Welche Girokonto-Leistungen Sie wirklich brauchen

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Girokonto

Dispokredit, SMS-Benachrichtigungen, Kontoauszüge mit der Post: Banken bieten uns etliche Leistungen, die uns das Leben erleichtern sollen. Aber welche davon brauchen wir wirklich? Und wie viel Geld geben wir eigentlich für überflüssigen Service aus?

Weg vom klassischen Banking Ein Gedankenspiel Beleglose und beleghafte Buchungen Der Haken an günstigen Girokonten Weitere Girokonto-Leistungen Konto-Info per SMS Fazit

Nützliche Girokonto-Leistungen

Weg vom klassischen Banking

Vor der digitalen Revolution mussten Kunden ihre Bankgeschäft an den Schaltern ihrer Bank oder an einem Automaten erledigen. Ob Überweisung oder Dauerauftrag: am Gang zur Filiale führte kein Weg vorbei. Im Jahr 2000 hatten gerade einmal 6 % der Deutschen ein Girokonto bei einer Direktbank.

Doch das Online Banking hat unser Verhältnis zum Girokonto revolutioniert. 2013 wickelten bereits 48 % ihre Bankgeschäfte über das Internet ab. Und der Trend in diese Richtung geht weiter. Neue Technologien wie die Near Field Communication sollen das bargeldlose Bezahlen vom Girokonto aus noch einfacher machen.

  • nur 6 % Direktbank-Kunden gab es im Jahr 2006
  • 2013 nutzten 48 % aller Bankkunden das Online-Banking

Andere Features sind bereits so etabliert, dass wir sie längst als normale Standardleistungen ansehen: Girocard, Kontoauszüge, Dispokredit. Brauchen wir also überhaupt andere Features? Oder zieht Ihnen Ihr Kreditinstitut womöglich Gebühren ab, die Sie gar nicht zahlen wollen?

Ein Gedankenspiel

Stellen Sie sich einen ganz normalen Wochentag vor. Sie gehen zur Arbeit und erledigen im Anschluss einen Einkauf. Doch schon auf dem Weg zur Arbeit stellen Sie fest, dass Sie das nötige Kleingeld für die Straßenbahn nicht dabei haben. Dank Ihrer Girocard mit integriertem Chip jedoch kein Problem: schließlich haben Sie vor einigen Tagen genug Guthaben aufgeladen, um sich davon ein Ticket kaufen zu können. Den Einkauf nach der Arbeit bezahlen Sie ebenfalls bargeldlos. Zum Monatsende ist zwar nicht mehr viel auf dem Girokonto, aber im schlimmsten Fall kommen Sie kurzfristig in den Dispo. Die etwas höheren Dispozinsen zahlen SIe für diesen Service gern. Die Zahlung wird in Sekundenbruchteilen abgebucht.

Zuhause angekommen haben Sie gerade einmal zwei Features genutzt:

  • Girocard
  • Dispokredit

Auch wenn die Welt komplex und digital ist, brauchen Sie längst nicht alle Features, die Sie von Banken angeboten bekommen. Selbst Kontoauszüge sind in Zeiten des Online-Bankings überflüssig geworden. In der Übersicht des Browsers lassen sich alle Transaktionsvorgänge einsehen und bei Bedarf ausdrucken. Darüber hinaus können Sie auf dem heimischen PC gespeichert oder in eine Haushaltsbuch-App eingelesen werden.

Wer auf die klassischen Kontoauszüge nicht verzichten kann oder will, sollte diese rechtzeitig ausdrucken. Ansonsten zahlen Sie je nach Bank hohe Gebühren für deren Zusendung. Jede Bank stellt andere Kosten für den Versand bzw. den Druck von Kontoauszügen auf. Zwar ist diese Praxis nach neuer Rechtsprechung unzulässig. Dennoch versuchen Banken auch heute noch, diese Gebühren zu erheben.

Beleglose und beleghafte Buchung

beleglos beleghaft
Transaktionen ohne Papierbeleg Scheckeinlösungen
alle Transfers via Online Banking Überweisungen in der Filiale
fast immer kostenlos häufig gebührenpflichtig
Ausnahme: Buchungen an Filial-Terminals  

Im Bankenwesen wird zwischen beleghafter und belegloser Buchung unterschieden. Zu beleghaften Buchungen gehören beispielsweise Scheckeinreichungen und Überweisungen in Ihrer Filiale. Wenn Sie Online-Banking nutzen, tätigen Sie beleglose Buchungen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass beleghaften Buchungen auf Papier unter Beteiligung eines Bankmitarbeiters erteilt werden. Bei beleglosen Buchungen ist das nicht der Fall. Zu ihnen gehören auch passive Vorgänge wie Last- und Gutschriften.

Einige Banken berechnen Gebühren für beleghafte Buchungen. So kostet eine beleghafte Buchung bei der Sparkasse Kassel beim SB-Konto 3,00 Euro. Auch bei beleglosen Buchungen ist Vorsicht geboten: Die Nutzung von Terminals in einer Filiale kann ebenfalls Geld kosten. Beleglose Buchungen in Form von Online-Transaktionen hingegen sind fast immer kostenlos.

Beleglose Buchungen beim Online-Banking sind nicht nur benutzerfreundlicher, da sich Fehleingaben am heimischen Computer einfach korrigieren lassen. Durch die Papiereinsparung tun Sie auch der Umwelt einen Gefallen, Sie vermeiden unnötige Gebühren und sparen Zeit.

Der Haken an günstigen Girokonto

Mehr denn je werben Banken um neue Kunden. Der Markt ist riesig und vielerorts bekommen Interessenten ein günstiges oder sogar kostenloses Girokonto angeboten. Allerdings sind diese Konten oft an weitere Konditionen geknüpft.

So wirbt die Sparkasse Bremen mit ihrem Giroflexx-Konto, das günstiger wird, wenn der Neukunde ein breit gestreutes Zusatzpacket an Features mitkauft. Dazu zählen unter anderem Bauspareinlagen, sowie eine Risiko- und Altersvorsorge und eine Krankenversicherung. Der Kunde muss jedoch von acht Angeboten mindestens vier auswählen, um den Bonus von 4,90 Euro im Monat zu erhalten. Andernfalls zahlt er eine jährliche Kontoführungsgebühr von 58,80 Euro.

Andere Banken verlangen ähnliche Deals vom Kunden. So kassiert die National-Bank Essen 9,90 Euro monatliche Kontoführungsgebühr, wenn der Kunde nicht noch zwei weitere hauseigene Produkte abschließt. In diesem Fall halbieren sich die Kosten. Beauftragt der Kunde gar vier Finanzleistungen der Bank, wird ihm die volle Gebühr für das Girokonto erstattet. Bei der Sparkasse KölnBonn zahlen Kunden 4 Euro, wenn sie weniger als 1.250 Euro Geldeingang im Monat verbuchen können. Ausgeschrieben ist das Konto allerdings mit 1 € Grundgebühr. Auch die Commerzbank verlangt einen monatlichen Grundpreis in Höhe von 5,90 Euro, wenn der Mindestgeldeingang nicht erbracht wird.

Bereits das Auszahlen von Bargeld am Schalter einer Filiale kann Geld kosten. Die Targobank berechnet für diesen Service beim Nutzen des Online-Girokontos 3,50 Euro. Die Hannoversche Volksbank stellt neben den 2,50 Euro monatliche Kontoführungsgebühren 0,15 Cent Gebühren für beleglose Zahlungsvorgänge in Rechnung.

Ob Sie Neukunde sind oder seit Jahren auf Ihre Bank schwören: werfen Sie unbedingt einen Blick in das Preis/Leistungs-Verzeichnis auf der Webseite. Dort finden Sie verborgene Kosten, die von den Banken nicht erwähnt werden.

Weitere Konto-Features

Neben den klassischen Zusatzangeboten zu einem Girokonto bieten Banken eine ganze Bandbreite von reizvoll klingenden Features an. Kunden können sich zum Beispiel Reiseschecks an eine beliebige Adresse liefern lassen. Aber wie sinnvoll ist dieses Feature? Längst hat sich die Kreditkarte als internationale Zahlungsoption durchgesetzt. In fast jedem Land auf der Welt lässt sich Bargeld mit der hauseigenen Kreditkarte abheben bzw. bargeldlos bezahlen. Häufig fallen dafür nicht einmal Gebühren an.

Kreditkarte

Die Kreditkarte ist ein vielseitig einsetzbares Werkzeug, das – mit Bedacht verwendet – jede Menge Vorteile besitzt. Mit ihr gleichen Direktbanken den Nachteil einer geringen Geldautomatendichte aus. Dank der VISA-Karte, die ein Neukunde bei der ING dauerhaft kostenfrei zu seinem ING Girokonto erhält, kann an allen Geldautomaten mit dem VISA-Zeichen kostenlos Bargeld abgehoben werden – egal, in welcher Bank.

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Gold- bzw. Platinkreditkarte gilt es, abzuwägen. Machen Sie vorher unbedingt einen Vergleich der Angebote, um das passende für Sie zu finden. Berücksichtigen Sie dabei unbedingt die anfallende, zum Teil sehr hohe Jahresgebühr. Kreditkarten bieten eine Menge nützlicher Rabatte und Ermäßigungen, die jedoch zu Ihrer Lebenssituation passen sollten. So bringen Ihnen Mietwagenrabatte im Ausland wenig, wenn Sie nicht viel verreisen.

Konto-Infos per SMS?

Zahlreiche Banken bieten den Service, über jede Aktion auf dem Girokonto per SMS zu informieren. Jede Überweisung, jede Abbuchung und jeder Lastschrifteinzug werden dann an das Handy gesendet. Begründet wird dieses Feature mit dem Sicherheits-Aspekt. Der Kontoinhaber werde so schnell über Betrugsversuche informiert.

Das lassen sich die Banken bezahlen. Bei der SpardaBank kostet dieser Service 1,50 Euro pro Monat und Konto. Die HypoVereinsbank verlangt 9 Cent für jede Informationen zu ihrem Girokonto per SMS. Wägen Sie daher ab, ob Sie diesen SMS Service wirklich benötigen.

Fazit

Sie brauchen weit weniger Features für das alltägliche Banking, als es vielleicht den Anschein erweckt. Auch wenn eine Platin-Kreditkarte oder ein Reisezahlungsmittel-Service verlockend klingen: die meisten Kunden können diese Optionen nicht gebrauchen. Achten Sie auch bei vermeintlich kostenlosen Konten und Zusatzangeboten auf versteckte Gebühren in Verbindung mit einem Mindestgeldeingang. Fragen Sie bei Zweifeln einen Servicemitarbeiter der Bank oder werfen Sie selbst einen Blick in der Preis/Leistungs-Verzeichnis auf deren Webseite. Viele Angebote der Banken finden Sie in unserem Girokonto-Vergleich.

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