Negativzinsen & Verwahrentgelte

Aktualisiert am
von Nico Heß,
Kategorie(n):
Girokonto,
Tagesgeldkonto,
Festgeldkonto

Immer mehr Banken in Deutschland berechnen ein Verwahrentgelt auf Guthaben, welches über einem bestimmten Freibetrag liegt. Hier erfahren Sie, wie hoch die Negativzinsen Ihrer Bank sind und wie Sie in Zukunft Strafzinsen vermeiden können.

Was sind Negativzinsen? Warum Negativzinsen? Negativzinsen Filial- und Direktbanken Negativzinsen Sparkasse Negativzinsen Volksbank Negativzinsen Sparda-Bank Banken ohne Negativzinsen Verwahrentgelt vermeiden Sind Negativzinsen zulässig?

Was sind Negativzinsen?

Definition: Negativzinsen sind Gebühren, die Banken für die Verwahrung hoher Kundeneinlagen erheben. Sie werden auch als Verwahrentgelt, Strafzinsen oder Minuszinsen bezeichnet.

Die meisten Kreditinstitute berechnen das Verwahrentgelt für hohe Guthaben auf Girokonten, Geschäftskonten, Tagesgeldkonten, Verrechnungskonten und Wertpapierhandelskonten. Hierbei wird in der Regel ein Freibetrag gewährt, der aktuell im Schnitt bei 25.000 bis 50.000 € liegt. Erst bei Überschreitung dieser Freigrenze fallen Negativzinsen von meist -0,50 % an.

Jahrhunderte lang haben Sie als Kunde selbst Zinsen erhalten, wenn Sie Ihr Geld bei der Bank lagern. Doch jetzt ist es genau andersherum: Banken "bestrafen" Sie mit dem Verwahrentgelt, wenn Sie hohe Geldbeträge auf Ihren Konten lassen. Doch warum ist das so?

Warum verlangen Banken Negativzinsen?

Der Hauptgrund ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Banken können Geld, welches Sie gerade nicht an Kunden oder andere Banken verleihen, bei der EZB zwischenparken. Dafür verlangt die Zentralbank aber Gebühren. Dieser sogenannte Einlagensatz liegt seit September 2019 bei -0,50 %. Bei Milliarden von Euro entstehen den Banken damit hohe Kosten. Deshalb geben mittlerweile so viele deutsche Kreditinstitute diese Gebühren an ihre Kunden in Form des Verwahrentgelts weiter.

Nun stellt sich die Frage:

Warum parken Banken bei der EZB überhaupt Geld, wenn Sie Gebühren bezahlen müssen?

Zunächst ist das überschüssige Geld bei der EZB sicher verwahrt. Desweiteren ist es im Bezug auf das Risiko für die Banken besser, einen gewissen Geldbetrag bei der EZB kurzfristig zu lagern als Kredite an Kunden zu vergeben, wo Kreditausfälle drohen.

Der dritte Grund sind die TLTRO-III-Kredite (TLTRO = targeted longer-term refinancing operations) der EZB. Banken können sich seit 2020 Geld für 3 Jahre von der Zentralbank leihen und erhalten dafür eine Zinsprämie, wenn Sie in dieser Zeit bestimmte Bedingungen erfüllen, z.B. mehr Kredite vergeben. Diese Zinsprämie (bis zu 1,00 %) ist höher als der Einlagensatz von -0,50 %. Banken verdienen also ohne jegliches Risiko Geld, wenn Sie einfach einen Teil des Geldes, welches Sie sich von der EZB leihen, bei der EZB belassen. Die großen deutschen Banken erzielten 2020 damit jeweils Einnahmen im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Banken zahlen zudem nicht ab dem ersten Euro bei der EZB Strafzinsen. Seit Ende 2019 gilt ein Freibetrag des 6-fachen des Mindestreserve-Solls. Das bedeutete für die deutschen Banken in 2020 eine Entlastung von über 1 Milliarde Euro.

Warum erhebt die EZB Gebühren auf geparktes Geld?

Die Europäische Zentralbank will die Wirtschaft ankurbeln. Je höher der Strafzins, desto eher sollen Banken animiert werden, günstige Kredite vor allem an Firmenkunden zu vergeben. Der niedrige Kreditzins soll die Unternehmen motivieren, in neue Maschinen und Ausstattung zu investieren. So soll mehr Geld im Umlauf sein und zu einem Wirtschaftswachstum führen.

Die 0,00 % auf den Sparkonten und -0,50 % Negativzinsen sollen auch Privatkunden ermutigen, Ihr Geld auszugeben und nicht zu sparen. Profitieren tun alle, die aktuell einen Kredit benötigen. Verlierer sind alle Sparer, die Ihr Geld risikofrei vermehren möchten.

Übersicht: Strafzinsen der Banken

Hier sehen Sie im Detail, welche Banken ab welchem Betrag Negativzinsen berechnen. Zur schnelleren Orientierung haben wir die Kreditinstitute unterteilt in:

  1. Filialbanken und Direktbanken
  2. Sparkassen
  3. Volks- und Raiffeisenbanken
  4. Sparda-Banken

Mittlerweile berechnen mehr als 600 Banken in Deutschland einen Strafzins auf höhere Einlagen. Vor allem seit 2020 kam es zu einer Kettenreaktion:

Negativzinsen Filialbanken und Direktbanken

1822direkt

Der Strafzins liegt bei -0,50 %. Die Grenze für das 1822direkt Verwahrentgelt wurde am 01. Februar 2021 auf 50.000 € gesenkt. Dies gilt für alle Giro- und Tagesgeldkonten. Mit den Bestandskunden werden individuelle Vereinbarungen getroffen. Auch hier soll der Freibetrag aber bei 50.000 € liegen.

apoBank

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank plant die Einführung von Negativzinsen frühestens zum 01.04.2022. Dabei werden -0,50 % Verwahrentgelt an 100.000 € Guthaben auf Giro-und Tagesgeldkonten berechnet. Kunden mit hohen Guthaben werden zeitnah für individuelle Vereinbarungen angeschrieben.

Bank für Sozialwirtschaft

Die Sozialbank räumt jedem Kontoinhaber je Giro- und Tagesgeldkonto einen Freibetrag von 25.000 € ein. Darüber hinaus werden Strafzinsen von -0,50 % erhoben. Durch das Abschließen einer zusätzlichen Vereinbarung kann auf einem Girokonto eine Freigrenze von 125.000 € eingerichtet werden.

BBBank

Die Negativzinsen von -0,50 % werden über dem Freibetrag von 100.000 € für alle Girokonten (auch Basiskonto und P-Konto) berechnet, die ab 01. Juli 2021 eröffnet wurden sind bzw. wo der Kunde der Vereinbarung zugestimmt hat.

BW-Bank

Die BW-Bank berechnet Strafzinsen von -0.50 % ab 100.000 € Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten. Dies gilt für Neukunden ab 01. Februar 2021 und für Bestandskunden nach Vereinbarung.

Comdirect

Ob, und wie viel Verwahrentgelt Sie bei der Comdirect bezahlen, hängt vom Eröffnungsdatum der Kundenverbindung ab. Es zählt somit, wann Sie Ihr erstes Konto eröffnet haben.

  • vor dem 17.01.2020: keine Negativzinsen oder individuelle Vereinbarung
  • 17.01.2020 - 09.05.2021: -0,50 % ab 100.000 €
  • nach dem 09.05.2021: -0,50 % ab 50.000 €

Die Freigrenzen von 100.000 € bzw. 50.000 € zählen für die gesamte Kundenverbindung (Girokonto, Tagesgeld, Verrechnungskonto, CFD-Konto, Wertpapierkreditkonto) und nicht je Konto.

Commerzbank

Alle Neukunden, die seit 01.07.2020 eine Kundennummer bei der Commerzbank haben, bezahlen aktuell Strafzinsen von -0,50 % ab einem Freibetrag von 50.000 €. Wer schon vor dem 01.07.2020 Kunde der Commerzbank war, wird individuell angeschrieben.

Der Freibetrag gilt je Kunde und nicht je Konto. Für die Berechnung des Verwahrentgelts wird das monatliche Durchschnittsguthaben aller Giro- und Einlagekonten ermittelt. Die Belastung des Kontos erfolgt immer Mitte nächsten Monats.

Consorsbank

Die Consorsbank will im 2. Quartal 2022 Negativzinsen (-0,50 %) einführen. Der Freibetrag für Giro- und Tagesgeldkonten soll bei 50.000 € und für Verrechnungskonten bei 100.000 € liegen. Dies gilt für Neukunden und Bestandskunden. Jedoch müssen Bestandskunden mit einem Depot und Wertpapieren keine Negativzinsen zahlen.

Degussa Bank

Für das zuerst eröffnete Girokonto, Verrechnungskonto oder Fremdwährungskonto gibt es einen Freibetrag von 100.000 €. Für jedes weitere Konto und bereits beim ersten Tagesgeldkonto liegt der Freibetrag bei nur noch 5.000 €. Darüber hinaus werden -0,50 % Negativzinsen berechnet.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank gewährt für Girokonten, Verrechnungskonten, Anlagekonten zum Wertpapierdepot sowie maxblue Depotkonto und Wertpapier Sparplankonto einen Freibetrag von 50.000 € je Konto. Für Tagesgeldkonten liegt der Freibetrag bei 25.000 €. Bei Überschreitung fallen die üblichen -0,50 % Verwahrentgelt an.

DKB

Die Höhe des Freibetrags hängt davon ab, wann Sie Ihr Konto eröffnet haben bzw. wann die Karte ausgestellt wurde:

  • bis 02.12.2020: kein Verwahrentgelt oder individuelle Vereinbarung
  • 03.12.2020 und 31.08.2021: -0,50 % ab 100.000 € Freibetrag
  • 01.09.2021 und 09.11.2021: -0,50 % ab 50.000 € Freibetrag
  • ab 10.11.2021: -0,50 % ab 25.000 € Freibetrag

Der Freibetrag gilt je Konto.

EthikBank

Die EthikBank berechnet Privatkunden -0,50 % Negativzinsen ab 50.000 €. Dieser Freibetrag gilt je Konto (Girokonto, Girokonto Junior, MikroKonto, Basiskonto, Tagesgeld). Geschäftskunden haben bei den angebotenen Geschäftskonten einen Freibetrag von 150.000 €. Für Stiftungen und vermögensverwaltende Organisationen werden aber bereits ab 50.000 € Strafzinsen berechnet. Beim Tagesgeldkonto (ZinskontoBusiness) liegt der Freibetrag bei 50.000 €.

Evangelische Bank

Privatkunden zahlen aktuell kein Verwahrentgelt. Geschäftskunden mit einem Geschäftskonto müssen seit 01.07.2020 ab 1 Mio. € Guthaben -0,50 % Zinsen entrichten.

Fidor Bank

Die Fidor Bank berechnet Geschäftskunden auf Sichteinlagen ein Verwahrentgelt von -0,40 % ab 100.000 € Guthaben.

Finom

Geschäftskunden zahlen für das Finom Geschäftskonto -0,50 % Negativzinsen ab 100.000 € Guthaben.

Fyrst Bank

Geschäftskunden bezahlen bei Fyrst ab 25.000 € Guthaben Strafzinsen von -0,50 %.

GLS Bank

Bei der GLS Bank liegt der Freibetrag aktuell bei 50.000 € für Neukunden und Bestandskunden, die der Vereinbarung zugestimmt haben. Der Freibetrag gilt je Kunde (Girokonto + Tagesgeld + Wertpapierverrechnungskonto) und nicht je Konto. Die Negativzinsen betragen wie üblich -0,50 %.

HypoVereinsbank

Das HVB Verwahrentgelt von -0,50 % wird ab einem Guthaben von 100.000 € je Konto nach individueller Vereinbarung erhoben.

IKB

Für alle seit 13.08.2021 eröffneten IKB Tagesgeldkonten gelten Minuszinsen von 0,50 % für Guthaben über 50.000 €.

ING

Sie haben bei der ING je Konto einen Freibetrag von 50.000 €. Darüber werden -0,50 % Strafzinsen berechnet.

Insha

Privatkunden, die das insha Girokonto nach dem 31. Januar 2020 eröffnet haben, zahlen -0,50 % Verwahrentgelt ab 250.000 € Kontoguthaben.

KD-Bank

Die Bank für Kirche und Diakonie erhebt für Girokonten und Tagesgeldkonten, die ab 01.02.2021 eröffnet werden, negative Zinsen von 0,5 Prozent. Pro Kunde liegt die Freigrenze bei 100.000 €. Für Bestandskunden gelten individuelle Vereinbarungen.

Klarna

Die Negativzinsen von -0,50 % gelten nur für Kontoeröffnungen des Girokontos nach dem 09.02.2021. Der Freibetrag liegt bei 500.000 €.

Kontist

Geschäftskunden mit einem Kontist Geschäftskonto haben eine Freigrenze von 100.000 €. Danach werden die üblichen Minuszinsen von 0,50 % erhoben.

Merkur Privatbank

Die Merkur Privatbank erhebt beim Tagesgeldkonto für Guthaben ab 50.000 € -0,50 % und ab 100.000 € -1,00 % Negativzinsen.

N26

Die N26 Negativzinsen von -0,50 % werden nur berechnet, wenn Sie Ihr Konto nach dem 19. Oktober 2020 eröffnet haben. Der Freibetrag von 50.000 € gilt je Konto für Privatkunden und Geschäftskunden. Wer ein Metal-Konto führt, muss kein Verwahrentgelt zahlen.

Netbank

Ab 100.000 € Guthaben je Konto (Girokonto, Basiskonto, Geschäftskonto, Tagesgeldkonto) fallen Minuszinsen von 0,50 % an.

Norisbank

Die Norisbank berechnet negative Zinsen von 0,50 % für Girokonten und Verrechnungskonten ab 50.000 € und für Tagesgeldkonten ab 25.000 € Guthaben. Die Freigrenze gilt je Konto und nicht je Kunde.

Nuri

Ab 50.000 € Kundeneinlagen werden -0,50 % Verwahrentgelt berechnet.

Pax-Bank

Wer seit dem 01.03.2021 ein PaxGiro, PaxGiroKomfort und PaxGiroBasis Konto neu eröffnet, zahlt für Guthaben über 100.000 € -0,50 % Verwahrentgelt, welches quartalsweise abgerechnet wird.

Penta

Sie zahlen -0,50 % Strafzinsen auf den Betrag, der das Gesamtguthaben auf den Penta Geschäftskonten von 100.000 € übersteigt.

pbbdirekt

Neukunden, die ab 15.07.2021 ein Tagesgeldkonto eröffnen, müssen für Beträge über 100.000 € Strafzinsen von -0,50 % zahlen.

Postbank

Negativzinsen von -0,50 % werden beim Girokonto und Anlagekonto zum Wertpapierdepot ab 50.000 € und beim Tagesgeld ab 25.000 € berechnet. Die Belastung erfolgt bei den Konten am Quartalsende und beim Tagesgeld am Jahresende.

ProCredit Bank

Beim Tagesgeld berechnet die ProCredit Bank für Guthaben über 200.000 € -0,25 % und über 1 Mio. € -0,50 % Verwahrentgelt.

Skatbank

Die Skatbank gewährt nur für das 1. Konto einen Freibetrag. Ab dem 2. Konto werden sofort Strafzinsen von -0,50 % erhoben. Die Höhe der Freigrenze hängt davon ab, wann Sie Ihr erstes Konto eröffnet haben:

  • bis 31.12.2019: 100.000 €
  • ab 01.01.2020: 25.000 €

Dies gilt für Privatkunden (alle Girokonten) und Geschäftskunden (alle Geschäftskonten).

Solarisbank

Die Solarisbank bietet selbst keine eigenen Finanzprodukte an, sondern stellt anderen Dienstleistern eine Banking-Plattform zur Verfügung. Geschäftskunden haben für das gesamte Guthaben einen Freibetrag von 100.000 € (Finom, Kontist, Penta). Bei Privatkunden liegt die Grenze bei 250.000 € (insha, Vivid). Bei Nuri (ehemals Bitwala) und Tomorrow fallen bereits ab 50.000 € Negativzinsen an.

Steyler Bank

Es fällt ein Verwahrentgelt von -0,50 % ab 50.000 € Gesamtguthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten an.

Targobank

Das Verwahrentgelt wird nicht als prozentuale Negativzinsen, sondern als feste, gestaffelte, monatliche Gebühr bei Guthaben über 50.000 € berechnet:

  • über 50.000 € bis 100.000 € = 10 € im Monat
  • über 100.000 € bis 250.000 € = 20 € im Monat
  • über 250.000 € bis 500.000 € = 35 € im Monat
  • über 500.000 € = 50 € im Monat

Entscheidend für die Berechnung ist das monatliche Durchschnittsguthaben auf dem Konto. Der Freibetrag von 50.000 € gilt je Konto. Dies betrifft alle Girokonten, das Basiskonto, das Verrechnungskonto sowie Spar- und Tagesgeldkonten.

Tomorrow

Bei Kontoeröffnungen ab 01.11.2021 werden ab 50.000 € Gesamtguthaben -0,50 % Zinsen berechnet. Bei Eröffnungen zwischen dem 01.02.2020 und 01.11.2021 gelten 250.000 € Freigrenze.

Triodos Bank

Die Triodos Bank berechnet ab 50.000 € für alle Giro-, Geschäfts- und Tagesgeldkonten Strafzinsen von -0,50 %.

UmweltBank

Die Höhe des Freibetrags beim UmweltFlexkonto Tagesgeld hängt vom Zeitpunkt der Kontoeröffnung ab:

  • bis 15.02.2021: 200.000 €
  • 16.02.2021 - 31.08.2021: 100.000 €
  • ab 01.09.2021: 25.000 €

Darüber hinaus fallen die marktüblichen -0,50 % Verwahrentgelt an.

Vivid

Privatkunden, die das Vivid Girokonto ab dem 01.02.2020 eröffnet haben, zahlen -0,50 % Negativzinsen ab 250.000 € Guthaben.

Negativzinsen Sparkasse

Hier sind die Verwahrentgelte der 12 Sparkassen mit den höchsten Kundeneinlagen in Deutschland.

Bei kleineren Sparkassen finden Sie das aktuelle Verwahrentgelt, wenn Sie auf der jeweiligen Internetseite nach unten scrollen und dort auf "Preise und Hinweise" klicken. Die meisten Sparkassen haben im Preisaushang oder Preis- und Leistungsverzeichnis nähere Informationen zum Verwahrentgelt.

Hamburger Sparkasse

Die Haspa berechnet Negativzinsen von -0,50 % für Kontoeröffnungen (Girokonten (ausgenommen sind z.B. Jugendkonto und MäuseKonto) und Tagesgeld) ab 01.05.2021. Für Privatkunden liegt die Freigrenze bei 50.000 €. Bei Geschäftskunden sind es 100.000 €. Der Freibetrag gilt je Kunde und nicht je Konto. Wer schon vor dem 01.05.2021 Konten bei der Hamburger Sparkasse hatte, wird individuell wegen einer Vereinbarung kontaktiert.

Kreissparkasse Köln

Neukunden bezahlen -0,50 % Verwahrentgelt ab 100.000 € Kontoguthaben. Für Bestandskunden liegt die Freigrenze seit 01.01.2021 bei 250.000 €.

Sparkasse KölnBonn

Die Sparkasse Köln Bonn verlangt von Bestandskunden ab 100.000 € -0,50 % Strafzinsen. Neukunden haben einen Freibetrag von 50.000 €.

Frankfurter Sparkasse

Bei der Fraspa zahlen Neukunden und Bestandskunden ab 100.000 € Guthaben -0,50 % Zinsen.

Stadtsparkasse München

Auch die SSKM erhebt -0,50 % Verwahrentgelt. Für Privatkunden hängt die Höhe des Freibetrags vom Datum der Kontoeröffnung (Girokonto und Tagesgeld) ab:

  • bis 30.09.2019: keine Negativzinsen oder individuelle Vereinbarung
  • 01.10.2019 - 26.05.2021: 100.000 €
  • ab 27.05.2021: 50.000 €

Bei Geschäftskunden gilt generell eine Freigrenze von 100.000 €.

Sparkasse Hannover

Ab 100.000 € Guthaben auf dem Girokonto werden -0,50 % Strafzinsen berechnet.

Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam

Die MBS verlangt ein Verwahrentgelt von -0,50 % für Konten, die ab 01.02.2021 eröffnet wurden. Die Freigrenze beträgt 50.000 €.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Für alle Privat-Girokonten mit Eröffnung ab 01.02.2021 gilt ein Freibetrag von 25.000 €. Bei Geschäftskonten sind es 250.000 €. Tagesgeldkonten haben 100.000 € Freigrenze. Es gelten die üblichen -0,50 % Strafzinsen.

Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg

Ab 25.000 € Kontoguthaben berechnet die KSK MSE -0,60 % Negativzinsen.

Nassauische Sparkasse

Bei der Naspa liegt die Freigrenze für Neukunden bei 50.000 € je Konto. Bestandskunden haben einen Freibetrag von 250.000 €, bevor -0,50 % Verwahrentgelt erhoben werden. Bei Geschäftskunden kann das Entgelt auch höher sein.

Sparkasse Nürnberg

Privatkunden zahlen ab 50.000 € Guthaben auf Girokonten und Tagesgeldkonten -0,50 % Zinsen. Für Geschäftskunden liegt die Grenze bei 100.000 €.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Für Neukunden liegt die Freigrenze bei 50.000 €, darüber werden 0,50 % Minuszinsen fällig. Vermögende Bestandskunden wurden und werden einzeln kontaktiert.

Negativzinsen Volksbank

Hier sind die Negativzinsen der 12 größten Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland.

Berliner Volksbank

Für ab 01.10.2021 eröffnete Giro- und Anlagekonten gilt ein Freibetrag von 50.000 € je Konto. Ab 500.000 € Guthaben und für Konten, die zwischen dem 01.10.2019 und 30.09.2021 eröffnet wurden, gelten individuelle Konditionen. Die Strafzinsen liegen wie üblich bei -0,50 %.

Frankfurter Volksbank

Aktuell gibt es keine allgemeingültigen Negativzinsen und Freibeträge. Kunden mit hohen Guthaben werden individuell kontaktiert.

meine Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim

Privatkunden und Geschäftskunden haben für das erste Girokonto bzw. Geschäftskonto einen Freibetrag von 250.000 €. Ab dem 2. Konto liegt die Freigrenze bei 10.000 €. Wer noch zusätzlich ein Tagesgeldkonto hat, bezahlt hier ab dem ersten Euro -0,50 % Zinsen.

Volksbank Mittelhessen

Neukunden zahlen ab 50.000 € Guthaben -0,50 % negative Zinsen. Für Bestandskunden liegt die Grenze bei 100.000 € oder es erfolgt eine individuelle Vereinbarung.

Volksbank Offenburg

Die Gestalterbank gewährt für das Girokonto einen Freibetrag von 25.000 €. Je volle 5.000 €, die diese Freigrenze überschreiten, erhöht sich die Kontoführungsgebühr im nächsten Monat um 2,00 €. Auf Tagesgeldkonten werden ab 100.000 € Guthaben aktuell -0,24 % Verwahrentgelt erhoben.

Dortmunder Volksbank

Die Volksbank in Dortmund erhebt ein Verwahrentgelt. Hierbei werden Kunden mit hohen Einlagen individuell angesprochen.

Volksbank Stuttgart

Neukunden (seit 16.04.2021) müssen ab 100.000 Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten -0,50 % Negativzinsen zahlen. Vermögende Bestandskunden werden persönlich kontaktiert.

Mainzer Volksbank

Für Kontoeröffnungen ab 01.11.2021 und getroffenen Kontovereinbarungen gilt ein Freibetrag von 10.000 € für das erste Konto. Ab dem 2. Konto werden ab dem ersten Euro -0,50 % Minuszinsen berechnet. Beim Tagesgeld werden für Neueröffnungen ab 01.03.2021 ebenfalls ab 0,01 € Negativzinsen erhoben.

Hannoversche Volksbank

Neukunden, die ab 01.01.2021 ihr erstes Privatgirokonto eröffnet haben, zahlen ab 100.000 € Gesamtguthaben -0,50 % Strafzinsen. Bestandskunden haben 250.000 € und Firmenkunden 100.000 € Freigrenze bei ab 13.02.2020 eröffneten Giro- und Geschäftskonten.

Volksbank Münsterland Nord

Für Kontoeröffnungen und Vereinbarungen ab 07.09.2020 liegt der Freibetrag bei 50.000 und ab 01.06.2021 bei 25.000 €. Diese Grenze gilt für das Gesamtguthaben (unter anderem Girokonten und Tagesgeld). Bei Überschreitung werden -0,50 % Zinsen berechnet.

VerbundVolksbank OWL

Ab 50.000 € Guthaben werden negative Zinsen von -0,50 % fällig.

Volksbank Köln Bonn

Neukunden (Kontoeröffnung ab 01.03.2020) wird ein Freibetrag von 50.000 € gewährt, während Bestandskunden 100.000 € Freigrenze haben, bevor -0,50 % Verwahrentgelt erhoben werden.

Negativzinsen Sparda-Bank

7 der 11 Sparda-Banken in Deutschland erheben zurzeit ein Verwahrentgelt auf Einlagen.

Sparda-Bank Augsburg

Die Sparda-Bank Augsburg berechnet aktuell keine Minuszinsen.

Sparda-Bank Baden-Württemberg

Auch die Sparda-Bank Baden-Württemberg verlangt aktuell keine Negativzinsen.

Sparda-Bank Berlin

Auf dem Girokonto (DeinKonto, DeinKonto inklusive PlusPaket, Free) fallen für Einlagen über 25.000 € Strafzinsen von -0,50 % an. Beim Sparda Cash (+ Online) liegt die Freigrenze bei 50.000 € und beim VisaCard Basic Kreditkartenkonto bei 5.000 €. Wer das jeweilige Konto schon vor dem 01.08.2020 abgeschlossen hatte, wird persönlich für eine Vereinbarung kontaktiert. Ansonsten erfolgt die Zustimmung bei Kontoeröffnung.

Sparda-Bank Hamburg

Für Kontoguthaben über 50.000 € berechnet die Sparda-Bank Hamburg Negativzinsen von -0,50 %.

Sparda-Bank Hannover

Die Sparda-Bank Hannover berechnet seit 01.07.2021 -0,50 % Verwahrentgelt auf Guthaben über 50.000 €. Dies gilt je Girokonto und Tagesgeld.

Sparda-Bank Hessen

Aktuell verlangt die Sparda-Bank Hessen keine Minuszinsen für hohe Guthaben.

Sparda-Bank München

Ab 01.01.2022 liegt der Freibetrag bei 100.000 € je Kunde, wenn Sie der Vereinbarung zugestimmt haben. Es zählt hierbei das Guthaben auf Girokonten und dem Tagesgeld. Der Zins liegt wie üblich bei -0,50 %.

Sparda-Bank Nürnberg

Die Sparda-Bank Nürnberg gewährt einen Freibetrag von 50.000 € für das erste Girokonto. Ab dem zweiten Konto werden sofort -0,50 % Verwahrentgelt berechnet. Bei vor dem 01.07.2020 eröffneten Konten muss der Kunde erst der Zusatzvereinbarung zustimmen.

Sparda-Bank Ostbayern

Die Sparda-Bank Ostbayern plant die Einführung eines Verwahrentgelts. Die Kunden sollen rechtzeitig über die genauen Details informiert werden.

Sparda-Bank Südwest

Für Girokonten und Tagesgeldkonten gilt ein Freibetrag von je 50.000 €. Beim Tagesgeld fallen aber ab dem 2. Konto sofort Negativzinsen von -0,50 % an.

Sparda-Bank West

Die Freigrenze für Girokonten liegt bei 25.000 € und für Tagesgeldkonten bei 50.000 €. Für jedes weitere Konto gibt es keinen Freibetrag und es werden gleich Minuszinsen von 0,50 % erhoben.

Banken ohne Negativzinsen

Die folgenden Banken verlangen aktuell kein Verwahrentgelt für Guthaben auf Girokonten oder Tagesgeldkonten:

  • Advanzia Bank
  • Amsterdam Trade Bank
  • Bank für Kirche und Caritas
  • Bank für Orden und Mission
  • Bank of Scotland
  • Bank11
  • Barclays
  • BMW Bank
  • Credit Europe Bank
  • Cronbank
  • Denizbank
  • Edeka Bank
  • Evenord-Bank
  • GarantiBank
  • GEFA Bank
  • Hanseatic Bank
  • Holvi
  • Ikano Bank
  • İşbank
  • LeasePlan Bank
  • LIGA Bank
  • Mercedes-Benz Bank
  • NIBC Direct
  • Opel Bank
  • Openbank
  • Oyak Anker Bank
  • PSA Direktbank
  • Renault Bank
  • Santander Bank
  • Sberbank Direct
  • Varengold Bank
  • Volkswagen Bank
  • VTB Bank

Verwahrentgelt vermeiden

Zunächst einaml kann eine Bank nur Negativzinsen berechnen, wenn Sie der dazugehörigen Vereinbarung aktiv zustimmen. Bei Neukunden geschieht dies direkt bei der Kontoeröffnung. Bestandskunden werden individuell kontaktiert und müssen der Vereinbarung per Post, per Formular auf der Internetseite oder im Online-Banking zustimmen.

Es ist allerdings auch keine langfristige Lösung, die Vereinbarung ewig hinauszuzögern. Je nach Bank wird Ihnen dann nämlich das Konto gekündigt.

Hier sind daher einige Möglichkeiten, wie Sie in Zukunft Negativzinsen umgehen können:

1. Guthaben umverteilen

Sie können Verwahrentgelder vermeiden, wenn Sie Ihr Guthaben auf mehrere Banken bzw. mehrere Konten verteilen. Hierbei müssen Sie aber genau auf die jeweiligen Freibeträge und Bedingungen der einzelnen Kreditinstitute achten.

Da die Tendenz dazu geht, dass immer mehr Banken ein Verwahrentgelt berechnen und die Freibeträge immer weiter sinken, wird es in Zukunft immer schwieriger und aufwendiger, Strafzinsen zu vermeiden. Zudem liegt das viele Geld nur auf den Konten, ohne dass Sie damit einen Gewinn erwirtschaften. Dadurch können Sie nicht die Inflationsrate ausgleichen und verlieren Jahr für Jahr Geld. Die einzige Ausnahme sind einige Genossenschaftsbanken, bei denen Sie eine Dividende im Bereich von 2,00 % erhalten.

2. Verzinste Tagesgeld- und Festgeldangebote nutzen

Besser ist es bereits, wenn Sie Ihr Geld wenigstens auf verzinsten Tagesgeld- und Festgeldkonten anlegen. Beim Openbank Tagesgeld bekommen Sie aktuell 0,25 %. Einlagen bis 100.000 € sind durch die spanische Einlagensicherung geschützt. Bei den Festgeldern empfiehlt sich das Klarna Festgeld. Für Laufzeiten bis 4 Jahre bietet es zurzeit mit die höchsten Zinsen.

Nutzen Sie unseren Tagesgeld-Vergleich und Festgeld-Vergleich, um schnell und einfach für Sie passende Angebote zu finden.

3. Wertpapiere

In der aktuellen Niedrigzinsphase werden Sie mit risikofreien Geldanlagen keine oder nur sehr geringe Zinsen bekommen. Je nachdem, wie viel Risiko Sie eingehen wollen, ist die Anlage in Wertpapieren eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung.

Sie müssen nicht unbedingt selbst Aktien oder Fonds kaufen. Sie können auch sogenannte Robo-Advisor nutzen. Dies sind digitale Anlagehelfer, die Ihnen auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene automatische Anlageempfehlungen geben. Auch ETF-Sparpläne sind für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet. Sie legen dabei selbst fest, ob Sie monatlich sparen oder nur eine Einmalanlage tätigen wollen.

4. Immobilien

Der Kauf von Immobilien ist eine weitere Möglichkeit, Ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Eine Hausverwaltung würde sich um alles kümmern und Sie erhalten die Mieteinnahmen sowie die Chance auf eine Wertsteigerung der Immobilie. Sie können allerdings nicht kurzfristig auf das investierte Geld zugreifen.

Sind Negativzinsen zulässig?

Verbraucherschützer gehen bereits seit einigen Jahren gerichtlich gegen verschiedenste Banken vor. Ihrer Meinung nach geben die Banken die Kosten in Form des Verwahrentgeldes einfach an die Kunden weiter, ohne dafür eine zusätzliche Leistung zu erbringen. Negativzinsen seien unzulässig, weil sie neben den Kontoführungsgebühren verlangt werden. Zudem wird die intransparente Berechnung kritisiert.

In den letzten Jahren gab es bereits mehrere Gerichtsentscheidungen zu dem Thema. Das Landgericht Leipzig hat im Juli 2021 die Strafzinsen größtenteils für zulässig erklärt, während das Landgericht Berlin im November 2021 die Negativzinsen der Sparda-Bank Berlin für unzulässig erklärt hat. Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass der Bundesgerichtshof entscheiden muss.

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