in Deutschland kostenfrei Geld abheben?

Das ist abhängig vom Verbund, dem Ihre Bank angehört. In Deutschland gibt es verschiedene Geldautomatennetze. Das größte und dichteste Netz wird von den Sparkassen bereitgestellt. An über 23.500 Geldautomaten im gesamten Bundesgebiet ist die kostenlose Versorgung mit Bargeld möglich.

Danach folgen die Volks- und Raiffeisenbanken, die in ihrem Bankcard-Service-Netz mehr als 18.000 Geldautomaten betreiben. Die meisten privaten Banken sind entweder der Cash-Group oder dem Cash-Pool angeschlossen. Die Cash-Group ist mit 7.000 Geldautomaten der größere Verbund. Zum Cash-Pool gehören rund 3.000 Geldautomaten. Einzig die ING-DiBa gehört keinem dieser Verbünde an und hat ein eigenes Netz mit etwa 1.300 Geldautomaten aufgebaut. Lesen Sie mehr zum Thema unter Bankenverbünde in der Übersicht.

Grundsätzlich gilt: kostenfrei Bargeld abheben ist immer nur im eigenen Verbund möglich oder wenn die Bank ein Girokonto mit weltweit kostenlosem Bargeldbezug anbietet. An verbundfremden Geldautomaten werden Gebühren berechnet. Einige Banken bieten an, mit der Kreditkarte kostenlos Bargeld abzuheben. Dafür stehen Visa- oder Mastercard-Geldautomaten in Deutschland zur Verfügung. Manche Banken Kooperationen mit Tankstellen oder Supermärkten. Kunden können sich so beispielsweise an der Supermarktkasse kostenlos mit Bargeldversorgen.

Was versteht man unter Cash Group und welche Banken gehören dazu?

Die Cash-Group ist ein seit 1998 bestehender Zusammenschluss einiger großer deutscher Privatbanken um ein gemeinsames Geldautomaten-Netz zu betreiben. Kunden der zugehörigen Banken können sich an allen Geldautomaten des Verbunds kostenlos mit ihrer Girocard Bargeld mit Bargeld versorgen. Derzeit betreibt die Cash-Group rund 7.000 Geldautomaten im gesamten Bundesgebiet.

Zudem können Kunden auch an rund 1.300 Shell-Tankstellen Bargeld abheben. Der Cash Group gehören sechs private Banken an sowie deren Tochtergesellschaften. Dies sind im Einzelnen: Deutsche Bank, Postbank, Norisbank, Commerzbank, Comdirect, HypoVereinsbank.

Was ist der CashPool und welche Banken stecken dahinter?

CashPool ist mit etwa 3.000 Automaten der kleinere der privaten Geldautomaten-Verbünde. Seit dem Jahr 2000 gibt es den CashPool, der zunächst mit einem Kern mehrerer Banken gestartet ist und diese Partnerschaften immer weiter ausgebaut hat. Im CashPool finden sich auch viele kleinere Geldinstitute und Direktbanken. Weil durch die geringe Anzahl an Automaten und Standorten eine flächendeckende Versorgung in Deutschland nicht gewährleistet ist, sind es gerade diese Institute, die ihren Kunden zusätzlich eine ermäßigte oder kostenlose Kreditkarte anbieten.

Zum CashPool gehören: Sparda-Banken, Santander Bank, Targobank, BBBank, Degussa Bank, Bank für Sozialwirtschaft, Oldenburgische Landesbank, Südwestbank, National-Bank, Steyler Bank, Pax-Bank, Merkur Privatbank, Bankhaus Bauer, Bankhaus C. L. Seeliger, Bankhaus Gebr. Martin, Bankhaus Hafner, Bankhaus J. Faisst, Bankhaus Ludwig Sperrer, Bankhaus Max Flessa, Bankhaus Mayer, Bankhaus Neelmeyer, Donner & Reuschel, Fürstlich Castell´sche Bank, Gabler-Saliter Bankgeschäft, Johann Berenberg Bank.

Ich möchte Bargeld einzahlen, bin aber bei einer Direktbank – was tun?

Bareinzahlungen auf das Girokonto sind grundsätzlich in jeder Bankfiliale möglich. Auch wenn Sie dort kein Kunde sind und das Geld auf ein Bankkonto bei einem anderen Institut einzahlen. Dafür verlangen Banken aber meist hohe Gebühren. Kunden von Direktbanken, die zu einem größeren Institut gehören, haben keine Probleme, weil sie für solche Vorgänge das Filialnetz nutzen können. So können Kunden der Comdirect Bank Commerzbank Filialen nutzen oder Norisbank Kunden zur Deutschen Bank gehen.

Bareinzahlungen sind jedoch nicht bei jeder Direktbank möglich. Vor allem dann nicht, wenn es sich um den Online-Ableger einer ausländischen Bank handelt oder die Bank ausschließlich im Internet aktiv ist. Eine praktische und preiswerte Lösung bietet die Bareinzahlung in einer Filiale der Deutschen Bundesbank oder einer der zahlreichen Filialen der jeweiligen Landesbank.

Ich brauche Bargeld im nichteuropäischen Ausland, was muss ich wissen?

Grundsätzlich ist die Versorgung mit Bargeld im außereuropäischen Ausland mit Girocard oder Kreditkarte möglich. Mit Kreditkarten kann weltweit an nahezu allen Geldautomaten Bargeld abgehoben werden. Allerdings berechnen die Kreditkartenunternehmen dafür Gebühren. Auch mit einer Girocard ist die Barabhebung an ausländischen Geldautomaten vom Girokonto möglich.

Vorausgesetzt die Karte verfügt über das Maestro- oder Vpay-Logo. Klären Sie vor Reiseantritt den Verfügungsrahmen mit Ihrer Bank. Immer mehr Geldinstitute setzen das Limit für Barabhebungen im Ausland aus Sicherheitsgründen herunter. Dann gibt es am Geldautomaten nur wenig oder gar kein Geld vom Girokonto. Auch dann nicht, wenn das Konto über ausreichend Guthaben verfügt. Hilfe schafft dann ein Anruf bei der Hausbank, die kurzfristig und auch zeitlich begrenzt das Limit erhöhen kann.

Dispokredit und Kontoüberziehung

Was ist der Unterschied zwischen Dispokredit und geduldeter Überziehung?

Der Dispokredit ist eine Form des Kontokorrentkredits und bezeichnet einen mit der Bank vereinbarten Verfügungsrahmen auf einem Girokonto. Für den Dispokredit gibt es keine feste Laufzeit. Er wird unbefristet gewährt und seine Verwendung ist an keinen bestimmten Zweck gebunden. Innerhalb des Kreditrahmens kann das Girokonto jederzeit frei verfügbar belastet werden.

Die Höhe des Dispokredits ist in der Regel vom persönlichen Einkommen und eventuell vorhandener Vermögenswerte abhängig. Auch wenn der Dispokredit meist nicht extra besichert werden muss. Als Faustregel für die Höhe gilt das 2 bis 3-fache des monatlichen Nettoeinkommens. Wird ein Girokonto über den mit der Bank vereinbarten Rahmen hinaus belastet, spricht man von einer geduldeten Überziehung.

Für diesen Fall entscheidet die Bank durch eine Bonitätsprüfung, ob sie der Überziehung zustimmt und weitere Zahlungsvorgänge ausführt. Sie hat aber auch die Möglichkeit, die Überziehung nicht zu dulden und Zahlungsvorgänge nicht mehr auszuführen. Grundsätzlich kann eine geduldete Überziehung auch über einen längeren Zeitraum andauern, solange die Bank das Risiko für einschätzbar hält.

Zudem können Dispokredit und geduldete Überziehung gemeinsam in Anspruch genommen werden. Für beide Möglichkeiten der Kontoüberziehung verlangt die Bank Gebühren in Form von Zinsen. Diese sind höher als bei regulären Ratenkrediten und fallen vor allem für die geduldete Überziehung üppig aus. Einige Banken sind dazu übergangen den Überziehungszins mit dem Dispozins gleichzustellen und die Zinssätze einander anzupassen. Weitere Details zum Dispositionskreditit lesen SIe in unserem Ratgeber Dispokredit und Kontoüberziehung.

Wie erfolgt die Abrechnung beim Dispositionskredit?

Für den in Anspruch genommenen Dispokredit und die darüber hinaus geduldete Überziehung werden von der Bank Dispozinsen berechnet. Diese richten sich zwar nach den am Finanzmarkt vorhandenen Zinsbedingungen, liegen aber bei den meisten Banken weit darüber. Ein Girokonto ist üblicherweise in ständiger Bewegung. Einzahlungen und Auszahlungen verändern den Saldo des Girokontos immer wieder.

Für die Berechnung der Dispozinsen wird das Girokonto deshalb täglich abgerechnet und die entstandenen Zinsen ermittelt. Wird zusätzlich die geduldete Überziehung in Anspruch genommen, sind bis zur Dispogrenze die dafür vorgesehenen Zinsen fällig. Für den darüber hinausgehenden Betrag werden Überziehungszinsen berechnet. Diese Zinsen berechnet die Bank täglich, addiert sie und rechnet sie monatlich oder quartalsweise auf Ihrem Girokonto ab.

Muss ich den Dispo beantragen oder steht er mir sofort zur Verfügung?

Beides ist möglich. Normalerweise wird Ihnen automatisch auf ihrem Girokonto ein Dispositionskredit zur Verfügung gestellt. Voraussetzung ist allerdings ein regelmäßiger Gehaltseingang und eine als positiv bescheinigte Bonität. Nach der Neueröffnung eines Girokontos überprüft die Bank in der Regel für mehrere Monate den Gehaltseingang (kann auch eine Rente sein) und räumt dann einen Kreditrahmen ein.

Als Empfänger von Sozialleistungen oder bspw. als Student ohne festes Arbeitseinkommen muss ein Dispokredit im persönlichen Gespräch beantragt werden, oder bei Direktbanken über einen schriftlichen Antrag. Bonität vorausgesetzt, räumen die Banken dann meist einen niedrigeren Verfügungsrahmen ein.

Wie hoch ist der Dispokredit bei meinem Girokonto?

Die Höhe des Dispokredits richtet sich nach der persönlichen Einkommenssituation und eventuell nach weiteren Vermögenswerten. Bei regelmäßigem Gehaltseingang aus einem festen Arbeitsverhältnis oder bei Rentenzahlungen hat sich in der Praxis die Einrichtung eines Kreditrahmens durchgesetzt, der dem 2-3-fachen des monatlichen Nettoeinkommens entspricht.

Meist wird die Höhe von drei Monatsgehältern als maximaler Verfügungsrahmen eingeräumt. Ein höherer Dispokredit ist mit der Bank verhandelbar, setzt aber die entsprechende Bonität bzw. entsprechende Vermögenswerte als Sicherheit voraus. Für die Bezieher von Sozialleistungen oder aber auch anderen Einnahmen, die nicht aus einem festen Arbeitsverhältnis stammen, wird die Höhe des Verfügungsrahmens meist auf 500 bis 1.000 Euro begrenzt oder erst gar nicht gewährt.

Hier entscheiden ausschließlich Bonität und Vermögenswerte über die tatsächliche Höhe des Dispokredits. Wie hoch der eingeräumte Verfügungsrahmen für Ihr Girokonto ist, steht auf den Kontoauszügen, in den Preisaushängen in der Bankfiliale oder kann bei der Bank erfragt werden.

Kann ich über den Dispo auch am Automaten oder per EC/-Girocard verfügen?

Wenn Sie einen Dispokredit bei der Bank eingerichtet haben, können Sie auch bei einem negativen Kontostand innerhalb des Verfügungsrahmens weiterhin Bargeld vom Girokonto abheben und mit der Girocard bezahlen. Sollten Sie aber das Konto darüber hinaus weiter überziehen, gibt es keine Garantie mehr, dass Sie Bargeld erhalten bzw. mit Ihrer Kontokarte bargeldlos bezahlen können. Im Zuge dieser geduldeten Überziehung kann die Bank jederzeit frei entscheiden, ob Sie weiterhin über Geld verfügen können oder ob keinerlei Abbuchungen mehr möglich sind. Beachten Sie bitte, dass bei einer geduldeten Überziehung die Zinsen häufig deutlich höher sind als bei einem Dispositionskredit.

Mein Dispokredit ist zu teuer, was sind die Alternativen?

Es bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an, um einen zu teueren Dispokredit abzulösen. Dazu eignet sich beispielsweise ein deutlich preiswerter Ratenkredit. Dieser kann einen dauerhaft in Anspruch genommenen Dispokredit ablösen und wird dann in regelmäßigen Raten abbezahlt. Vorteil ist das ausgeglichene Girokonto, die günstigeren Zinsen und die regelmäßige Tilgung.

Eine andere Alternative ist der sogenannte Rahmenkredit, auch Abrufkredit genannt. Er funktioniert ähnlich wie der Dispokredit. Das bedeutet die Bank stellt einen Kreditrahmen zur Verfügung, den Sie teilweise oder vollständig in Anspruch nehmen und dann flexibel zurückzahlen können. Der Rahmenkredit räumt die gleichen Freiheiten wie ein Dispokredit ein, ist aber deutlich günstiger. Ein weiterer wesentlicher Vorteil: der Rahmenkredit ist nicht an das Girokonto gebunden und kann deshalb auch bei einer anderen Bank im Rahmen eines Kreditkontos in Anspruch genommen werden.

Zinsen, Boni, Startguthaben

Was muss ich über Girokonto-Zinsen wissen?

Grundsätzlich ist die Verzinsung von Guthaben auf einem Girokonto unüblich. Dennoch sind einige Banken, vor allem Direktbanken, dazu übergegangen und bieten auch eine Guthabenverzinsung an. Diese wird in der Regel aus dem täglich verfügbaren Guthaben ermittelt und monatlich dem Bankkonto gutgeschrieben. Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl eines Girokontos sollte die Guthabenverzinsung allerdings nicht sein.

Zum einen sind Girokonto-Zinsen in den meisten Fällen sehr niedrig, zum anderen sind dauerhaft höhere Geldbeträge auf einem Girokonto nicht sinnvoll. In der Praxis haben sich Guthabenzinsen vor allem auf speziellen Girokonten für Kinder, Jugendliche und Auszubildende sowie Studenten durchgesetzt. Diese Konten stehen aber immer nur diesen Gruppen zur Verfügung und sind auch immer an das Alter gebunden.

Gibt es Tagesgeld-Zinsen auch auf einem Girokonto?

Nein. Einige Banken bieten eine Kombination und verbinden das Girokonto mit einem Tagesgeld bzw. bieten ein Girokonto mit Tagesgeldfunktion. In diesen Fällen lassen sich Guthaben besser verzinsen. Die Merkmale eines Girokontos bleiben aber erhalten. Diese Kombination lässt sich auch selbst herstellen, indem Sie ein zusätzliches Tagesgeldkonto, auch bei einer anderen Bank möglich, eröffnen.

Dann müssen allerdings die Guthaben immer auf das Tagesgeldkonto transferiert, bzw. zur Verfügung wieder auf das Girokonto zurück überwiesen werden. Diese Variante ist empfehlenswert, da die Zinsangebote für reine Tagesgeldkonten meist attraktiver ausfallen. Manche Banken statten ihre Tagesgeldkonten mit einer Bankkarte aus, über die Sie am Geldautomaten auf das Guthaben zugreifen können und somit über eine vergleichbare Flexibilität verfügen. Eine aktuelle Zinsübersicht finden Sie im Tagesgeld Vergleich.

Verzinsung auf dem Kreditkartenkonto – was bedeutet das?

Üblicherweise werden Kreditkarten im Minus geführt. Das bedeutet die Karte wird ausschließlich für bargeldlose Zahlungen verwendet. Die aufgelaufenen Beträge werden dann in einem festgelegten Rahmen ausgeglichen. In einigen Fällen lassen sich auf einem Kreditkartenkonto aber auch Guthaben ansammeln. Etwa bei Prepaidkarten als Voraussetzung oder bei regulären Karten freiwillig.

Inzwischen sind manche Kreditkartenanbieter dazu übergangen und verzinsen diese Guthaben. Oftmals sogar höher als auf Tagesgeldkonten. Während dies für Besitzer von Prepaidkarten attraktiv ist, weil ihre Karte nur mit einem vorhandenen Guthaben funktioniert, müssen Besitzer anderer Kreditkarten die weiteren Konditionen berücksichtigen. Vor allem die eventuell anfallende Jahresgebühr oder Gebühren für den Auslandseinsatz bzw. Bargeldbezug.

Startguthaben oder Bonus für Neukunden – was steckt dahinter?

Im harten Wettbewerb um neue Kunden bieten Banken immer mal wieder ein Girokonto mit Startguthaben, Prämien oder Bonus. Diese Prämien sind zeitlich befristete Aktionen und auch an Bedingungen geknüpft. So wird für die Zahlung beispielsweise ein gewisser Umsatz oder eine bestimmte Anzahl von Transaktionen vorausgesetzt.

In anderen Fällen wird der Bonus zur Verrechnung mit Gebühren verwendet oder ein Mindestgeld- bzw. Gehaltseingang notwendig. Trotz gewährter Prämien sollten Sie immer auch die anderen Konditionen des Girokontos im Auge behalten. Startguthaben, die gerne von Direktbank angeboten werden, können durchaus lukrativ sein, sollten aber nicht als Grund für die Kontoeröffnung hergenommen werden. Die besten Konten mit Bank Bonus finden Sie auf unserer Seite „Girokonto mit Startguthaben“.

Girokonto Sicherheit

Einlagensicherung – wie sicher ist mein Geld bei den Banken?

Es gibt unterschiedliche Maßnahmen um die Einlagen der Bankkunden zu sichern. Zunächst soll durch Vorschriften zur Höhe des Eigenkapitals verhindert werden, dass eine Bank überhaupt in Schwierigkeiten gerät. Wenn diese Mittel im Falle einer Schieflage dennoch nicht ausreichen, kommen zunächst Haftungsvereinbarungen innerhalb einer Bankengruppe zum Einsatz.

So haften beispielsweise die rechtlich selbstständigen Institute im Verbund der Sparkassen oder der Volks- und Raiffeisenbanken im Rahmen der sogenannten Institutshaftung untereinander. Auch in Konzernstrukturen bei privaten Banken gibt es Formen der Risikoübernahme. Diese werden in einer Patronatserklärung geregelt. Das heißt die Konzernmutter übernimmt in einem bestimmten Rahmen oder auch vollständig die Sicherung der Kundeneinlagen für ihre Tochtergesellschaften, sollten diese in Schwierigkeiten geraten.

Darüber hinaus hat der Gesetzgeber ein Verfahren zur Einlagensicherung entwickelt. In Deutschland sind im Rahmen dieser gesetzlichen Einlagensicherung alle Kundeneinlagen zu 100 Prozent, maximal bis zu einer Grenze von 100.000 Euro pro Person abgesichert. Ergänzend dazu sind in Deutschland die Einlagen von rund 170 Banken zusätzlich freiwillig und weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus im Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands geschützt.

Hierzulande sind jedoch auch Banken tätig die den Sicherungsrichtlinien ihres Heimatlandes unterliegen. Solange dieses in der EU liegt, gelten die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie in Deutschland. In anderen Ländern kann es abweichende Regelungen geben.

Onlinebanking Sicherheit – worauf muss ich achten?

Grundsätzlich gibt es beim Onlinebanking einige Sicherheitsstandards, die von allen Banken genutzt werden. Dazu gehört beispielsweise eine gesicherte Internetverbindung. Darüber hinaus werden für die einzelnen Transaktionen aber unterschiedliche Sicherheitsstandards angewendet. Als veraltet und nicht ausreichend sicher gilt das iTAN-Verfahren. Dabei wird für jede Aktion eine spezielle TAN von einer nummerierten TAN-Liste abgefragt.

Als deutlich sicherer haben sich inzwischen das SmartTAN, photoTAN oder das mTAN-Verfahren etabliert. Beim SmartTan-Verfahren generiert ein TAN-Generator in Verbindung mit der Girocard eine TAN, die nur für eine Transaktion und nur für kurze Zeit gültig ist. Beim mTAN-Verfahren wird die TAN auf ein Mobiltelefon gesendet. Diese ist ebenfalls nur für kurze Zeit und nur für eine Zahlung gültig. In letzter Zeit kam es allerdings auch schon zum Ausspionieren der mTANs. Beim photoTAN-Verfahren wird mithilfe des Mobiltelefons eine Grafik vom Bildschirm abfotografiert und daraus eine Transaktionsnummer generiert.

Es gibt einige Verhaltensregeln, die jeder Nutzer beim Onlinebanking beachten sollte. Etwa die, Onlineüberweisungen immer nur am heimischen PC und nie über eine ungesicherte WLAN-Verbindung zu tätigen. Außerdem immer auf die gesicherte Internet-Verbindung achten, die durch „https“ im Browser angezeigt wird. Außerdem gehört die regelmäßige Kontrolle der Kontoauszüge zum Pflichtprogramm, um unberechtigte Zahlungen sofort bei der Bank anzeigen zu können.

Was ist Phishing und wie schütze ich mich davor?

Als Phishing wird das Abschöpfen von Daten durch täuschend ähnlich nachgeahmte Webseiten, Kurznachrichten oder E-Mails bezeichnet. Das Prinzip ähnelt sich bei allen Formen: Der Internetnutzer soll im Vertrauen, mit seiner Bank zu interagieren, seine geheimen Zugangsdaten an Kriminelle weitergeben. Mit Hilfe der erlangten Daten ist es den Cyber-Angreifern möglich, auf Online-Girokonten zuzugreifen und alle damit zusammenhängenden Funktionen wie Überweisung zu nutzen.

Beim Surfen schützen sich Nutzer, wenn sie in ihrem Browser die Funktion Java-Script abschalten. Auch sollten E-Mails als reiner Text ohne HTML angezeigt werden. Vermeiden Sie es zudem per E-Mail persönliche Daten zu versenden.

Einfache Tipps können dabei helfen, eine Phishing-Nachricht als solche zu enttarnen.

  • Sind im Nachrichtentext viele orthografische und grammatikalische Fehler enthalten?
  • Fordert man Sie dazu auf, eine Webseite zu besuchen und dort TANs o. Ä. einzugeben?
  • Kommt Ihnen die anzuklickende Zieladresse spanisch vor?

Kein seriöses Kreditinstitut wird sie jemals dazu auffordern, via Mail oder Link vertrauliche Informationen zu Ihrem Girokonto zu teilen. Lesen SIe zu diesem Thema gern auch unseren Ratgeber Online Banking Sicherheit.

Welche TAN-Systeme gibt es beim Onlinebanking?

Derzeit existieren folgende TAN-Systeme: mTAN, bildbasierte TANs sowie eTAN / chipTAN. Mobile TANs (mTAN) werden als SMS an eine zuvor angegebene Mobilfunknummer gesendet. Bildbasierte TANs werden mit Hilfe einer App aus einem QR-Code oder einem eigens für den Internetnutzer erstellten Bild entschlüsselt. Einen Überblick aktueller TAN-Verfahren finden Sie in unserem Ratgeber.

Als sicherste Variante gilt der TAN-Generator mit Chip. Diesen können Bankkunden meist für einen Aufpreis bei ihrer Bank anfordern, wenn diese das Verfahren unterstützt. Die EC-/Girocard wird bei dieser Methode in das Lesegerät gesteckt und erzeugt nach Codeeingabe eine TAN für die Bestätigung eines Auftrages. Das eTAN-Verfahren kommt ohne Lesegerät aus. Hier wird die Transaktionsnummer mithilfe eines Digipasses generiert. Achten Sie im auf ein sicheres Transaktionsverfahren. Ihr neues Girokonto sollte zumindest das mTAN-Verfahren unterstützen.