Negativzinsen und Verwahrentgelte

Viele Banken in Deutschland berechnen auch nach der Leitzinserhöhung noch Verwahrentgelt auf hohe Kontoguthaben. Hier erfahren Sie, wie hoch die Negativzinsen Ihrer Bank sind und wie Sie in Zukunft Strafzinsen vermeiden können.

Stand: 01.09.2022

Was sind Negativzinsen? Warum Negativzinsen? Negativzinsen Filial- und Direktbanken Negativzinsen Sparkasse Negativzinsen Volksbank Negativzinsen Sparda-Bank Banken ohne Negativzinsen Verwahrentgelt vermeiden Sind Negativzinsen zulässig?

Update

Am 27.07.2022 hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins von 0,00 auf 0,50 % erhöht und das Verwahrentgelt von -0,50 % gestrichen. Große Banken wie die ING, DKB und Consorsbank berechnen bereits keine Negativzinsen mehr für ihre Kunden. Die anderen Banken sollten in Kürze folgen.

Was sind Negativzinsen?

Definition: Negativzinsen sind Gebühren, die Banken für die Verwahrung hoher Kundeneinlagen erheben. Sie werden auch als Verwahrentgelt, Strafzinsen oder Minuszinsen bezeichnet.

Die meisten Kreditinstitute berechnen das Verwahrentgelt für hohe Guthaben auf Girokonten, Geschäftskonten, Tagesgeldkonten, Verrechnungskonten und Wertpapierhandelskonten. Hierbei wird in der Regel ein Freibetrag gewährt, der aktuell im Schnitt bei 25.000 bis 50.000 € liegt. Erst bei Überschreitung dieser Freigrenze fallen Negativzinsen von meist -0,50 % an.

Beispiel

Ihre Bank berechnet ein Verwahrentgelt von -0,50 % ab 50.000 € Gesamtguthaben. Sie haben aktuell 65.000 € auf Ihrem Girokonto und Tagesgeld. Sie zahlen somit auf einen Betrag von 15.000 € Negativzinsen. Auf ein Jahr gerechnet, ergibt dies eine Gebühr von 75 €.

Jahrhunderte lang haben Sie als Kunde selbst Zinsen erhalten, wenn Sie Ihr Geld bei der Bank lagern. Doch jetzt ist es genau andersherum: Banken „bestrafen“ Sie mit dem Verwahrentgelt, wenn Sie hohe Geldbeträge auf Ihren Konten lassen.

Doch warum ist das so?

Warum verlangen Banken Negativzinsen?

Der Hauptgrund ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Banken können Geld, welches Sie gerade nicht an Kunden oder andere Banken verleihen, bei der EZB zwischenparken. Dafür verlangt die Zentralbank aber Gebühren. Dieser sogenannte Einlagensatz liegt seit September 2019 bei -0,50 %. Bei Milliarden von Euro entstehen den Banken damit hohe Kosten. Deshalb geben mittlerweile so viele deutsche Kreditinstitute diese Gebühren an ihre Kunden in Form des Verwahrentgelts weiter.

Nun stellt sich die Frage:

Warum parken Banken bei der EZB überhaupt Geld, wenn Sie Gebühren bezahlen müssen?

Zunächst ist das überschüssige Geld bei der EZB sicher verwahrt. Desweiteren ist es im Bezug auf das Risiko für die Banken besser, einen gewissen Geldbetrag bei der EZB kurzfristig zu lagern als Kredite an Kunden zu vergeben, wo Kreditausfälle drohen.

Der dritte Grund sind die TLTRO-III-Kredite (TLTRO = targeted longer-term refinancing operations) der EZB. Banken können sich seit 2020 Geld für 3 Jahre von der Zentralbank leihen und erhalten dafür eine Zinsprämie, wenn Sie in dieser Zeit bestimmte Bedingungen erfüllen, z.B. mehr Kredite vergeben.

Diese Zinsprämie (bis zu 1,00 %) ist höher als der Einlagensatz von -0,50 %. Banken verdienen also ohne jegliches Risiko Geld, wenn Sie einfach einen Teil des Geldes, welches Sie sich von der EZB leihen, bei der EZB belassen. Die großen deutschen Banken erzielten 2020 damit jeweils Einnahmen im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Banken zahlen zudem nicht ab dem ersten Euro bei der EZB Strafzinsen. Seit Ende 2019 gilt ein Freibetrag des 6-fachen des Mindestreserve-Solls. Das bedeutete für die deutschen Banken in 2020 eine Entlastung von über 1 Milliarde Euro.

Warum erhebt die EZB Gebühren auf geparktes Geld?

Die Europäische Zentralbank will die Wirtschaft ankurbeln. Je höher der Strafzins, desto eher sollen Banken animiert werden, günstige Kredite vor allem an Firmenkunden zu vergeben. Der niedrige Kreditzins soll die Unternehmen motivieren, in neue Maschinen und Ausstattung zu investieren. So soll mehr Geld im Umlauf sein und zu einem Wirtschaftswachstum führen.

Die 0,00 % auf den Sparkonten und -0,50 % Negativzinsen sollen auch Privatkunden ermutigen, Ihr Geld auszugeben und nicht zu sparen. Profitieren tun alle, die aktuell einen Kredit benötigen. Verlierer sind alle Sparer, die Ihr Geld risikofrei vermehren möchten.

Übersicht: Strafzinsen der Banken

Hier sehen Sie im Detail, welche Banken ab welchem Betrag Negativzinsen berechnen. Zur schnelleren Orientierung haben wir die Kreditinstitute unterteilt in:

  1. Filialbanken und Direktbanken
  2. Sparkassen
  3. Volks- und Raiffeisenbanken
  4. Sparda-Banken

Mittlerweile berechnen mehr als 600 Banken in Deutschland einen Strafzins auf höhere Einlagen. Vor allem seit 2020 kam es zu einer Kettenreaktion:

Beispiel

Bank A führt Negativzinsen ein. Die vermögenden Kunden verschieben das Geld zu Bank B. Diese will aber auch nicht so viele Kundengelder, da sie sonst bei der EZB selbst die Strafzinsen bezahlen muss. Also führt auch Bank B ein Verwahrentgelt ein. Kunden ziehen dann Geld zu Bank C usw.

Negativzinsen Filialbanken und Direktbanken

1822direkt

1822direkt berechnet seit 27.07.2022 keine Negativzinsen mehr.

apoBank

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank verzichtet seit 27. Juli 2022 auf die Berechnung eines Verwahrentgelts.

Bank für Sozialwirtschaft

Nach der EZB-Entscheidung hat die Sozialbank das Verwahrentgelt zum 27.07.2022 abgeschafft.

BBBank

Die Negativzinsen von -0,50 % werden seit 01.08.2022 nicht mehr von der BBBank erhoben.

bunq

Es gibt keine prozentualen Negativzinsen. Stattdessen werden Gebühren gestaffelt erhoben:

  • ab 100.000 € = 0,04 € pro Tag je 1.000 €
  • ab 1.000.000 € = 0,06 € pro Tag je 1.000 €

Dies gilt sowohl für Privat- als auch Geschäftskunden.

Ab 1. Oktober 2022 werden ab 1 Million Euro 0,03 € pro Tag je 1.000 € berechnet. Für kleinere Guthaben fallen keine Negativzinsen mehr an.

BW-Bank

Die BW-Bank verzichtet seit 27. Juli 2022 vollständig auf Strafzinsen.

Comdirect

Die Comdirect berechnet rückwirkend seit dem 01.07.2022 keine Negativzinsen mehr.

Die bisher getroffenen Regelungen bleiben aber bestehen. Sollte es also irgendwann erneut zur Einführung eines Verwahrentgeltes kommen, kann sich die Comdirect auf die bereits getroffenen Vereinbarungen berufen.

Commerzbank

Wie bei der Comdirect erhebt auch die Commerzbank rückwirkend seit 1. Juli 2022 kein Verwahrentgelt mehr.

Consorsbank

Die Consorsbank berechnet seit 01.07.2022 kein Verwahrentgelt mehr.

Degussa Bank

Die Degussa Bank verzichtet seit 1. September 2022 auf die Berechnung von Negativzinsen.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat das Verwahrentgelt Mitte August 2022 abgeschafft.

DKB

Seit 27.07.2022 berechnet die DKB kein Verwahrentgelt (Negativzinsen) mehr. Dies gilt für alle Konten und Karten.

EthikBank

Die EthikBank berechnet Privatkunden und Geschäftskunden ab 01.08.2022 -0,50 % Negativzinsen ab 1.000.000 €. Dieser Freibetrag gilt je Konto (Girokonten, Geschäftskonto, ZinsKonto Tagesgeld).

Evangelische Bank

Die Evangelische Bank hat das Verwahrentgelt zum 1. August 2022 aufgehoben.

Fidor Bank

Die Fidor Bank berechnet Geschäftskunden auf Sichteinlagen ein Verwahrentgelt von -0,40 % ab 100.000 € Guthaben.

Finom

Geschäftskunden zahlen für das Finom Geschäftskonto -0,50 % Negativzinsen ab 100.000 € Guthaben.

Fyrst Bank

Geschäftskunden bezahlen bei Fyrst seit 1. August 2022 keine Strafzinsen mehr.

GLS Bank

Bei der GLS Bank liegt der Freibetrag aktuell bei 50.000 € für Neukunden und Bestandskunden, die der Vereinbarung zugestimmt haben. Der Freibetrag gilt je Kunde (Girokonto + Tagesgeld + Wertpapierverrechnungskonto) und nicht je Konto. Die Negativzinsen betragen wie üblich -0,50 %.

HypoVereinsbank

Das HVB Verwahrentgelt von -0,50 % wird seit 1. August 2022 nicht mehr erhoben.

IKB

Für alle seit 13.08.2021 eröffneten IKB Tagesgeldkonten gelten Minuszinsen von 0,50 % für Guthaben über 50.000 €.

ING

Seit 01.08.2022 berechnet die ING keine Negativzinsen.

Insha

Privatkunden, die das insha Girokonto nach dem 31. Januar 2020 eröffnet haben, zahlen -0,50 % Verwahrentgelt ab 250.000 € Kontoguthaben.

KD-Bank

Die Bank für Kirche und Diakonie erhebt für Girokonten und Tagesgeldkonten, die ab 01.02.2021 eröffnet werden, negative Zinsen von 0,5 Prozent. Pro Kunde liegt die Freigrenze bei 100.000 €. Für Bestandskunden gelten individuelle Vereinbarungen.

Klarna

Die Negativzinsen von -0,50 % gelten nur für Kontoeröffnungen des Girokontos nach dem 09.02.2021. Der Freibetrag liegt bei 500.000 €.

Kontist

Geschäftskunden mit einem Kontist Geschäftskonto haben eine Freigrenze von 100.000 €. Danach werden die üblichen Minuszinsen von 0,50 % erhoben.

Merkur Privatbank

Die Merkur Privatbank erhebt beim Tagesgeldkonto seit 01.08.2022 keine Negativzinsen mehr. Vorher wurden für Beträge über 500.000 € -0,50 % Verwahrentgelt fällig.

N26

N26 berechnet seit Juli 2022 keine Negativzinsen mehr.

Norisbank

Die Norisbank hat Mitte August 2022 die Erhebung von Negativzinsen beendet.

Pax-Bank

Wer seit dem 01.03.2021 ein PaxGiro, PaxGiroKomfort oder PaxGiroBasis Konto neu eröffnet, zahlt für Guthaben über 100.000 € -0,50 % Verwahrentgelt, welches quartalsweise abgerechnet wird. Bei Eröffnungen ab 01.01.2022 liegt die Freigrenze bei 50.000 €. Beim PaxJunior gilt dieser Freibetrag seit 01.03.2022.

Penta

Sie zahlen -0,50 % Strafzinsen auf den Betrag, der das Gesamtguthaben auf den Penta Geschäftskonten von 100.000 € übersteigt.

pbbdirekt

Neukunden und Bestandskunden sind nach Vereinbarung ab 01.07.2022 von Negativzinsen befreit.

Postbank

Wie die Deutsche Bank hat auch die Postbank die Berechnung von Negativzinsen Mitte August 2022 eingestellt.

ProCredit Bank

Privatkunden und Geschäftskunden zahlen bei der ProCredit Bank keine Negativzinsen mehr.

Skatbank

Die Skatbank berechnet seit 22.07.2022 keine Negativzinsen mehr.

Solarisbank

Die Solarisbank bietet selbst keine eigenen Finanzprodukte an, sondern stellt anderen Dienstleistern eine Banking-Plattform zur Verfügung. Geschäftskunden haben für das gesamte Guthaben einen Freibetrag von 100.000 € (Finom, Kontist, Penta). Bei Privatkunden liegt die Grenze bei 250.000 € (insha, Vivid). Bei Tomorrow fallen bereits ab 50.000 € Negativzinsen an.

Steyler Bank

Seit Anfang August 2022 fällt bei der Steyler Bank kein Verwahrentgelt mehr ab 50.000 € Gesamtguthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten an.

Targobank

Das Verwahrentgelt wird nicht als prozentuale Negativzinsen, sondern als feste, gestaffelte, monatliche Gebühr bei Guthaben über 50.000 € berechnet:

  • über 50.000 € bis 75.000 € = 5 € im Monat
  • über 75.000 bis 100.000 € = 10 € im Monat
  • über 100.000 € bis 175.000 € = 20 € im Monat
  • über 175.000 bis 250.000 € = 50 € im Monat
  • über 250.000 € bis 350.000 € = 80 € im Monat
  • über 350.000 € bis 500.000 € = 130 € im Monat
  • über 500.000 € bis 650.000 € = 190 € im Monat
  • über 650.000 € bis 850.000 € = 260 € im Monat
  • über 850.000 € = 360 € im Monat

Entscheidend für die Berechnung ist das monatliche Durchschnittsguthaben auf dem Konto. Der Freibetrag von 50.000 € gilt je Konto. Dies betrifft alle Girokonten, das Basiskonto, das Verrechnungskonto sowie Spar- und Tagesgeldkonten.

Die oben aufgeführte Preisstaffelung gilt ebenfalls für Geschäftskonten, wo es allerdings einen Freibetrag von 100.000 € gibt.

Tomorrow

Bei Kontoeröffnungen ab 01.11.2021 werden ab 50.000 € Gesamtguthaben -0,50 % Zinsen berechnet. Bei Eröffnungen zwischen dem 01.02.2020 und 01.11.2021 gelten 250.000 € Freigrenze.

Triodos Bank

Die Triodos Bank berechnet seit 1. September 2022 nicht mehr ab 10.000 € für alle Girokonten und ab 50.000 € für Geschäfts- und Tagesgeldkonten Strafzinsen von -0,50 %.

UmweltBank

Die UmweltBank verlangt beim UmweltFlexkonto (Tagesgeld) kein Verwahrentgelt mehr für Beträge über 25.000 €.

Vivid

Privatkunden, die das Vivid Girokonto ab dem 01.02.2020 eröffnet haben, zahlen -0,50 % Negativzinsen ab 250.000 € Guthaben.

Wise

Wise erhebt seit Anfang August 2022 keine Minuszinsen von -0,07 % mehr. Beim Multiwährungskonto fielen diese ab 3.000 € und beim Geschäftskonto ab 30.000 € EUR-Guthaben an.

Negativzinsen Sparkasse

Hier sind die Verwahrentgelte der 12 Sparkassen mit den höchsten Kundeneinlagen in Deutschland.

Bei kleineren Sparkassen finden Sie das aktuelle Verwahrentgelt, wenn Sie auf der jeweiligen Internetseite nach unten scrollen und dort auf „Preise und Hinweise“ klicken. Die meisten Sparkassen haben im Preisaushang oder Preis- und Leistungsverzeichnis nähere Informationen zum Verwahrentgelt.

Hamburger Sparkasse

Die Haspa hat die Negativzinsen direkt nach Bekanntgabe der Leitzinsanhebung gestrichen.

Kreissparkasse Köln

Die KSK Köln verlangt seit 27.07.2022 kein Verwahrentgelt mehr.

Sparkasse KölnBonn

Die Sparkasse Köln Bonn erhebt seit 27. Juli 2022 keine Negativzinsen mehr.

Frankfurter Sparkasse

Bei der Fraspa zahlen Kunden seit 27.07.2022 kein Verwahrentgelt.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München (SSKM) berechnet seit 27.07.2022 keine Negativzinsen (Verwahrentgelt) mehr.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover verlangt seit 27. Juli 2022 keine Strafzinsen.

Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam

Die MBS hat das Verwahrentgelt Ende Juli 2022 auf 0,00 % reduziert.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Ostsächsische Sparkasse verlangt ebenfalls seit 27.07.2022 keine Strafzinsen mehr.

Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg

Auch die KSK MSE verzichtet seit 27. Juli 2022 auf die Berechnung von Negativzinsen.

Nassauische Sparkasse

Bei der Naspa gibt es ebenfalls seit 27.07.2022 keine Negativzinsen mehr.

Sparkasse Nürnberg

Die Sparkasse Nürnberg verlangt seit 27.07.2022 kein Verwahrentgelt.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Auch die SSK Düsseldorf hat die Erhebung eines Verwahrentgelts zum 27.07.2022 eingestellt.

Negativzinsen Volksbank

Hier sind die Negativzinsen der 12 größten Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland.

Berliner Volksbank

Die Berliner Volksbank verzichtet seit 1. September 2022 auf Negativzinsen.

Frankfurter Volksbank

Aktuell erhebt die Frankfurter Volksbank keine Strafzinsen.

meine Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim

Momentan berechnet die Volksbank kein Verwahrentgelt.

Volksbank Mittelhessen

Die Volksbank Mittelhessen verzichtet seit der EZB-Zinswende auf Negativzinsen.

Volksbank Offenburg

Die Gestalterbank erhebt seit 01.08.2022 kein Verwahrentgelt mehr.

Dortmunder Volksbank

Die Volksbank in Dortmund verzichtet seit 27.07.2022 auf die Berechnung von Negativzinsen.

Volksbank Stuttgart

Seit 01.08.2022 entfällt bei der Stuttgarter Volksbank die Erhebung eines Verwahrentgeltes.

Mainzer Volksbank

Die Mainzer Volksbank verzichtet bereits seit 1. Juli 2022 auf die Berechnung von Negativzinsen.

Hannoversche Volksbank

Auch die Hannoversche Volksbank verlangt keine Negativzinsen mehr.

Volksbank Münsterland Nord

Die Volksbank Münsterland Nord hat das Verwahrentgelt zum 01.08.2022 aufgehoben.

VerbundVolksbank OWL

Die genossenschaftliche Regionalbank im Wirtschaftsraum Ostwestfalen-Lippe hat die Zinswende der EZB begrüßt und das Verwahrentgelt abgeschafft.

Volksbank Köln Bonn

Die Volksbank Köln Bonn berechnet keine Negativzinsen mehr.

Negativzinsen Sparda-Bank

Sparda-Bank Augsburg

Die Sparda-Bank Augsburg berechnet aktuell keine Minuszinsen.

Sparda-Bank Baden-Württemberg

Die Sparda-Bank Baden-Württemberg hat bereits vor der EZB-Zinswende keine Negativzinsen berechnet und tut es auch jetzt nicht.

Sparda-Bank Berlin

Die Sparda-Bank Berlin hat das Verwahrentgelt auf Kundeneinlagen gestrichen.

Sparda-Bank Hamburg

Die Sparda-Bank Hamburg hat die Negativzinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten zum 01.07.2022 abgeschafft.

Sparda-Bank Hannover

Seit Anfang Juli 2022 verlangt die Sparda-Bank Hannover kein Verwahrentgelt mehr.

Sparda-Bank Hessen

Aktuell verlangt die Sparda-Bank Hessen keine Minuszinsen für hohe Guthaben.

Sparda-Bank München

Auch die Sparda-Bank München verzichtet seit dem 1. Juli 2022 auf ein Verwahrentgelt.

Sparda-Bank Nürnberg

Seit 01.07.2022 hat die Sparda-Bank Nürnberg die Berechnung von Negativzinsen eingestellt.

Sparda-Bank Ostbayern

Die Sparda-Bank Ostbayern plant die Einführung eines Verwahrentgelts. Die Kunden sollen rechtzeitig über die genauen Details informiert werden.

Sparda-Bank Südwest

Auch die Sparda-Bank Südwest berechnet seit 1. Juli 2022 kein Verwahrentgelt mehr.

Sparda-Bank West

Die Sparda-Bank West hat zum 01.07.2022 die Negativzinsen gestrichen.

Banken ohne Negativzinsen

Die folgenden Banken verlangen aktuell kein Verwahrentgelt für Guthaben auf Girokonten oder Tagesgeldkonten:

  • 1822direkt
  • Advanzia Bank
  • Bank für Kirche und Caritas
  • Bank für Orden und Mission
  • Bank of Scotland
  • Bank11
  • Barclays
  • BMW Bank
  • C24 Bank
  • Consorsbank
  • Credit Europe Bank
  • Cronbank
  • Denizbank
  • DKB
  • Edeka Bank
  • Evenord-Bank
  • GarantiBank
  • GEFA Bank
  • Hanseatic Bank
  • Holvi
  • Ikano Bank
  • İşbank
  • LeasePlan Bank
  • LIGA Bank
  • Mercedes-Benz Bank
  • Merkur Privatbank
  • Monese
  • N26
  • NIBC Direct
  • Opel Bank
  • Openbank
  • Oyak Anker Bank
  • PSA Direktbank
  • Qonto
  • Renault Bank
  • Revolut
  • Ruuky
  • Santander Bank
  • Skatbank
  • Steyler Bank
  • UmweltBank
  • Varengold Bank
  • Volkswagen Bank
  • Wise

Verwahrentgelt vermeiden

Zunächst einaml kann eine Bank nur Negativzinsen berechnen, wenn Sie der dazugehörigen Vereinbarung aktiv zustimmen. Bei Neukunden geschieht dies direkt bei der Kontoeröffnung. Bestandskunden werden individuell kontaktiert und müssen der Vereinbarung per Post, per Formular auf der Internetseite oder im Online-Banking zustimmen.

Es ist allerdings auch keine langfristige Lösung, die Vereinbarung ewig hinauszuzögern. Je nach Bank wird Ihnen dann nämlich das Konto gekündigt.

Hier sind daher einige Möglichkeiten, wie Sie in Zukunft Negativzinsen umgehen können:

1. Guthaben umverteilen

Sie können Verwahrentgelder vermeiden, wenn Sie Ihr Guthaben auf mehrere Banken bzw. mehrere Konten verteilen. Hierbei müssen Sie aber genau auf die jeweiligen Freibeträge und Bedingungen der einzelnen Kreditinstitute achten.

Da die Tendenz dazu geht, dass immer mehr Banken ein Verwahrentgelt berechnen und die Freibeträge immer weiter sinken, wird es in Zukunft immer schwieriger und aufwendiger, Strafzinsen zu vermeiden. Zudem liegt das viele Geld nur auf den Konten, ohne dass Sie damit einen Gewinn erwirtschaften. Dadurch können Sie nicht die Inflationsrate ausgleichen und verlieren Jahr für Jahr Geld. Die einzige Ausnahme sind einige Genossenschaftsbanken, bei denen Sie eine Dividende im Bereich von 2,00 % erhalten.

2. Verzinste Tagesgeld- und Festgeldangebote nutzen

Besser ist es bereits, wenn Sie Ihr Geld wenigstens auf verzinsten Tagesgeld- und Festgeldkonten anlegen. Beim Openbank Tagesgeld bekommen Sie aktuell 0,25 %. Einlagen bis 100.000 € sind durch die spanische Einlagensicherung geschützt. Bei den Festgeldern empfiehlt sich das Klarna Festgeld. Für Laufzeiten bis 4 Jahre bietet es zurzeit mit die höchsten Zinsen.

Nutzen Sie unseren Tagesgeld-Vergleich und Festgeld-Vergleich, um schnell und einfach für Sie passende Angebote zu finden.

3. Wertpapiere

In der aktuellen Niedrigzinsphase werden Sie mit risikofreien Geldanlagen keine oder nur sehr geringe Zinsen bekommen. Je nachdem, wie viel Risiko Sie eingehen wollen, ist die Anlage in Wertpapieren eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung.

Sie müssen nicht unbedingt selbst Aktien oder Fonds kaufen. Sie können auch sogenannte Robo-Advisor nutzen. Dies sind digitale Anlagehelfer, die Ihnen auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene automatische Anlageempfehlungen geben. Auch ETF-Sparpläne sind für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet. Sie legen dabei selbst fest, ob Sie monatlich sparen oder nur eine Einmalanlage tätigen wollen.

4. Immobilien

Der Kauf von Immobilien ist eine weitere Möglichkeit, Ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Eine Hausverwaltung würde sich um alles kümmern und Sie erhalten die Mieteinnahmen sowie die Chance auf eine Wertsteigerung der Immobilie. Sie können allerdings nicht kurzfristig auf das investierte Geld zugreifen.

Tipp

Glauben Sie keinen Angeboten, die Ihnen Zinsen von 5 % und mehr ohne Risiko versprechen. Das gibt es nicht. Verteilen Sie Ihr Geld auf mehrere Anlagen und gehen Sie nur das Risiko ein, bei dem Sie noch gut schlafen können. Suchen Sie auch den Dialog mit Ihrer Bank und schauen Sie, was diese Ihnen zur Vermeidung der Negativzinsen vorschlägt.

Sind Negativzinsen zulässig?

Verbraucherschützer gehen bereits seit einigen Jahren gerichtlich gegen verschiedenste Banken vor. Ihrer Meinung nach geben die Banken die Kosten in Form des Verwahrentgeldes einfach an die Kunden weiter, ohne dafür eine zusätzliche Leistung zu erbringen. Negativzinsen seien unzulässig, weil sie neben den Kontoführungsgebühren verlangt werden. Zudem wird die intransparente Berechnung kritisiert.

In den letzten Jahren gab es bereits mehrere Gerichtsentscheidungen zu dem Thema. Das Landgericht Leipzig hat im Juli 2021 die Strafzinsen größtenteils für zulässig erklärt, während das Landgericht Berlin im November 2021 die Negativzinsen der Sparda-Bank Berlin für unzulässig erklärt hat. Es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass der Bundesgerichtshof entscheiden muss.

Ihre Fragen und Kommentare zu diesem Beitrag

Guten Tag Kontofinder-Team,

ich möchte Ihnen hiermit mitteilen, dass Finom auch bis exakt 100.000,- EUR eine "Negative interest rate fee" für Geschäftskonten in Rechnung stellt. Aus dem Rechnungs-PDF von Finom geht leider nicht hervor, welchen Zeitraum und welchen Zinssatz Finom zur Berechnung genommen hat. Es wird einfach die Position "Negative interest rate fee" in Rechnung gestellt und das war es leider... Ich bin grundsätzlich sehr überrascht, da die aktuellen Solarisbank Bedingungen mit Stand Juni 2022 (Version 1.4) besagen, dass bis 100.000,- EUR kein Verwahrentgelt für Geschäftskonten berechnet wird.

von Sebi

Sehr geehrtes Kontofinder-Team,
meine direkte Nachfrage (E-Mail) bei der Finom Bank bzgl. dem Negativzins hat ergeben, dass die Vertragsbedingungen zw. solarisBank und Finom alle Kunden der Finom Bank von dem Negativzins befreit. (Stand: 21.04.2022)
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie ihre Quelle bzgl. Ihrer Information zum Negativzins bei der Finom Bank preisgeben könnten, um hier einen Abgleich zu ermöglichen.
Vielen Dank

von Marc

Antwort vom Kontofinder Team

Die Quelle ist das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis der Solarisbank. Auf Seite 4 ist aufgeführt, dass bei Geschäftskonten ab 100.000 € ein Verwahrentgelt von -0,50 % erhoben wird. Hierbei wird nicht erwähnt, dass Kunden von Finom davon befreit sind.

Hallo,
Eine Frage - zahlt man Strafzinsen ab dem 1. Tag oder hat man einen bestimmten Zeitraum z.b. 4 Wochen wo man schauen kann welche Anlageform die richtige ist.
Danke vorab für eine Info

von Chrissy

Antwort vom Kontofinder Team

Je nach Bank werden Negativzinsen entweder sofort berechnet oder Sie treffen eine individuelle Vereinbarung. Wenn Sie der Bank z.B. mitteilen, dass Sie in ein paar Wochen bei ihr ein neues Produkt abschließen, stehen die Chancen ganz gut, dass bis dahin kein Verwahrentgelt erhoben wird. Teilweise werden hierbei auch zwischen Neukunden und Bestandskunden Unterschiede gemacht.

Wann ist mit einer Entscheidung durch den BGH zu rechnen? Würde bei positivem Urteilsausgang für die Sparer die Forderung auf Unterzeichnung einer Vereinbarung zum Verwahrentgelt entfallen und eine Kontokündigung unwirksam sein?

von Brigitte Fritsche

Antwort vom Kontofinder Team

Beide Fragen lassen sich aktuell leider nicht konkret beantworten. Bis der BGH entgültig entscheidet, kann es noch dauern. Auch bei positivem Urteilsausgang ist es offen, was genau die Banken dann tun müssen. Sollte es konkrete Informationen geben, werden wir den Beitrag selbstverständlich aktualisieren.

Ich habe ein Problem. Ein Bekannter suchte bei mir Rat. Er ist fast 90 Jahre und hat etwas Erspartes. Seine Bank legt ihm seit längerem nahe, sein Erspartes anzulegen. Anlegen für 5 Jahre - alles andere würde sich nicht lohnen. Wer garantiert ihm, dass er diese 5 Jahre erlebt? Daher empfinde ich es als Unsinn und bin der Meinung, dass er ruhiger schläft, wenn er den zu erwartenden Negativzins zahlt. Sehe ich das falsch?

von Krin Brauer

Antwort vom Kontofinder Team

Wie Sie schon schreiben, ist es wichtig, dass man sein Geld so anlegt bzw. verwaltet, dass es für einen selbst Sinn macht und man gut damit leben (schlafen) kann. Statt das Geld für 5 Jahre fest anzulegen, kann Ihr Bekannter z.B. auch ein Tagesgeldkonto (zum Tagesgeld Vergleich) bei einer anderen Bank anlegen. Dann wäre das Geld täglich verfügbar, man bekommt noch einen kleinen Zinssatz und Negativzinsen könnten vermieden werden. Oder Ihr Bekannter nutzt das Geld, um sich noch Wünsche zu erfüllen oder einen Teil zu verschenken buw. zu spenden. Dies sind wie gesagt einfach nur Vorschläge. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was mit dem eigenen Geld konkret geschehen soll. Falls noch ein neues Konto eröffnet wird, ist es ratsam, sich schon vorher genau zu erkundigen, was im Sterbefall zu tun ist.